Text-Bild-Ansicht Band 318

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mit Flanschen an den Oberkessel b angeschraubt. Der Querschnitt der Wasserkammern nimmt von unten nach oben zu.

Textabbildung Bd. 318, S. 515

Das äussere Rohr g (Fig. 276) wird mittels Konus m der Kammerwand f befestigt. Das Rohr g trägt die Laterne l, die mit den Oeffnungen n (Fig. 277) versehen ist. Die Laterne wird in der Zwischenwand c der Wasserkammer gehalten und nimmt mit dem Trichter i das Einhängerohr h auf. Letzteres stützt sich am hinteren Ende des äusseren Rohres (Fig. 278 u. 279) durch zwei elastische Bügel p und die Kalotte o ab. Das Aussenrohr g ist hinten in sich halbkugelförmig geschlossen; das Ablassen des Wassers und die Reinigung der Rohre wird daher einige Schwierigkeiten bereiten. Der Kessel ist mit einem Ueberhitzer versehen, dessen Rohrelemente in derselben Weise, wie die Wasserröhren, konstruiert sind.

Die Firma J. Joya in Grenoble (Isere) baut ihre Wasserrohrkessel entweder mit einer Wasserkammer, oder, wie die Fig. 280-284 zeigen, mit geteilten Kammern. Die Befestigungsweise der Rohre und die Ausbildung der Verschlüsse hat eine grosse Aehnlichkeit mit der Konstruktion beim Dürrkessel. Fig. 282 zeigt ein Rohrelement. Das Aussenrohr wird nur mit einem einfachen Konus in der Kammerwand befestigt; hinten wird das Rohr durch einen Deckel mit Gewinde verschlossen. Das Einhängerohr ruht mit einem Trichter in der Zwischenwand der Kammer. Der Kammerverschluss entspricht fast genau dem bekannten inneren Glockenverschluss von Dürr.

Textabbildung Bd. 318, S. 515

Die Verbindung des Oberkessels mit den Kammern erfolgt ähnlich wie beim Niclaussekessel mit Hilfe von doppeltkonischen Ringen durch Schrauben. Fig. 282-284 lassen die Konstruktion deutlich erkennen. Zu bemängeln wäre, dass der Querschnitt für die Wasserzirkulation zu klein erscheint, ein Nachteil, der übrigens auch dem Niclaussekessel und vielen anderen Wasserrohrkesseln zur Last gelegt werden muss.

Der Oberkessel (Fig. 280 u. 281) besteht aus einem Querkessel zum bequemen Anschluss der Kammern und auseinem Langkessel. Die Speisung erfolgt durch den Dampfraum in das hintere Ende des Oberkessels. Hier wird durch ein Querblech eine Schlammkammer gebildet. Das Wasser fliesst durch ein Rohr nach vorn und wird durch ein Querrohr den Wasserkammern zugeführt.

Eine Eigentümlichkeit zeigen die Wasserkammern insofern, als bei ihnen die Scheidewand nicht ganz bis unten geführt ist. Gewiss soll auf diese Weise einem Wassermangel in den unteren Rohren vorgebeugt werden, doch muss die Wasserbewegung hierdurch eine bedenkliche Störung erfahren.

An dieser Stelle muss auch die Konstruktion des Kessels von P. Borrot, des Direktors der Fabrik der Société anonyme des Chaudronneries du Nord de la France, angeführt werden. Dieser Kessel, der durch seine eigenartige Konstruktion bei seiner erstmaligen Ausstellung in Paris 1900 besondere Aufmerksamkeit erweckte, ist in Fig. 285-289 dargestellt.

An dem weiten Oberkessel, welcher als Wasser- und Dampfreservoir dient und in der üblichen Weise mit Sicherheits- und Wasserstandsarmatur ausgerüstet ist, sind seitlich unter 45° Neigung je sechs geschweisste, kastenförmige Wasserkammern aufgenietet, welche unten geschlossen sind und gleichzeitig als Träger des Oberkessels dienen. Jede Wasserkammer trägt an der Bodenplatte in zwei Reihen 12 Stück 80 mm weite Fieldrohre mit Zirkulationseinsatz, welche durch den konischen Einsatz in der gefrästen Bodenplatte dichten. Dies bildet für sich ein Element von 5 qm Heizfläche. Die Rohre je zweier gegenüberliegender Elemente kreuzen sich unter einem rechten Winkel über dem Feuerungsraume und bilden in demselben ein engmaschiges Netz zur Aufnahme der Wärme.

Textabbildung Bd. 318, S. 515

Die gewölbten, geschweissten Enden der Fieldrohre sind mit je einem Reinigungspfropfen versehen und liegen ausserhalb des Feuerungsraumes, vor Wärmeaufnahme geschützt und zur Reinigung zugänglich.