Text-Bild-Ansicht Band 318

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ihre Umfangsfläche gegen die Rolle r, sodass der den Kontakt j tragende Ring p unter Zusammendrücken der Feder w ausschwingt, und der Kontakt j in die Stellung Fig. 48 gelangt (also von dem Kontakt s abgehoben wird). Die beiden Kontakte bleiben nun solange ausser Berührung, bis der Ausschnitt der Nockenscheibe b wieder vor die Rolle r zu liegen kommt, und der gegabelte Zapfen n unter dem Einflüsse der gespannten Feder w den Ring p zurückdrückt.

Textabbildung Bd. 318, S. 621

Um die Stellung der Kontakte zu beobachten, und erforderlichenfalls den Kontakt s mittels der Stellschraube i in die richtige Lage einstellen zu können, ist im Gehäusedeckel eine verschliessbare Oeffnung a vorgesehen.

Das Fahrzeug kann auf guten Strassen bis über 50 km in der Stunde gesteigert werden, wobei der Benzinverbrauch für 40 bis 45 km 1 Liter beträgt. Demnach stellen sich die Betriebskosten für 100 km auf etwa 70 Pfennige.

Die Express – Fahrradwerke A.-G. in Neumarkt bei Nürnberg ordnen hinter einer Türe des Benzinbehälters zwei längliche, durch Marienglas verschlossene Schlitze an, um stets den Oel- bezw. Benzinvorrat kontrollieren zu können. An dem einen Schlitz befindet sich eine Skala, welche die für jede Oelung nötige Menge mittels eines Schwimmers anzeigt.

Das Oel befindet sich unter Luftdruck, wodurch es dem Motor schnell zugeführt wird. Sämtliche Drahtleitungensind verdeckt angeordnet, und doch leicht zugänglich, ebenso der Akkumulator und der Induktionsapparat. Zur stetigen Prüfung der noch vorhandenen Strommenge ist innerhalb des Behälters eine Normal-Glühlampe angeordnet, die durch einen Druckknopf eingeschaltet werden kann.

Der Antrieb geschieht mittels Riemen und Spannrolle, welche durch einen am Benzinbehälter einstellbaren Hebel angedrückt wird.

Durch diese Anordnung kommt das Antreten des Fahrzeuges in Fortfall, da der Motor bei gespanntem Riemen durch kurzes Anschieben des Rades in Gang gesetzt wird. Sobald Zündung erfolgt, wird die Spannrolle gelöst, sodass der Motor leer läuft. Zum Abfahren braucht dann nur der Riemen wieder gespannt zu werden. Das Auspuffventil, sowie das Ventil zur Regulierung des Gasgemisches werden durch einen gemeinsamen Hebel betätigt.

Die Ein- und Ausschaltung der Zündung geschieht mittels des Bremshebels. Der Motor entwickelt 1 ¾ PS, die Fahrgeschwindigkeit beträgt 40-45 km in der Stunde.

Die Presto-Werke Günther & Co. Kommandit-Gesellschaft in Leipzig verbinden die Riemenscheibe, um den Motor unabhängig vom Fahrzeug laufen lassen zu können, mittels Friktionskupplung mit der Motorachse. Die Betätigung der Kupplung erfolgt durch einen, am oberen Rahmenrohr gelagerten, einstellbaren Hebel.

Textabbildung Bd. 318, S. 621
Textabbildung Bd. 318, S. 621

Th. Schild & Co. in Madretsch-Biel (Schweiz) baut den 1 ¾ PS-Motor schräg in den Rahmen ein, sodass er mit dem Benzinbehälter fast den ganzen Rahmen ausfüllt (Fig. 49). Der Vergaser ist vorn in den Benzinbehälter eingebaut,