Text-Bild-Ansicht Band 318

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Stoff von unten nach oben durch die Siebplatten tritt, finden wir auch bei dem Knotenfänger von John White nach D. R.-P. 111991 (Fig. 78 u. 79). Der Stoff fliesst in den Trog a1 auf Ständern a und gelangt in den ∪förmigen Ringkanal a3. In ihn taucht die Verlängerung d1 des Troges d, dessen Boden die Knotenfangplatten c bilden. Durch diese dringt der Stoff von unten nach oben und fliesst über den nachgiebigen Boden g nach h und weiter zur Papiermaschine. Schon der Rand d1 hindert, dass gröbere Verunreinigungen, auch Schaum, zu den Siebplatten gelangen. Der natürlichen Schwere der an der Unterseite von c zurückgebliebenen Knoten kommt zu Hilfe einerseits die schwingende Bewegung des nachgiebig bei e verbundenen Trogbodens a2, der in bekannter Weise durch die auch in der Figur angedeutete Exzenterwirkung auf- und abschwingt, andererseits die dazu senkrechte Schwingung des Siebplattentroges d, welcher an Zapfen f in der Mitte aufgehängt ist. An d legt sich lotrecht geführt ein Arm k mit Rollen k1, die auf dem Umfange einer unrunden Scheibe i1 anliegen, die ihrerseits mittels Welle i und durch den angedeuteten Wurmrädertrieb gedreht wird. Zweifellos dürften durch die entstehenden Wirbel die Knoten von c ab und in den Ringkanal a3 gespült werden, von wo sie bequem entfernt werden können.

Textabbildung Bd. 318, S. 579
Textabbildung Bd. 318, S. 579

Neben diesen beiden, sozusagen auf dem natürlichsten Wege die zurückbleibenden Knoten entfernenden Systeme erscheinen andere weitaus weniger praktisch. So wird in dem amerikan. Patente 663529 von J. Wilson der Knotenfänger mit ebenen Siebplatten in zwei symmetrisch liegende Hälften geteilt. In jede derselben fliesst der Stoff, aber nicht unterbrochen, sondern abwechselnd, förmlich stossweise durch ziemlich plötzliches Oeffnen von Schiebern. Der Stoff sickert dann langsam durch die Platten und lässt auf ihnen die Knoten und dergleichen zttrtick. Kommt dann nach plötzlichem Oeffnen des Absperrschiebers wieder ein Stoffschwall auf die Platte, so sollen durch ihn die früher zurückgebliebenen Knoten in einen Kanal gespült werden.

Textabbildung Bd. 318, S. 579

Bei dem Knotenfänger von Silvio de Pretto, nach D. R.-P. 99214, wird auch ununterbrochene Reinigung erstrebt mit, wie bereits erwähnt3), nachgibigen Schabern, welche über die Siebflächen geführt werden. Der mechanische Teil scheint jedoch für die vorliegende Aufgabe immerhin so verwickelt, dass man zweifellos lieber zu den einfacheren, diesmal besprochenen Vorrichtungen greifen wird.

Bei den Knotenfängem von Schmidt & Seybold, welche die Schlitzwannen an Federn hängen4) und damit recht sanfte,allseitige Schüttlung erzielen, wird nach D. R.-P. 105101 die Grösse der Schüttlung dadurch veränderlich gemacht, dass man die Rollen oder Schlagbolzen, an welche das Daumenrad stösst, in verschiedene Anfangslagen stellt, je nach dem Hub, mit welchem geschüttelt werden soll, wodurch man sich der Natur des Stoffes gut anpassen kann.

Bei dem D. R.-P. 115656 zeigen Ploy und Kaluzsay, wie durch einen einfachen Mechanismus die aus einzelnen Stäben gebildeten Knotenfangplatten gleichmässige, aber verschieden einstellbare Schlitzweiten erhalten können, um sich verschiedenen Stoffarten anzupassen und auch die Reinigung zu erleichtern.

Bei den Drehknotenfängern ohne Radantrieb benutzt neuestens Robert Dietrich in Merseburg nach den D. R.-P. 113826 und 119069 ein eigentümliches Spritzrohr und die lebendige Kraft des Spritzwassers zum Umtrieb des Knotenfangzylinders. In das Spritzrohr A (Fig. 80) gelangt das Wasser aus dem Schmutzabsatztopf C, aus welchem bei Z der Satz abgelassen werden kann. Aber auch noch in A kann sich Schmutz absetzen, wie bei i angedeutet, so dass in die Anschlusskammer B durch den verhältnismässig engen Verbindungsschlitz sehr reines Wasser kommt, was ja für den Stoff von grösster Wichtigkeit ist. Aus B trifft dann durch Spritzlöcher x, deren Neigung ganz den jeweiligen Bedürfnissen entspricht, Wasser auf die Siebtrommeln. In Fig. 81 sehen wir, wie aus dem Spritzrohr e das Wasser f schief an die Siebtrommel kommt, um an Leisten c, d einerseits stossend zu wirken, andererseits Wasser in den Winkeln zwischen den Leisten c und dem Trommelumfang zurückzulassen; das Wasser wird am seitlichen Abfliessen durch Randscheiben h gehindert, befördert also auch durch sein Gewicht die Drehung der Siebtrommel. Das Wasser, welches durch die Schlitze dringt, fängt die Knotenrinne g auf.

Christian Wandel stellt bei seinen Drehknotenfängern die Saugschaufeln nicht parallel zu den Zylindererzeugenden, sondern schief (Fig. 82), um dieselben zur rascheren Entleerung des Trommelinneren mit zu benutzen. Die Figur spricht für sich selbst. Man erkennt sogleich, dass die entweder einfach oder doppelt geneigten Schaufeln c den Trommelinhalt aufschöpfen und durch die Hälse e wegfördern.

In den Winkeln, welche bei dem Anschluss der Saugschaufeln an die Trommelwand entstehen, sammeln sich gern Unreinigkeiten an, denen man schwer beikommt. Deshalb schlägt Hermann Finckh in Reutlingen im D. R.-P. 102618 vor, die Saugschaufeln derart umlegbar zu machen, dass man sie tangential zum Trommelumfang richten und nach der Reinigung wieder aufstellen kann. Durch eine Hebelverbindung lässt sich dies einfach machen.

3)

Vergl D. p. J.,.1898, 310, 90.

4)

Vergl. D. p. J., 1898, 310, 88.