Text-Bild-Ansicht Band 318

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Die Bewegungen des Motors werden mittels Kette auf das Schwungrad, und die Kraft, wie allgemein üblich, durch Riemen auf das Hinterrad übertragen. Das. Gewicht dieses Fahrzeuges beträgt nur 26-29 kg.

Eine weitere Neuheit, welche zwar keinen ästhetischen, aber praktischen Vorteil hat, besteht im Bau der Hinterradgabeln. Bei den bisher bekannten Ausführungen wurde der eine Schenkel der Hinterradgabel, um Platz für den Antriebsriemen zu gewinnen, entweder –förmig seitlich abgebogen und dann in gerader Richtung bis zu dem entsprechend verlängerten Lager fortgeführt oder aber –förmig gekröpft, sodass der Schenkel die Riemenscheibe umfasst. Diese Anordnungen haben insofern Nachteile, als sich bei der ersteren eine verhältnisinässig lange Radnabe und somit eine geringere Festigkeit für die Hinterradlagerung ergibt, während bei der zweiten das Einsetzen und Abnehmen des Hinterrades durch Entfernen der Riemenscheibe unbequem und zeitraubend ist. Fig. 65 zeigt die neue Anordnung, bei welcher nach D. R. G. M. No. 195649 die Gabelschenkel so ausgebogen sind, dass sie von der Lagerstelle des Hinterrades ab in an sich gerader, zur Ebene des Rades c jedoch geneigter Richtung bis zu dem durch den Riemenscheibenkranz d bedingten Abstand geführt und dann bei a und b so gebogen sind, dass sich ein Zwischenraum ergibt, der gerade noch hinreicht, um den Riemenscheibenkranz hindurchzuführen.

Textabbildung Bd. 318, S. 649

Ein Uebelstand, der allen Motorfahrzeugen anhaftet, ist der, dass die Riemen- bezw. Schnurlauffelge an den Speichen des Laufrades befestigt ist, wodurch die Festigkeit des Rades ausserordentlich beeinträchtigt wird. Um dieses zu beseitigen,ordnen die Schweinfurter Präzisionskugellager-Werke, Fichtel u. Sachs in Schweinfurt a. M. nach ihrem D. R. G. M. No. 194013 auf der Nabe besondere Flansche für die Speichen der Schnurlauffelge an, sodass diese selbständig gespannt werden kann, wodurch eine gute Festigkeit des ganzen Rades erzielt wird.

Wie Fig. 66 zeigt, dienen die Speichen a zum Spannen der Laufradfelge, während die Speichen b zum Spannen der Riemen- bezw. Schnurlauffelge benutzt werden.

Möldner und Skreta in Reichenberg (Böhmen) verwenden an Stelle des Riemen- oder Riemenschnurantriebes die sonst zum Antreten des Fahrzeuges übliche Kette (Fig. 67).

Textabbildung Bd. 318, S. 649

Zu diesem Zwecke sitzt auf der Tretkurbelachse ein Zahnrad, mit dem ein kleiner Kettenkranz parallel verbunden ist. Beim Antreten wird also nicht nur, wie allgemein üblich, das Hinterrad angetrieben und durch dieses wiederum der Motor angelassen, sondern das auf der Tretkurbelachse sitzende Zahnrad greift in ein kleineres, das auf der Motorwelle sitzt, ein, und da mit ersterem der erwähnte Kettenkranz verbunden ist, so wird auch zugleich das Hinterrad angetrieben.

Sobald der Motor läuft, dreht sich durch dessen Kraft das grosse Zahnrad schneller, als die Tretkurbeln, sodass diese durch die Freilaufeinrichtung selbsttätig ausgeschaltet werden.

Die magnet-elektrische Zündung (System Bosch) befindet sich in einem Teil des Benzinbehälters, und wird mittels Kegelräder vom Motor aus angetrieben.

Textabbildung Bd. 318, S. 649

Auch hier sind die Ventilkammern, wie bei dem F.-N.-Motor S. 620, längs des Motors angeordnet. Letzterer wird nur mittels des Bremshebels betätigt und zwar tritt, wenn derselbe in seiner tiefsten Lage steht, Vorzündung ein, während