Text-Bild-Ansicht Band 318

Bild:
<< vorherige Seite

frei auf Rollen r. Die Scheibe d ist an ihrem Umfang mit Einkerbungen versehen, in welche die Sperrklinke c eingreift. Diese wird durch Federdruck mit d in Eingriff gehalten, kann jedoch jederzeit mittels Drahtzuges (Fig. 129) vom Sitz aus ausgelöst werden. Bei eingeschalteter Sperrklinke ist die Bremsscheibe in ihrer Drehung gehindert, wodurch sich die Rollen des Freilaufgesperres auslösen und somit das Kettenrad freigeben.

Tritt der Fahrer rückwärts, so stossen die Rollen a gegen die jetzt festgehaltene Scheibe d und pressen diese gegen die sich mit der Nabe drehende Scheibe e, wodurch Bremsung erzeugt wird.

Bei hochgezogener Sperrklinke tritt sofort wieder eine starre Verkupplung zwischen Kettenrad und Nabe ein.

Bei der Freilaufnabe der Schweinfurter Präzisionskugellagerwerke von Fichtel und Sachs in Schweinfurt a. M. kommt die Sperrklinke in Fortfall, der Freilauf wird lediglich durch Anhalten der Tretkurbeln erzielt. Beim Vorwärtstreten presst sich der Reibungsring a (Fig. 130 und 131) durch Aufsteigen seiner seitlichen Verzahnungen auf die gleichartige Gegenverzahnung des Kettenkranzes b, mit seiner konischen Bohrung auf die gleichfalls konische Reibfläche der Innenhülse g und kuppelt somit das Kettenrad mit der Nabe. Beim Anhalten der Tretkurbeln löst sich diese Kupplung sofort und lässt das Kettenrad b auf seiner unterliegenden Kugelreihe c frei laufen, indem die seitliche Verzahnung des Kranzes b den oben erwähnten Reibungsring a nach rechts bewegt. Hierdurch wird zugleich der Reibungskamm h infolge Aufsteigen seiner Spiralflächen auf die Gegenflächen des Reibungsringes a nach links gedrängt, und dadurch der in der Bremstrommel f liegende konische Bremsring e gegen die Wandung der Trommel f gepresst. Der Bremsring wird hierzu mittels eines am Fahrradrahmen befestigten Hebels d an seiner Drehung verhindert, während sich die Bremstrommel f mit der Nabe dreht. Beim Vorwärtstreten schaltet sich die Bremse sofort selbsttätig aus.

Textabbildung Bd. 318, S. 792

Bei dem verhältnismässig grossen Durchmesser der aussenliegenden Bremstrommel ist Warmlaufen der Bremse dadurch ausgeschlossen, dass die Trommel der vorbeistreichenden Luft genügend Kühlfläche bietet.

Sehr grosse Aehnlichkeit mit dieser Einrichtung hat die Morrow-Nabe (Fig. 132), in der die einzelnen Teile wie in Fig. 130 bezeichnet sind.

Bei der Freilaufeinrichtung der Forsyt Mfg. Co. in Buffalo, N. Y., ist die äussere Gestalt der gewöhnlichen Nabe vollständig gewahrt und die innere Einrichtung eine sehr einfache. Wie Fig. 133 zeigt, ist mit dem Kettenrad 14 die mit Schraubengängen versehene Hülse 13 fest verbunden, auf welcher sich der Kupplungsring 11 bewegt.

Beim Vorwärtstreten tritt dieser Ring 11 sofort in die mit der Nabe 1 verschraubte konische Büchse 10 hinein, wodurch das Kettenrad 14 mit der Nabe 1 verkuppelt wird.

Beim Anhalten der Kurbeln entkuppelt sich der Ring 11 von der Büchse 10 dadurch, dass er sich nach links dreht; das Kettenrad 14, die Hülse IS, sowie der Kupplungsring 11 stehen jetzt still, während sich die Nabe, und mit ihr das Rad, frei dreht. Wird nun Gegendruck auf die Kurbeln ausgeübt, so drängt sich der Kupplungsring 11 in die konische Vertiefung des Bremskegels 5 hinein und presst ihn gegen die Bremsfläche 4. Sofort nach Einstellen des Gegendruckes gleitet durch die Drehung der Hülse 13 der Ring 11 nachrechts und gibt den Bremskegel frei, welcher dann durch Feder 17 von der Bremsfläche 4 abgedrängt und durch den auf der Radachse sitzenden Bund 12 in seiner Freilage gehalten wird.

