Text-Bild-Ansicht Band 318

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Statt des einfachen Umgusses um Wellenlängen oder an Wellen die gerissen sind, lässt sich in vielen Fällen auch der sogenannte Zwischen- und Umguss anwenden. Hierbei werden die Wellenenden mit einem Zwischenraum von 10-20 mm festgelegt und hierauf eine entsprechende Form angebracht. Der Vorteil dieses Verfahrens besteht darin, dass die Verbindung eine innigere wird, da durch das durchströmende Thermiteisen ein Teil der Wellenenden aufgelöst wird und dadurch die Enden mit dem Zwischenguss verschmelzen (Fig. 12). In dem Falle braucht der Thermiteisenring nicht 100 mm lang zu sein; es genügt dann eine Länge von 50-60 mm gemäss Tabelle 5.

Textabbildung Bd. 318, S. 757

Tabelle 5.

Zwischen- und Umguss für zu verschweissende Wellen.

Durchmesser
der Welle

mm
Zwischenraum
zwischen den
Wellenenden
mm
Form-
länge

mm
Dicke des
Umgusses

mm
Anzuwenden-
des Thermit

kg
40 10 50 15 5,000
50 10 50 18 5,500
60 10 50 19 7,250
70 10 50 21 8,000
75 10 50 22 9,250
80 10 50 25 10,500
100 15 50 25 15,000
110 15 50 25 18,500
160 15 50 25 27,000
200 20 60 30 36,000
225 20 60 30 46,000
250 20 60 30 60,000
300 20 60 35 85,000

Des vorbeschriebenen Zwischen- und Umgussverfahrens bedient man sich auch zum Verschweissen von Gusseisenteilen beliebigen Querschnittes (s. Fig. 13a u. 13b).

Die dritte eingangs erwähnte Anwendungsart der Aluminothermie kommt ganz besonders für Eisen- und Stahlgüsse in Betracht. Die Ausarbeitung dieses Gebietes stammt von meinem Mitarbeiter, Herrn Oberingenieur Mathesius.

Nach dem diesem Verfahren eigentümlichen Prinzipe wird das Thermit unter der Oberfläche des Metallbades zur Reaktion gebracht, an einer Stelle innerhalb des Bades selbst demnach eine hohe Temperatur erzeugt und das Thermiteisen im Augenblicke des Entstehens zugeführt. Zu diesem Zweckewird das Thermit in eine Blechbüchse gefüllt, welche an einer Eisenstange befestigt ist; mit deren Hilfe wird die Büchse in das flüssige Metall untergetaucht gehalten. Aus den hier gegebenen Abbildungen ist näheres zu erkennen (Fig. 14).

Textabbildung Bd. 318, S. 757

In erster Linie wird diese Reaktion in Pfannen mit geschmolzenem Gusseisen ausgeführt. In diesen Fällen wird nicht gewöhnliches Thermit verwendet, sondern ein solches, welches eine Legierung von Eisen mit Titan ausscheidet, sodass in das Gasseisen etwas Titan in statu nascendi eingeführt wird. Der Verfasser hat dieses Titanthermit (besser gesagt Ferrotitanthermit) früher direkt auf die Oberfläche des flüssigen Gusseisens gebracht; es gibt dies auch gute Ergebnisse, aber diese neue Anwendung, es unter die Badoberfläche zu bringen, ist zuverlässiger und auch ökonomischer, weil man mit geringeren Mengen auskommt. Dass das Thermit wirklich derartig abbrennt, ohne dass unverbrannte Teilchen an die Oberfläche kommen, findet dadurch seine Erklärung, dass die Schlacke, die sich während der Reaktion bildet, die noch unverbrannten Teilchen einhüllt und so am Eisenstab gewissermassen anklebt. Die Blechbüchse selbst wird fast unmittelbar aufgelöst und dient lediglich als Mittel das Thermit, bevor es zur Reaktion im Metallbad kommt, zusammenzuhalten; darnach ist es die einhüllende, während des Abbrennens sich ständig verringernde Schlackenhülle selbst, welche den Zusammenhang vermittelt. Die Reaktion im Gusseisenbade dauert nur 1-2 Minuten und bewirkt eine vollständige Durchwühlung des ganzen Bades. Hierdurch wird eine Art Polung des Gusseisens herbeigeführt, Gase und Schlackenteile werden in die Höhe getrieben, sodass das Eisen dünnflüssiger wird und somit höher erhitzt erscheint. Die tatsächliche Wärmezunahme ist natürlich nur gering, da je nach der Grösse der Pfanne von 200 Kilo bis zu mehreren tausend Kilo Gewicht nur ¼ bis 1/16 v. H. Titanthermit angewendet wird. Das Einführen von Titan geschieht deswegen,