Text-Bild-Ansicht Band 318

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zwar bei fortwährender, sehr bedeutender Ablenkung. Ueberdies werden hierbei (recht sicher) schwimmende Teilchen, wie Holzsplitter, Harz, Gummi, Schaum und dergleichen, wie in den mittleren Abteilungen zu sehen, zurückgehalten.

Bei dem in Fig. 74 u. 75 skizzierten Sandfang von Julius Wagner in Zweibrücken, nach D. R.-P. 115383, finden wir zuoberst bei a jene dreikantigen Leisten, wie sie bei Sandfängen häufig vorkommen, doch ist der Boden unter den Stäben a durchbrochen. Letztere bilden hierdurch eigentlich einen Rost; unter ihm befindet sich ein zweiter, geneigter Boden b, auf den die Unreinigkeiten fallen und gegen die Abfallöcher c, beziehungsweise Raum d, gelangen. Ist dieser mit den abgesetzten Teilen gefüllt, so schliesst man die Oeffnungen c mittels eines Schiebers e und öffnet dann d nach unten durch Wegziehen eines Schiebers f und entleert durch die Oeffnungen g. Solcherart kann also der Sandfang fortwährend ohne Störung des Betriebes gereinigt werden.

Textabbildung Bd. 318, S. 578

Vollständig ununterbrochen wird derselbe Zweck erreicht bei dem Sandfang von Heinrich Schmolka in Prag nach D. R.-P. 120181. Die Sandfangleisten b, Fig. 76, sind hier nicht fest, sondern bewegen sich langsam, in ununterbrochener Folge zu einer endlosen Kette zusammengehängt, über die Scheiben f, f1 und Stützrollen r dem Stoffstrom entgegen. Bei o gelangt dieser von links in den Apparat und fliesst über den Boden a weiter. Vor a befindet sich ein Sammelbecken n, in welchem eine Transportschnecke i mit Antriebscheiben h in Lagern k, k1 angeordnet ist. Diese Schnecke schafft die groben Unreinigkeiten, welche durch die bewegten Leisten b nach n gelangen, endgiltig fort. Oberflächlicher Schaum wird durch nicht so tief herabreichende Latten m abgestrichen, bei der Weiterbewegung der Kette durch Spritzwasser aus p in die Mulde q gespült und entfernt. Am Boden schleifende Bürsten t lassen Schleim am Boden a nicht aufkommen.1)

Textabbildung Bd. 318, S. 578

Trotz aller Vorsicht gelangen bei den gewöhnlichen Sandfängen doch noch manche Verunreinigungen, insbesondere auch Metallteilchen ins Papier, die beispielsweise bei feinen Papieren hässliche Flecken u. dergl. veranlassen. Um Eisenteile auszusondern, sind magnetische Reiniger in die Sandfänge eingeschaltet und auch bereits beschrieben worden.2) Doch entsprachen die bisherigen Ausführungen manchmal nicht besonders, hauptsächlich wegen der geringen Magnetstärke. Die Magnetic Separator Co. in Springfield stellt neuestens magnetische Reiniger her, welche in einer dünnen Metalltrommel sehr kräftige (1,4 kg f. d. QuadratzentimeterAnziehungskraft) Elektromagnete besitzen. Während die Trommel sich im Stoffe, der darunter fliesst, dreht, werden die Metallteile an die Oberfläche gezogen, festgehalten und am oberen Scheitel abgestrichen. Erfahrungsgemäss werden nicht bloss Eisenteilchen, sondern auch Kupfer, Messing, Bronze und andere Körper angezogen und dadurch abgesondert.

3. Knotenfänger.

Es liegt in der Natur der Sache, dass bei diesen und den im wesentlichen auf dasselbe hinauskommenden Papierstoffsortierern an den Grundlagen kaum etwas geändert werden kann. Es sind immer Siebe, welche die gröberen von den feineren Teilen zu sondern haben. Nur in den Einzelheiten ergeben sich Unterschiede. Auch viele bereits bekannte Systeme sind solcherart verbessert worden. Interessant ist ein als Papierstoffbürster bezeichneter Apparat von Henry Mellor nach amerikan. Patent 645422, wobei selbst der schon im Knotenfang behandelte Stoff vor dem Auflaufen auf das Sieb durch eine Reihe von Mahlvorrichtungen (ganz ähnlich wie Walze und Grundwerk), geschickt wird, um sicher knotenrein zu werden.

Besonderes Interesse beansprucht der Knotenfänger von A. Woge nach D. R.-P. 118863 mit der Stoffströmung von unten nach oben durch die Schlitzplatten hindurch. Der vom Sandfange s (Fig. 77) kommende Stoff füllt vorerst einen Behälter v so hoch, dass in ihm der Flüssigkeitsspiegel über die Fläche der Knotenfangplatte p ragt. Aus v tritt der Stoff durch den regelnden Schieber n in das Rohr r und in den Kasten k, um nach oben durch die Schlitze von p zu gelangen, was dadurch erleichtert wird, dass die Schlitze unten eng, oben weiter sind. Von da fliesst der gereinigte Stoff zur Papiermaschine. Selbstredend bleiben dadurch alle Knoten auf der unteren Seite der Knotenfangplatten und haben schon deshalb das Bestreben wegzufallen und die Knotenfangplatten von selbst frei zu geben. Dies wird aber noch dadurch unterstützt, dass schwingende Siebe t auf Armen f unter p arbeiten. Die Arme f sitzen auf der Welle w in Lagern l, welche durch den Hebel h mittels der Schubstange u von der Kurbelscheibe c aus in Schwingungen versetzt wird. Da hierbei sowohl der Kurbelradius, wie auch durch ein geeignetes Vorgelege die Zahl der Schwingungen in der Zeiteinheit den jeweiligen Verhältnissen, der Stoffart und dergleichen anpassbar ist, so scheint hier sehr gut für die selbsttätige Abfuhr der Knoten und sonstigen Verunreinigungen gesorgt. Die Maschinenfabrik Füllner, welche dieses System baut, meldet sehr günstige Erfolge damit.

Selbstreinigung der Knotenfangplatten dann, wenn der

1)

Vergl. den Apparat von Cadwga. D. p. J., 1898,310, 85.

2)

Vergl. D. p. J., 1890, 277, 178.