Text-Bild-Ansicht Band 318

Bild:
<< vorherige Seite
Textabbildung Bd. 318, S. 571

Druckluftbetrieb machen sich durch das Geräusch der ausströmenden Luft bemerkbar.

3. Die pneumatischen Antriebe sind konstruktiv einfacher als die elektrischen; die Arbeitsbewegung der ersteren ist die naturgemässe, die geradlinige, während bei den letzteren erst die drehende in eine grade umgesetzt werden muss.

4. Es ist als besonders günstiger Umstand anzusehen, dass die Arbeitskolben der Weichenantriebe stets unter Druck nach einer Seite stehen, sodass ein sicheres, festes Anliegen der Zungen an den Mutterschienen gewährleistet erscheint.

Bisher sind meines Wissens Stellwerksanlagen nach diesem Systeme in Deutschland noch nicht gebaut worden, sodass Erfahrungen aus dem Betriebe noch nicht vorliegen. Jedoch ist auf Bahnhof Kottbus eine derartige Anlage im Entstehen, um an ihr die Brauchbarkeit der Konstruktionen und des Systems zu prüfen. Die Veranlassung zur probeweisen Einführung des Systems mag die Versuchsanlage im Werkhofe der Firma C. Stahmer in Georgmarienhütte gegeben haben, die seit Dezember 1900 in Betrieb ist und bisher zur Zufriedenheit gearbeitet hat, trotzdem absichtlich keine besondere Wartung stattgefunden hat. Diese Anlage ist von zahlreichen Eisenbahntechnikern deutscher Eisenbahnverwaltungen besichtigt und allgemein günstig beurteilt worden.

Mitteilungen über die „Pariser Metropolitanbahn“.

(Fortsetzung von S. 557 d. Bd.)

III. Die Anlage der Linie No. 3 (Boulevard de Courcelles-Mènilmontant).

Eine vom Park Monceau ausgehende, über den Boulevard de Courcelles bis zum Place de Gambetta führende Linie war nach dem ursprünglichen Programm der Pariser Stadtbahn als Nummer 3 unter denjenigen Strecken aufgenommen, zu deren Erbauung sich die Munizipalität bereits bei der Konzessionsbewerbung ausdrücklich verpflichtet hatte. Diese Linie gehört nun auch zu denjenigen, welche der Konzession gemäss innerhalb acht Jahren, d. i. bis zum 30. März 1906 dem Verkehr übergeben sein müssen, deren Entwürfe daher längst fertiggestellt und genehmigt sind und sich bereits in voller Bauausführung befinden. Der Verlauf dieser ehemaligen Linie No. 3, welche infolge der vom Pariser Munizipalrat am 14. Juni 1901 beschlossenen, hier wiederholt besprochenenAbänderungen des Liniennetzes (vergl. D. p. J. 1901, 316, 752) nunmehr an die vierte Stelle gerückt ist, lässt der in Fig. 40 dargestellte Lageplan ersehen.

Textabbildung Bd. 318, S. 571

Sie nimmt ihren Ausgang unter dem Park Monceau als Kehrschleife, die bis zur Kreuzung des Boulevard de Courcelles mit der Avenue de Villiers, wo sich die erste Station befindet (vergl. Fig. 41), eine Länge von 1028,50 m besitzt. Von hier wendet sich die Linie unter der Rue de Constantinople und Rue de Rome dem Bahnhof St. Lazar (Französische Westbahn) zu, verfolgt eine kurze Strecke des Boulevards Haussmann und die ganze Rue Auber um den Place de l'Opéra zu erreichen und zu unterqueren; ihr weiterer Weg führt unter den Strassen Quatre September, Réaumur und Turbigo bis zum Place de la République und von hier ab der gleicharmigen Avenue entlang bis zum Place Gambetta, wo sich die Linie in zwei eingleisige Arme teilt, welche die aus zwei