Text-Bild-Ansicht Band 318

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Hinterradnabe zeigt Fig. 144. Die Gesperrollen g1 wirken in der gleichen Weise wie die üblichen Freilaufklemmrollen, während beim Gegentreten die Gesperrollen g2 in Wirkung kommen. Die Gesperrkugeln g3 wirken gegen den feststehenden Lagerkegel auf der Achse und verhindern die Rückwärtsbewegung des Führungsringes r.

Textabbildung Bd. 318, S. 794

Erfolgt nun durch kurze Rückwärtsbewegung der Tretkurbeln eine geringe Rückwärtsdrehung des Kettenkranzes k, so werden die Klemmrollen g2, welche durch den stillstehenden Ring r gegen Rückwärtsbewegung gesperrt sind, in einen zwischen dem Kettenkranz k und dem Nabenringe gebildeten Hohlraum von keilförmigem Querschnitt gepresst. Der Kettenkranz erhält durch die Nabe n eine Vorwärtsdrehung, welche sich auf die Tretkurbeln überträgt, wobei ein stetes Gegentreten ermöglicht wird. Um beim Beginn des Vorwärtstretens zu bewirken, dass die Rollen g2 tunlichst schnell aus der Spitze des keilförmigen Hohlraumes in den weiteren Teil desselben gelangen und in diesem verharren, ist am Kettenkranz eine Feder angebracht, welche bestrebt ist, den Ring r nach rückwärts zu ziehen.

Textabbildung Bd. 318, S. 794

Ausser diesen Einrichtungen bestehen noch solche, bei denen die Verkupplung des Zahnkranzes mit der Nabe dadurch stattfindet, dass beide mit Gewinde versehen sind, wodurch sich der Kettenkranz beim Vorwärtstreten gegen einen Bund der Nabe presst und so diese mitnimmt. Beim Gegentreten jedoch entfernt sich der Kettenkranz von diesem Bunde und gibt die Nabe frei. Diese Einrichtungen haben den Nachteil, dass sich in die nun blosgelegten Gewindegänge, besonders beim Befahren schmutziger Strassen, Unreinigkeitenansammeln. Diese werden nun, sobald die Tretkurbeln wieder im antreibenden Sinne gedreht werden, zwischen Bund und Kettenkranz gepresst, wodurch nicht nur grosse Abnützung der einzelnen Teile stattfindet, sondern auch das Auskuppeln erschwert wird.

Textabbildung Bd. 318, S. 794

Diesem abzuhelfen, ordnet A. Morgan in Linton (England) nach seinem D. R.-P. 128235, statt des durchgehenden Gewindeganges einen solchen aus einer Anzahl kurzer Gewindeteile c bestehenden an (Fig. 145), die in der Gangrichtung einen möglichst grossen Raum zwischen sich belassen. Hierdurch wird der Schmutz, sobald der Kettenkranz d mit der Nabe b gekuppelt wird, auch mehr oder weniger mit ersteren herumgedreht und durch die Gewindezähne c derart zerschnitten und aufgelockert, dass er grösstenteils schon vor dem Gewinde herabfällt, also ehe der Kettenkranz mit der Nabe gekuppelt ist.

Um auch den Ungeübten in die Lage zu setzen, gleich ein Fahrrad mit Freilaufeinrichtung zu benutzen, haben Fichtel und Sachs eine Einrichtung getroffen, um den Freilauf samt der Bremse zeitweilig ausser Tätigkeit zu setzen, sodass das Fahrrad genau wie ein solches mit fester Nabe wirkt. Der Anfänger ist also somit in der Lage, sich allmählich mit dem Freilauffahren vertraut zu machen.

Ausserdem hat diese Einrichtung den Vorteil, dass bei Unbrauchbarkeit eines Pedales durch Sturz usw. nach Abstellung des Freilaufes das Fahrrad mit dem noch verbleibenden Pedal weiter gefahren werden kann, während bei der nichtausschaltbaren Freilaufeinrichtung infolge des toten Punktes niemals mit einem Pedal gefahren werden kann.

Textabbildung Bd. 318, S. 794

Das Ein- und Ausrücken des Freilaufes, der, wie Fig. 147 zeigt, sich von demjenigen Fig. 130 und 131 nur durch den Ausschalthebel unterscheidet, geschieht, während das Rad ruht, durch Rechts- oder Linksdrehen des Knopfes u (Fig. 146 und 147), wodurch der Sperrzahn q entweder in den Hebel p hineintritt und dadurch den Freilauf samt Bremse ausschaltet, oder aber er tritt, wie in der Figur dargestellt ist, aus dem Hebel p heraus und kuppelt den Freilauf.

Textabbildung Bd. 318, S. 794

Um diese Tätigkeit auch wärend der Fahrt ausführen zu können, wird an der in t drehbaren Scheibe r ein kleiner Hebel (Fig. 147) angebracht, welcher durch eine Zugvorrichtung mit einem am oberen Rahmenrohr gelagerten Schalthebel in Verbindung steht.

(Fortsetzung folgt.)