Text-Bild-Ansicht Band 318

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Jetzt haben wir aber die Achsgabeldrücke auch geändert und zwar haben wir für jede Lagerstelle

an der Kuppelachse

an der Triebachse

. .16).

und zwar gelten die positiven Vorzeichen, wenn die zugehörigen Kolben sich vorwärts bewegen und die negativen bei rückläufigen Kolben.

Eine geringe Aenderung der Achsdrücke ruft dann noch der Massendruck hervor und zwar wird auch dieser sich zur Hälfte durch die Kuppelstange übertragen, aber auch den Wert N ändern; eine weitere Aenderung ist ferner durch die Gegengewichte bedingt, die den Massendruck auszugleichen haben; sodann auch durch den Rollwiderstand, der jedochinfolge des grossen Raddurchmessers sehr klein ausfällt. Ihrer Kleinheit wegen können wir aber diese Kräfte vernachlässigen.

Als letzte der bei ruhiger Fahrt in Betracht kommenden Kräfte, ist noch der Druck gegen den Drehzapfen des Drehgestells zu erwähnen. Dieses gebraucht nämlich auch zu seiner Fortbewegung ohne Beschleunigung eine Kraft infolge der Reibung an den Lagerteilen und infolge der rollenden Reibung. Diese am Drehzapfen aufzuwendende Kraft beträgt bekanntlich

. . 17).

und liefert bezogen auf die Y-Achse das Moment

= h3 . x . . . 18).

(Fortsetzung folgt.)

Ueber Resonanzschwierigkeiten bei der drahtlosen Telegraphie.

Von Dr. A. Koepsel.

(Schluss von S. 627 d. Bd.)

Wenn nun auch, soweit mir bekannt, keine autentischen Beobachtungen über die Schwingungszahlen von geschlossenen Schwingungskreisen der Grössenordnung, wie sie für die drahtlose Telegraphie verwendet werden, vorliegen, so ist doch nach den beobachteten Resonanzwirkungen kaum anzunehmen, dass wirklich eine so geringe Schwingungszahl vorhanden ist, wie aus diesen Voraussetzungen hervorgeht. Wenn also das Experiment eine grössere Schwingungszahl ergibt, so könnte, wenn man von der eingangs erwähnten wahrscheinlichen Trägheit des Funkenwiderstandes absieht, daraus dreierlei geschlossen werden; entweder der Funkenwiderstand folgt einem anderen Gesetz, z.B. er ist der 3, 4, 5 oder einer noch höheren Wurzel aus der übergehenden Elektrizitätsmenge umgekehrt proportional, oder der ursprüngliche Widerstand ist bedeutend kleiner, als bisher angenommen wurde, oder beides. Schon die alleinige Annahme eines kleinen Funkenwiderstandes führt zu bedeutend günstigeren Resultaten. Betrachten wir z.B. wieder den Schwingungskreis mit den Konstanten

C = 2,7 . 10–18, L = 2,5 . 103

nehmen aber an, der Funken widerstand betrage für diese Kapazität nur

Ohm, also

r = 106

so ergibt sich

n = 3,7

Wir erhalten also schon beinahe vier vollständige Schwingungen; machen wir ferner noch die Annahme, dass der Funkenwiderstand umgekehrt proportional der vierten 1 Wurzel aus der übergehenden Elektrizitätsmenge ist, also

so ergibt sich n = 7,4, wir erhalten also schon sieben vollständige Schwingungen. Um zehn ganze Schwingungen zu erhalten, müsste L = 3 . 106 sein, d.h. die Wellenlänge 5363 m.

Aber selbst wenn sich der Funkenwiderstand als noch kleiner ergeben sollte, so würde man doch immer für möglichst gute Resonanz auf möglichst grosse Wellenlänge angewiesen sein.

Die Wichtigkeit einer experimentellen Untersuchung des Funkenwiderstandes und seiner Abhängigkeit von der Elektrizitätsmenge dürfte zur Genüge hierdurch begründet sein; wenn man bedenkt, dass die Bestätigung einer der beiden behandelten Voraussetzungen einer Unmöglichkeit der Abstimmung gleichkommen würde, wenigstens so lange manauf den Funken angewiesen ist, und die Beseitigung des Funkens oder eine wesentliche Verringerung seines Widerstandes müsste als das erstrebenswerteste Ziel der drahtlosen Telegraphie betrachtet werden. Die bisher unterschätzte Bedeutung des Funkenwiderstandes wird übrigens jedem sofort in die Augen springen, der einmal die kolossale Steigerung des Resonanzeffektes durch Einblasen von Luft in die Funkenstrecke beobachtet hat, und es hat hiernach den Anschein, als ob, abgesehen von anderen Effekten, durch eine derartige Beseitigung der Verbrennungsprodukte auch der Funkenwiderstand bedeutend verringert wird. Aber selbst wenn sich eines von den anderen angedeuteten Gesetzen und ein bedeutend kleinerer Funken widerstand ergeben sollte, so würde sich doch die Schwierigkeit einer guten Resonanz als bedeutend grösser herausstellen, als man bisher anzunehmen geneigt war.

Die Tatsache aber, dass bisher von keinem der bestehenden Systeme inbezug auf Abstimmung etwas Nennenswertes erreicht worden ist, legt die Vermutung nahe, dass der Grund hierin zu suchen ist.

Einen Aufschluss über diese Frage könnten nur sorgfältig angestellte Versuche mit rotierenden Spiegeln ergeben, und die hierauf verwendete Zeit und Mühe dürfte wichtige Schlussfolgerungen über Grosse und Aenderung des Funkenwiderstandes liefern, selbst wenn sich hierbei eine bedeutende Trägheit desselben ergeben sollte.

Noch eine andere sehr wichtige Erscheinung zeigt sich aber bei der Annahme eines mit der Zeit variablen Funkenwiderstandes. Es ist dies die Abhängigkeit der Schwingungsdauer von der Zeit.

Es ist bekanntlich:

ist nun r = r eat, so wird

Da nun diese Aenderung der Schwingungsdauer mit der Zeit nur in dem Schwingungskreise auftritt, welcher eine Funkenstrecke enthält, d.h. im Geberkreise, im Empfangskreise aber nicht, so käme eine neue Schwierigkeit für die Resonanz hinzu. Indessen ist diese Abweichung wenigstens für die Wellenzüge, deren Maximalamplitude nicht kleiner als

ihres Anfangswertes ist, belanglos, denn da für diese