Text-Bild-Ansicht Band 318

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Fast alle jetzt gebräuchlichen, kombinierten Kessel verdanken ihre Beliebtheit dem Umstande, dass durch die Vereinigung die Nachteile der Grundtypen gegenseitig ausgeglichen werden, ohne dass ihre Vorzüge Schaden leiden. Dies kann aber nur erreicht werden, wenn Typen von vielfach verschiedenen Vorzügen und Nachteilen kombiniert werden. So liefert z.B. der Flammrohrkessel mit dem Feuerrohrkessel eine sehr brauchbare Vereinigung, ebenso gilt dies von der Vereinigung des Walzenkessels mit dem Wasserrohrkessel. Dagegen kann von einer Vereinigung des Wasserrohrkessels mit dem Feuerrohrkessel, so weit die bisher bekannt gewordenen Lösungen eine Beurteilung zulassen, kein wesentlicher Fortschritt erwartet werden.

Textabbildung Bd. 318, S. 517
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Fig. 290 und 291 zeigen den Kessel von Delpuette. Die Wasserkammern werden hier durch wagerecht liegende Röhren a gebildet. Dieselben sind durch senkrechte Wasserröhren von 80 mm Durchmesser miteinander verbunden. Die Wasserröhren werden von engen Feuerröhren durchzogen. Die oberen Sammelrohre a sind mit der prismatischen Kammer c verbunden, welche den Oberkessel bezw. den Dampfsammlervertritt. Die unteren Sammelrohre a sind an den Schlammsammler d angeschlossen. Die Enden der Sammelrohre sind mit einem Konus von aussen in die Rohrwand eingesetzt und werden durch einen Bolzen mit der gegenüberliegenden Wand verankert, eine Konstruktion, die nicht frei von Bedenken ist.

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Die Sammelrohre sind etwas flachgedrückt, um das Einwalzen der Wasserröhren besser bewirken zu können. Der Dampfsammler und der Schlammsammler sind vorn durch ebene Platten abgeschlossen, die durch Schrauben befestigt sind. Auch diese Befestigungsart wäre nur bei kleineren Kesseln mit geringer Spannung zu rechtfertigen; sie ist wahrscheinlich gewählt worden, um die ausserordentlich schwierige Innenreinigung etwas zu erleichtern. Wie der ringförmige Raum der Wasserröhren gereinigt werden kann, ist nicht zu erkennen. Ein häufiges Durchbrennen der Rohre muss daher erwartet werden, denn die senkrechte Lage der Rohre wird das Ansetzen des Kesselsteines nicht ganz verhindern können. Am meisten gefährdet sind natürlich die unteren Sammelrohre a1 einmal wegen der kritischen Lage für das Ablagern des Kesselsteines und dann wegen der unmittelbaren Nähe des Feuerherdes.

Die Röhren b sollen zur Dampfüberhitzung dienen, doch ist nicht zu erkennen, wie der Dampf veranlasst wird, diese Röhren zu durchströmen. Ausserdem verhindern diese Röhren infolge ihrer Lage das Einführen einer Rohrbürste in die Feuerröhren.

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Wenn sich auch die hier angeführten Bedenken gegen einzelne Konstruktionsdetails vielleicht beseitigen lassen, so sind die grundsätzlichen Bedenken gegen die ganz Anordnung doch so bedeutende, dass der Kessel kaum Aussicht auf eine grössere Verbreitung haben dürfte.

Eine bessere konstruktive Durchbildung zeigt der im Grundsatz ähnliche Kessel von Hallett-London (Fig. 292 bis 294). Die Reinigung des Kessels von aussen und innen kann hier genügend sorgfältig vorgenommen werden, da die Feuerrohre mit der Rohrbürste zugänglich sind und auch ein