Text-Bild-Ansicht Band 318

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der Geschicklichkeit und Aufmerksamkeit des die Anlage bezw. den Ventilator derselben bedienenden Arbeiters abhängig ist. Das Anlassen des Motors geht auf diese Weise glatter und sicherer von statten, als wenn mit dem Ventilator die Kohlenschicht im Generator glühend geblasen wird. Bei grösseren Anlagen, wo gewissenhafte Maschinisten zur Verfügung stehen und ferner der zum Anblasen dienende Ventilator durch einen besonderen Motor angetrieben wird, kann das genannte Hilfsventil in Wegfall kommen. Was den Motor im übrigen anbetrifft, so ist der mit Kühlmantel versehene Arbeitszylinder desselben in seiner ganzen Länge unterstützt. Die eigentliche Lauf büchse ist auswechselbar und aus einem besonders geeigneten Material hergestellt. Arbeitskolben und Schubstange sind sehr lang gehalten; letztere entspricht der sechsfachen Länge des Kurbelarmes. Zum Antreiben der Steuer welle dienen Schraubenräder, die in. einem Oelbade laufen. Die Lager der Kurbelwie auch der Steuerwelle haben Ringschmierung.

Die Steuerung sämtlicher Ventile erfolgt zwangläufig in der Weise, dass sie durch unrunde Scheiben der Steuerwelle geöffnet, durch Federdruck geschlossen werden.

Die Regelung der Geschwindigkeit geschieht durch Aussetzen von Ladungen.

Fig. 21 zeigt die zum Motor gehörige Sauggasanlage. Der mit Doppelverschluss versehene Generator A ist mit einem starken Chamottemauerwerk ausgefüttert und in seinem oberen Teile, der den Kohlenvorrat für etwa fünfstündigen Betrieb – bei voller Belastung – enthält, gegen Wärmeausstrahlung mittels Kieselguhr isoliert; er besitzt eine durch IX R, G. M. geschützte Einrichtung, die, um Schlacken auch während des Betriebes abstossen zu können, das Einführen einer Schürstange von oben gestattet. Die losgestossenen Schlacken können durch eine besondere Tür oder durch den zum Umklappen eingerichteten Host aus dem Generator entfernt werden.

Die erzeugten Gase verlassen den Generator durch ein im Oberteil desselben angebrachtes Rohr und treten dann in den Verdampfer B, der, im Gegensatz zu anderen derartigen Apparaten, ohne eigentlichen Wasserraum ausgeführt ist. Er besteht aus zweckmässig geformten, durch die abziehenden Gase beheizten Flächen, auf welche eine der jeweiligen Belastung des Motors entsprechende und zu dem Zwecke durch einen unter dem Einflüsse der Saugwirkung des Motors stehenden Apparat abgemessene Wassermenge aufgespritzt wird. Auf diese Weise wird die Wärme äusserst vorteilhaft zur Dampfbildung ausgenützt und es bleibt die unter den Rost geführte Dampfmenge in bezug auf die angesaugte Luftmenge stets die gleiche – der Beharrungszustand des Generators somit bei allen Belastungen ein normaler.

Die Konstruktion des nach Lösen einiger Schrauben leicht zerlegbaren, demnach auch bequem zu reinigenden Verdampfers gestattet jedem Einzelteile desselben eine den aufeinander folgenden Erwärmungen und Abkühlungen entsprechende freie Bewegung. Den

Textabbildung Bd. 318, S. 741