Text-Bild-Ansicht Band 322

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Für die sphärische Kerze kann man bei der Magnetitlampe ohne Berücksichtigung der Vorschaltwiderstände etwa mit 0,5–0,6 Watt rechnen. Bei Benutzung eines Reflektors wird man bequem auf der unteren Halbkugel 0,4 Watt f. d. hemisphärische Kerze erreichen können, was eher noch zu hoch als zu niedrig sein wird, denn bei einer Wechselstrombogenlampe mit ungetränkten Kohlen ergaben sich

bei 10 Amp. ohne Reflektor 275 Kerzen sphärisch,
bei 10 Amp. mit 498 hemisphärisch3),

im letzteren Falle also fast doppelt so viel Kerzen hemisphärisch, als vorher sphärisch.

Die Lichtverteilungskurve der Magnetitbogenlampe weicht von der der anderen Bogenlampentypen wesentlich ab. Das Intensitätsmaximum liegt in der Horizontalen, während es bei der gewöhnlichen Bogenlampe bei etwa 40–45°, bei der Dauerlampe bei etwa 30–40° unter der Horizontalen, bei der Flammenbogenlampe mit übereinander angeordneten Kohlen auch unterhalb der Horizontalen und bei Anordnung der Kohlen nebeneinander direkt unter der Lampe liegt. Die Lichtverteilung hat Aehnlichkeit mit der der Gasglühlichtbrenner, bei denen das Intensitätsmaximum auch in der Horizontalen auftritt. Die große Lichtintensität in der Nähe der Horizontalen fällt für die weiter von der Lampe entfernten Stellen günstig ins Gewicht.

Abbrand der Kathode

Die folgende Tabelle enthält Angaben über den erzielten Abbrand und zwar von Magnetitelektroden ohne Titanzusatz und solchen mit 30 v. H. Titanoxydgehalt.


Material

Brenndauer
Min.

Amp.

Abbrand
g
Verbrauch f. d.
Amp. i. d. Std.
mg
Fe3O4 ohne Zus. 80 9,4 2,74 219
60 8,7 2,22 555
8,25 2,05 248
7,0 1,37 195
6,0 0,93 155
Fe3O4 mit 30 v. H.
TiO2


9,75

3,44

351
9,0 2,8 311
8,0 2,16 270
6,0 1,38 230
6,0 1,33 222

Die Werte der Tabelle zeigen, daß die Elektroden mit 30 v. H. Zusatz etwas schneller abbrennen, als die reinen Magnetitelektroden. In Millimetern beträgt der Abbrand einer Elektrode mit 30 v. H. Zusatz bei 6 Amp. etwa 1,05 mm, bei 8 Amp. etwa 1,65 mm, bei 9 Amp. 2,14 mm f. d. Stunde.

Die Kosten der Magnetitelektroden.

Die Magnetitlampe besitzt weder einen Kohlekrater der durch eine zu starke Elektrode verdeckt werden könnte noch ist eine lichtausstrahlende Elektrodenspitze vorhanden, deren Ausstrahlung bei schwächerer Dimensionierung der Elektrode größer werden würde. Die Elektrodendimensionen haben also auf die Lichtausbeute nur einen geringen Einfluß, zumal die maximale Lichtintensität in der Wagerechten ist und daher von der unten angeordneten Kathode nur Strahlen der geringsten Intensität aufgefangen werden. Aus diesen Gründen ist es empfehlenswert, nur eine einzige Elektrodenstärke von etwa 15 mm Durchm. für alle Stromstärken bis 9 Amp. zu verwenden. Rechnet man mit derartigen Elektroden, nimmt man eine Stiftlänge von 250 mm an, das Füllmaterial der Eisenröhren von 14 mm 1. W. und ½ mm Wandstärke bestehend aus 70 v. H. Magnetit und 30 v. H. Rutil, so ergibt sich für die Elektrodenkosten folgendes:

Es kosten nach der Preisliste von E. de Haën, Seelze bei Hannover

100 kg technischer Magnetit 180,– M.
100 Rutil 210,–

1 m Präzisionsrohr von 14 mm 1. W. und ½ mm Wandstärke der Mannesmannröhrenwerke kostet 1,06 M.

Eine Elektrode von 250 mm Länge wiegt etwa 200 g, davon entfallen

auf die Eisenhülse etwa 48 g
den Magnetit 106
das Titanoxyd 46

Die Kosten für das Rohmaterial sind demnach f. d. Elektrode folgende:

eine Eisenhülse von 250 mm Länge 0,265 M.
107 g Magnit 0,191
46 g Titanoxyd 0,097
––––––––––
0,553 M.

Nach Angaben von Gebr. Siemens & Co. werden zum Schmelzen von 50 kg Elektrodenmaterial im elektrischen Ofen etwa 25 KW./Std. benötigt. Die Stromkosten für das Schmelzen von 50 kg ergeben sich hiernach bei einem Selbstkostenpreise von 12 Pfg. für die Kilowattstunde mit 25 × 0,12 = 3,00 M., also für eine Elektrode mit

.

Hierzu kommen die Kosten für das Bedienungspersonal. Erfolgt das Schmelzen mit 500 Amp. bei 40 Volt, so werden zum Schmelzen etwa 1¼ Stunden gebraucht. Dem entsprechend sind an Arbeitslohn bei einem Stundenlohn von 50 Pfg. für das Schmelzen 62,5 Pfg. also f. d. Elektrode 62,5 . 0,152 = 0,19 Pfg. zu rechnen.

Für die Tonne zu schmelzendes Elektrodenmaterial sind ferner etwa 20 M. für Verbrauch an Schmelzelektroden anzusetzen, für 50 kg also

,

d. Elektrode demnach

.

Excl. Verzinsung, Amortisation und Reparatur der Anlage ergibt sich demnach für die einzelnen Kostenbeträge einer Elektrode

Rohmaterial 55,3 Pfg.
Strom 0,91
Bedienung 0,19
Verbrauch an Schmelzelektroden 0,304
–––––––––––
Summa: 56,704 Pfg.

Den Verkaufspreis einer derartigen Elektrode wird man mit etwa 65 Pfg. rechnen können.

Von allen Lampentypen sind die Magnetitbogenlampe und die Dauerbrandlampe insofern einander am ähnlichsten, als sie beide mit hoher Lichtbogenspannung brennen, also beides Hochspannungslampen sind, ferner infolge der langen Brenndauer der Elektroden geringe Bedienungskosten verursachen und die gleichmäßigste Bodenbeleuchtung erzeugen.

Die Regulierung des Elektrodennachschubes braucht infolge des geringen Abbrandes nur in größeren Pausen

3)

Herzog & Feldmann, Handbuch d. El. Bel., II. Aufl. 1901, S. 94.