Text-Bild-Ansicht Band 318

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Schieben des Fahrzeuges. 2) Handgriff nach der Mitte gestellt, sodass der Auspuffventilhebel an dem Auspuffventilstift, d (Fig. 26) nicht mehr aufschlägt. Hierdurch wird Nachzündung (langsame Fahrt) erzielt. 3) Handgriff nach oben verstellt, ergibt Vorzündung (rasche Fahrt).

Der Vergaser (Fig. 28) ist nach den Ergebnissen der Erfahrungen in der Praxis wesentlich verbessert worden. Der Gasentwicklungsraum ist erweitert und dadurch eine reichlichere Gasabfuhr ermöglicht worden.

Um auch bei strenger Kälte ein wirksames Gemisch zu erzielen, hat dieser Vergaser dahingehend eine Verbesserung erfahren, dass an Stelle des um den Zylinder herumgeführten Luftansaugerohres 18 (Fig. 24) ein Röhrchen 11 (Fig. 38) tritt. Dieses steht, wie Fig. 39 bei einem Opelrad zeigt, mit dem Auspuffrohr in Verbindung und mündet in einen ringförmigen Kanal der Hülse 10 des Vergasers (Fig. 38). Die Hülse wird dadurch von den heissen Auspuffgasen umspült, wodurch die bei 18 angesaugte Luft erwärmt wird, sodass eine schnellere Vergasung erfolgt. An warmen Tagen, wo keine Vorwärmung nötig ist, wird die Oeffnung im Vergasergehäuse mittels Schiebers verschlossen, und hierdurch der Durchgang der Auspuffgase durch den Ringraum verhindert.

Eine weitere Vorrichtung zum Anwärmen der Luft ist die, dass an Stelle des mit dem Auspufftopf verbundenen Röhrchens 11 ein Trichter tritt, der bis nahe an den Motorzylinder reicht, sodass die Luft, ehe sie in den Trichter eintritt, am Zylinder vorbeistreichen muss. Diese Anordnung zeigt Fig. 37.

Im Grunde genommen, kann von einem automatischen Vergaser bei dieser kleinen Type für Motorzweiräder kaum die Rede sein, denn das Verhältnis zwischen Luft- und Benzingas ist je nach der Tages- und Jahreszeit, nach dem Klima, nach der Hitze und Tourenzahl des Motors um eine Kleinigkeit zu verändern und dieses muss durch den Fahrer selbst geschehen. Zu diesem Zwecke ist eine Vorrichtung in Verbindung mit dem Drosselhahn (Fig. 40) derart angebracht, dass die Regulierung auf bequemstem Wege während der Fahrt vorgenommen werden kann, und zwar in der Weise, dass die obere Hülse 4 (Fig. 36 und 40) an dem Luftzufuhrrohr je nach Bedarf verstellt wird, wodurch die oben angebrachten Luftlöcher teilweise oder ganz geöffnet oder geschlossen werden. Der Drosselhahn selbst ist vollständig geöffnet, wenn der an der Hülse 4 angebrachte Handgriff (Fig. 40) ganz nach vorn steht; durch Rückwärtsdrehen desselben wird die Gaszufuhr abgedrosselt, bis beim Stand des Griffes ganz nach hinten der Hahn vollständig geschlossen ist und kein Gas mehr in den Zylinder tritt. Im übrigen trifft das auf S. 598 Gesagte über den Drosselhahn auch hier zu.

Als weitere Verbesserung ist die Vergrösserung des Auspufftopfes zu nennen, wodurch das Geräusch der Abgase um ein ganz bedeutendes verringert ist.

Mit dem 1 ¾ PS Fahrzeug können Geschwindigkeiten bis zu 50 km in der Stunde, mit dem 2 PS-Motor weit grössere erreicht werden.

Trotzdem sind die Betriebskosten nur gering, da je nach dem Gelände für 35-50 km Wegstrecke nur 1 Liter Benzin erforderlich ist. Eine einmalige Füllung des Behälters reicht für 250-350 km aus. Das Gewicht ist etwa 40-45 kg für das 1 ¾ PS, und etwa 50 kg für das 2 PS Fahrzeug.

Textabbildung Bd. 318, S. 601

(Fortsetzung folgt.)

Neuerungen in der Papierfabrikation.

Von Professor Alfred Haussner, Brünn.

(Fortsetzung von S. 580 d. Bd.).

4. Die Langsiebpapiermaschine.

a. Das Sieb.

Fortwährend vergrössert sich die Breite des Siebes, um damit auch breitere Bahnen, also auch mehr Papiergewicht bei derselben Geschwindigkeit des Siebes herzustellen, wobei auch diese, wie schon in früheren Berichten erwähnt, auf ein teilweise beängstigend hohes Mass gestiegen ist. Maschinen von 3200 mm Siebbreite sind u.a. von der Maschinenfabrik Füllner bereits zahlreich ausgeführt worden, solche von3600 mm Breite folgten und heute steht die Sache so, dass man ernstlich von der Annäherung an bekannte amerikanische Verhältnisse auch bei uns spricht und Sieben von 4 m Breite das Wort redet, was bei den Metalltuchfabriken, welche solche Abmessungen nicht gewohnt sind, besondere Einrichtungen erfordert.

Was das Weben der Metalltücher anlangt, so hat die Vorkehrung der Metalltuchfabrik von Gottlieb Heerbrandt manches für sich: der Kette auf dem Stuhle elastische Spannung zu geben, um die starre Spannung während des