Text-Bild-Ansicht Band 318

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Textabbildung Bd. 318, S. 595

Hebemaschinen der Weltausstellun in Paris 1900.

Eine wesentliche Vergrösserung der schädlichen Massenwiderstände ergibt sich bei schnellaufenden Motoren noch durch die notwendige Rücksichtnahme auf geräuschlosen Gang der schnellumlaufenden Zahnräder; dieser kann nämlich nur durch zusätzlichen Materialaufwand, z.B. Ausfüttern der Radböden mit Kieselgur oder durch Verbleien der Zahnkränze, erreicht werden.

Mit der Verwendung von Bremsmagneten ist ein unliebsamer Uebelstand verbunden: infolge der Fallenergie des Bremsgewichtes tritt im ersten Augenblick des Bremsens eine ganz plötzliche, unzulässig hohe Bremskraft ein, die einen bedenklichen Stoss im Triebwerke bewirkt. Verzichtet man auf den Einbau besonderer Schutzmittel, wie Puffer oder Dämpferpumpen, deren genaue Einstellung allerdings auf die Dauer Schwierigkeiten bereitet, so hat man mit all den schädlichen Folgen zu rechnen, welche ein Stoss sowohl für das Arbeiten des Krans, als auch für die Dauerhaftigkeit seiner Triebwerksteile mit sich bringt.

Sehr häufig erfahren diese Stösse eine wesentliche Verstärkung dadurch, dass der Bremsmagnet infolge des remanenten Magnetismus im Eisenkerne und der bei Topfmagneten im Mantelgehäuse verlaufenden starken Wirbelströme bei der Stromunterbrechung die Bremse nicht sofort zu schliessen vermag. Der Zeitraum, während dessen die Last hierdurch fast völlig freigegeben ist und sich unzulässig hoch beschleunigt, wächst sehr an mit der Grosse der Magneten. Dem Verfasser ist ein Fall bekannt, in dem die Zeit des verspäteten Einfallens der Bremse drei Sekunden betrug, also Zeit genug, dass die Last und Triebwerksmassen so beschleunigt und bei dem Einfallen der Bremse ein so starker Stoss verursacht wurde, dass ein kräftig gehaltener Maschinenteil nach wenigen angestellten Versuchen einfach brach; nur einem günstigen Umstände war es zu danken, dass grösseres Unheil verhütet wurde.

Genügen hiernach die Bremsmagnete kaum, das Triebwerk bei voller Last zu sperren, so sind sie völlig unzureichend, so schnell abzustoppen, wie es für ein sicheres und flottes Arbeiten des Kranes notwendig ist.

Es wurde bereits oben ausgeführt, und aus den Diagrammen (Fig. 1-22) geht dies um so deutlicher hervor, welche erheblichen Energiemengen beim Stoppen vernichtet werden müssen. Um dieses schnell und dabei doch noch ohne Gefahr für die Festigkeit des Triebwerkes zu erreichen, ist die zwei- bis dreifache Bremskraft erforderlich, als mit Bremsmagneten zu erreichen steht. Man musste daher auf rein elektrischem Wege versuchen, diesem Uebel, das ebenso unrationell ist wie gefährlich sein kann, abzuhelfen.

Bei Gleichstrom löst sich die Aufgabe in sehr einfacher Weise, indem man den Motor als Generator laufen lässt und je nach Abnahme seiner Umdrehungszahl aus seinem Ankerstromkreise stufenförmig Widerstand ausschaltet; bei Drehstrom dagegen ist dieses nicht möglich.

Wohl vermag der Drehstrommotor unter Erregung des Feldes, im Sinne des Lastsenkens rotierend, die Last mit gleichförmiger Geschwindigkeit unter Zurückgewinnung der Energie zu senken, aber