Text-Bild-Ansicht Band 318

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Durch eine eigentümliche Form der Saugschaufeln will Franz Deissler in Berlin nach D. R.-P. 117197 einen rotierenden Splitterfänger selbstreinigend machen. Aus Fig. 83 ersieht man, dass die bis zur Mitte reichenden, am besten parabolisch gekrümmten Schaufeln a mit Nasen n ausgestattet sind. Von diesen erwartet der Erfinder, dass bei dem Eintauchen in den Stoff Wirbel veranlasst werden, welche die an der Innenwand von c festgesessenen Teile abspülen und die Schlitze rein halten. Statt der Nasen können auch mit Blenden ausgestattete Oeffnungen in den Schaufeln vorgesehen sein5).

Textabbildung Bd. 318, S. 580
Textabbildung Bd. 318, S. 580

Der Papierstoffsortierer von Rud. Haas und Leopold Zeyen in Raguhn nach D. R.-P. 124724 trennt mit einer Zusammenstellung von gekrümmten und ebenen Sieben Papierstoff nach verschiedenen Feinheitsgraden so, dass man ohne Störung des Betriebes jede der Sorten ablassen kann. In Fig. 84 bemerkt man bei w den zuströmenden Stoff, welcher in das muldenförmige Sieb a einfliesst: das Vorsieben. Grobe Splitter u. dergl. bleiben an der Oberfläche und können mit einem Rechen abgezogen werden, wodurch der aus a nach der Vorkammer e gelangende Stoff für grobe Papiere schonbrauchbar wird und mittels Hahn v abgelassen werden kann. Der Stoff dringt weiter durch das Flachsieb b in den Raum f, aus welchem schon feinere Fasern folgen, da b ein feineres Sieb ist, als a. Hahn u gestattet diesen Stoff abzulassen. Endlich dringt der feinste Stoff durch das Rundsieb c und fliesst durch einen Hohlzapfen ab. Durch eine Schubstangenkurbelbewegung schwingt man das Rundsieb c. Diese schwingende Bewegung teilt sich mittels des Armes p und des Gelenkes bei s dem Muldensieb a und durch die Hängeschienen q, r dem lotrechten Sieb b mit. a und b bewegen sich solcherart schwingend auf und ab, was für das Sichten erfahrungsgemäss sehr günstig wirkt.

Textabbildung Bd. 318, S. 580
Textabbildung Bd. 318, S. 580

(Fortsetzung folgt.)

Mitteilungen über die „Pariser Metropolitanbahn“.

(Schluss von S. 574 d. Bd.)

Bevor die Linie No. 3 von der Rue Caumartin kommend den Opernplatz erreicht und dort das ebengeschilderte Kreuzungsobjekt durchläuft, übersetzt sie im Kilometer 1,882, d. i. unter der Stelle, wo die Rue Auber mit der Rue Scribe zusammentrifft, in einem schiefen Winkel eine Anlage des städtischen Kanalnetzes (vergl. Fig. 46), nämlich den von Clichy kommenden Hauptsammelkanal, welcher auf seinem Wege von dem Place de Trinite nach der Rue des Petits Champs durch die Rue Mogador, Rue Scribe usw. gelangt. Man hatte die Bahnlinie soweit ansteigen lassen, dass es möglich wurde, lediglich durch das Kappen des obersten Teiles der Gewölbsdecke des Kanals den erforderlichen Raum für die Kreuzung zu gewinnen. Wie der betreffende Grundriss (Fig. 47) und Querschnitt (Fig. 48) ohne weiters erkennen lassen, wurde an der in Rede stehenden Kreuzungsstelle die das Kanalprofil konzentrisch umspannenden Widerlagsmauern des Eisenbahntunnels auf 2 m verstärkt, aber ebenso die in und unter das Profil des Eisenbahntunnels hineinfallenden Seitenwände des Kanals in einer Stärke von 1,50 m voll ausgebaut und dann die Gewölbsdecke desselbensoweit als nötig beseitigt. Die Verstärkungsmauern der beiden Kanalwände sind mit sechs 6 m langen, auf Granitwürfel ruhenden Blechträgern überlegt, welche mit drei Querträgern einen zehnfeldigen Deckenrost bilden, der in seinen Feldern nach der gewöhnlichen Weise mittels 0,22 m starker Ziegelgewölbe und einem 0,04 cm hohen Zementgussmantel abgedeckt wird. An dieser Stelle fehlt den Gleisen das Kiesbett, weil die hölzernen Querschwellen des Oberbaues, um an Höhe zu gewinnen, bezw. um an Platz zu sparen, gleich unmittelbar auf den mittleren Längsträgerpaaren (vergl. Fig. 48) angebracht sind.

Mit der eben geschilderten Kreuzung ist inbezug der Bauausführung auch jene im Kilometer 3,6485 ziemlich übereinstimmend, wo die nächstens zu erbauende Stadtbahnlinie No. 4 die Linie No. 3 im rechten Winkel übersetzt. Auch hier hat man (vergl. Fig. 49, 50 u. 51) die beiden Geschosse durch einen vierwandigen Einbau (Fig. 49) verbunden und innerhalb desselben an Stelle des Deckengewölbes im unteren Tunnel eine flache Blechträgerdecke eingezogen, wodurch 0,47 m an der Tiefenlage erspart blieben. Die

5)

Vergl. den Waschholländer auf S. 231 d. Bd.