Text-Bild-Ansicht Band 318

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Fördergeschwindigkeiten und das andere für kleine Lasten und grosse Fördergeschwindigkeit bestimmt ist. Die Antriebsmotoren sind in beiden Fällen gewöhnlich gleich gewählt.

Der Vorteil der grösseren Leistungsfähigkeit wird hierbei aber sehr teuer erkauft.

Zunächst sind die Anlagekosten wegen des doppelten Hubwerkes mit seiner teuren elektrischen Einrichtung ganz bedeutend hoch; dann aber vergrössern sich das Gewicht der Katze und des Kranträgers nicht unbedeutend und damit zugleich die toten Massen, welche für ein schnelles Anfahren und Anhalten so nachteilig sind.

Zum Vergleich mögen die Gewichte und Preise einer mit 7,5 t – Hilfstrieb ausgerüsteten 40 t – Katze mit denen einer normalen 40 t Katze verglichen werden. Die Hubmotoren leisten je 60 PS bei 4,4 m/min. und bei 24,0 m/min. Geschwindigkeit und bei 40 t, bezw. 7,5 Last:


Art der Katze
Elektrische
Einrichtung
Mechanische
Einrichtung
Gesamt-
Einrichtung
Gewicht
in kg
Preis
in Mark
Gewicht
in kg
Preis
in Mark
Gewicht
in kg
Preis
in Mark
40 t-Katze mit 7,5 t-
Hilfsbetrieb
Normale 40 t-Katze

4800
2700

15000
9300

12600
10500

13300
11200

17400
13200

28300
20500
Differenz 4200 7800
Mehraufwand gegenüber der normalen Katze 32% 38%

Die angestellten Versuche mit Kupplungen sind als gescheitert zu betrachten, und zwar, wie erörtert, hauptsächlich deshalb, weil einmal die Kraft des Kranführers zum Schliessen der Kupplungen nicht ausreicht und zum anderendie Kraftübertragung vom Führerstande nach der Katze zu umständlich ist.

Alle diese Uebelstände treten bei der Anwendung von Druckluft gänzlich zurück. In leichter Weise kann auf der Katze, wie wir oben an dem Beispiele der Druckluftbremsung gesehen haben, für reichlichen Druckluftvorrat ohne Zutun des Kranführers rein maschinell gesorgt werden; und in ebenso leichter Weise lässt sich durch kleine, elektromagnetisch steuerbare Ventile eine Abteilung der Druckluft in den Zylindern so bewirken, dass deren Kolben die gewünschte Funktion, wie z.B. Schliessen und Oeffnen von Kupplungen, ausüben können.

Mit Hilfe einer Druckluftkupplung und eines ein- und ausschaltbaren Vorgeleges lässt sich daher, wie der Entwurf einer 30 t-Winde Fig. 24 auch zeigt, die erhöhte Leistungsfähigkeit eines Kranes weit einfacher, billiger und betriebssicherer erreichen, als mit einem doppelten Hubwerk. Wirklich bahnbrechend wird diese Lösung für den Betrieb der Krane mit Drehstrommotoren sein. Trotzdem die Drehstrommotoren bei weitem die Hauptstrommotoren an Anzugmoment, Einfachheit, Betriebssicherheit und Energierückgewinnung beim Senken der Last unter Ausschluss einer gefährlichen Geschwindigkeit übertreffen, war ihre Verwendung für Kranbetrieb bisher selbst da, wo Drehstrom unmittelbar zur Verfügung stand, wegen ihrer durch konstante Geschwindigkeit bedingten geringen Leistungsfähigkeit nicht anzuraten.

Die Ergebnisse vorliegender Untersuchungen lassen erkennen, dass die Druckluft ausserordentlich grosse Vorteile für die elektrisch betriebenen Krane mit sich bringt. In einfacher Weise beantworten sich zwei bei ihnen so brennend gewordene Fragen: nach guter kräftiger Bremsung und nach Erhöhung der Leistungsfähigkeit.

Neuerungen in der Papierfabrikation.

Von Professor Alfred Haussner, Brünn.

(Fortsetzung von S. 605 d. Bd.).

c. Saugapparate.

In den vorangegangenen Berichten wurde bereits ausführlich betont, wie sehr es wünschenswert ist, die Reibung zwischen Sieb und den Rändern des Saugkastens so viel wie möglich herabzusetzen, um das Sieb zu schonen. Zu den Einrichtungen, welche diesen Zweck erfüllen sollen und bereits beschrieben worden sind, treten nunmehr einige neue.

Textabbildung Bd. 318, S. 616
Textabbildung Bd. 318, S. 616

Friedrich Wöhrmeyer in Raguhn geht nach D. R –P. 104091 folgendermassen vor (Fig. 90 u. 91). Der Breite nach wird das Sieb i durch die mit derselben Umfangsgeschwindigkeit wie das Sieb sich drehenden Walzen a, b im Saugkasten g gestützt. Die seitliche Begrenzung wird durch Stücke n gebildet, welche durch Schraubenspindeln o mit Handrad bei p eingestellt werden können. Zur Abdichtung gegen die Walzen a, b sind in den Umfang von n Gleitstücke aus nachgiebigerem Material, wie Holz oder Weissmetall, eingesetzt, die sich an die Mantelfläche von a und b anlegen. Uni nun besonders die durch die scharfen Kanten q zufürchtende Abnutzung des Siebes zu vermeiden, schlingt Wöhrmeyer um die Formatzungen n endlose Siebbänder f, welche sich infolge des Saugerdruckes mit dem Sieb bewegen, von diesem mitgenommen werden und durch Führungen c, d wieder an die Zulaufstelle zurückgeführt werden. Die Führungen c, d sind auch durch Schrauben der Lage von n gemäss einstellbar. Nach unten ist der Sauger durch den Balken k, der sich an den Umfang von a und b anlegt, abgeschlossen. Aus den Löchern l wird das Wasser mittels der Rohre m abgesaugt.

Bei dem Sauger von Johann Kaubek nach D. R.-P. 114043 wird das Sieb ebenfalls durch Walzen getragen, die seitliche Abdichtung aber durch fortwährend mit Wasser getränkte Bürsten gebildet, welche das Sieb wenig anstrengen sollen. S. W. Shearer hingegen nimmt im amerik. Patent 644832 als seitliche Abdichtung Kautschukstreifen, ähnlich den oberhalb des Siebes laufenden Deckelriemen. Die seitlichen Kautschukstreifen bilden endlose Bänder, welche, über Walzen geleitet, die Bewegung des Siebes mitmachen.

In der prinzipiellen Anordnung erinnert der Sauger von D. N. Bertram in Edinburgh nach D. R.-P. 118308 ungemein an den hier ausführlicher beschriebenen von Wöhrmeyer. Doch gibt Bertram den im Sauger liegenden Stützwalzen des Siebes auch noch eine Längsbewegung nach ihrer Achse, um das Unrundwerden dieser Walzen zu verhüten, indem die Walzen in einen Rahmen gefasst werden, welcher durch einen Exzenter hin und her bewegt wird.

Statt der parallelopipedischen Saugkasten, schlägt J. W. Grant wieder einen Walzensauger vor8). Dieser ist im wesentlichen ein reich gelochter Zylinder h (Fig. 92), welcher auf Walzen g hängt, die nach unten durch die Walze e abgedichtet werden; seitlich tun dies Platten f. Aus dem solcherart unter dem Sieb gebildeten Raum i wird

8)

Vergl. D. p. J., 1898, 310, 111.