Fig. 134 gibt die unter dem Namen „New-Departure“ bekannte Freilaufeinrichtung (D. R.-P. 99728). Ihre Wirkungsweise dürfte aus der Abbildung ohne weiteres ersichtlich sein. Der Freilauf (rechts) ist der allgemein übliche. Die Bremsvorrichtung (links) wird durch die auf der Achse in der Längsrichtung verschiebbare Hülse a betätigt.

Die Bismarck – Fahrradwerke G. m. b. H. in Bergerhof (Rheinland) bringen einen Freilaufmechanismus (D. R.-P. 134215) in den Verkehr, dessen Neuerung hauptsächlich darin besteht, dass die Bremsscheibe mit der feststehenden Radachse durch ein einseitiges Gesperre verbunden und auf diesem achsial verschiebbar gelagert ist. Ausserdem ist nach Fig. 135 auf der Nabe der Laufring 3 befestigt, auf dem der Zahnkranz 5 mit Freilaufrollen 4 derart angeordnet ist, dass er sich bei Vorwärtsbewegung der Tretkurbeln mit der Nabe kuppelt. Dieser Zahnkranz ist mit einem Ringrand 1 versehen und bildet mit dem eingeschraubten Deckel 9 ein geschlossenes Gehäuse, durch welche die Achse hindurchreicht. In diesem Gehäuse ist auf der Gegenmutter 6 ein Ring 7 aus Vulkanfiber befestigt, und zwischen diesem und der Ringscheibe 9 eine mit Rollen m (siehe auch Fig. 136) versehene Scheibe 8 in der Längsrichtung der Achse verschiebbar angeordnet. Diese Laufrollen m sind in schräg nach aussen begrenzten Ausschnitten n der Scheibe 8 geführt und zwar derart, dass sich letztere bei der Vorwärtsbewegung des Kettenrades festläuft, beim Anhalten desselben sich aber frei auf der Achse dreht. Zwecks Bremseinrichtung sind in einer Laufrinne der Ringscheibe 9 Kugeln p eingelegt (siehe auch Fig. 137), die auf schräg ansteigenden Ausfräsungen q der Scheibe 8 laufen. Diese Kugeln liegen nun beim Vorwärtsbewegen oder Anhalten der Kurbeln in den tiefsten Stellen der Ausfräsungen, werden jedoch beim Rückwärtsbewegen der Kurbeln an das andere Ende geführt, wodurch die Scheibe 8 achsial verschoben, und gegen den sich mit der Nabe drehenden Vulkanfiberring 7 gepresst wird.

Diese letzteren Einrichtungen sind zur Zeit die gebräuchlichsten, doch sollen im folgenden noch einige andere Anordnungen besprochen werden.

Textabbildung Bd. 318, S. 792

G. H. Cheney in Rochester (V. St. A.) ordnet nach seinem D. R.-P. 134889 auf der Kettenradnabe a (Fig. 138 bis 140) die verschiebbare Schraubenmutter b an. Dieselbe dient zum Antrieb einer aus zwei Reibungskegeln c und d bestehenden Kupplung, die sich gegen die Einschnürung e der Nabe z legt und so das Rad mitnimmt, während sich beim Bremsen der Kegel d gegen das eine Ende der Nabe, und der Kegel c gegen einen Ring (Fig. 141) von seitlich verschiebbaren Bremsklötzen m, n, o, p legt und diese gegen die Bremsfläche r presst. Die Bremsklötze, die einen zylindrischen Teil des Kupplungskegels c umschliessen, sind mit einer Lippe f versehen, welche durch die Wirkung eines die Bremsklötze zusammenhaltenden, federnden Ringes g immer in leichter Berührung mit dem Kupplungskegel c gehalten wird, um auf diese Weise ein Drehen desselben zu verhindern. Die Wirkung ist folgende:

Wird der Kupplungskegel c gegen die schräge Fläche r der Bremsklötze m-p gepresst, so werden die letzteren nach aussen gegen den Reibungsring q bewegt. Hierbei überwindet der Druck des Kegels c den der Feder g und das Nachaussengehen der Bremsklötze wird dadurch gefördert, dass sie gegen die geneigte Fläche s der Kappe t gepresst