Text-Bild-Ansicht Band 322

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Die Konstante b ist in beiden Fällen ziemlich gleich, obwohl die Härte verschieden ist, was ja auch ein Zufall sein kann. Sie wächst rasch mit dem Kugeldurchmesser, jedenfalls rascher als die zweite Potenz desselben. Die Konstante a, welche also die Härte darstellen sollte, ist in der ersten Reihe so gut wie unabhängig vom Kugeldurchmesser, im zweiten Falle nimmt sie deutlich aber langsam mit wachsendem Durchmesser ab. Dies tritt auch deutlich in den Kurven zum Vorschein; in Fig. 1 sind sie nahezu parallel, in Fig. 2 nicht. Auch bei der dritten Platte, die weicher war als die zweite, tritt diese Erscheinung deutlich zu Tage. Hier sind einerseits die mit 5 und 10, andererseits die mit 15 und 20 mm-Kugeln erhaltenen Kurven parallel. Daß es alle nicht sind, beruht wohl auf Ungleichmäßigkeit der Platte. Von einer Beziehung H3√D , wie sie Auerbach bei seinen Versuchen gefunden hat, ist also hier in Uebereinstimmung mit den späteren Versuchen von Föppl keine Rede. Je weicher das Material desto weniger hängt die Härte von dem Kugeldurchmesser ab.

Es ist aber auch möglich, daß der geradlinige Verlauf der Kurve nur in erster Annäherung gilt. Betrachtet man nämlich in den Tabellen die Größe

, so sieht man, daß sie, abgesehen von den unregelmäßigen Schwankungen bei größeren P doch deutlich abnimmt. Hiernach würde der Verlauf in der Wirklichkeit etwas komplizierter sein, indem die Kurve zuerst langsam, dann schnell und dann wieder langsamer steigt, um schließlich möglicherweise, da die Größe
ziemlich konstant bleibt, in eine Gerade überzugehen, die durch den Nullpunkt selbst geht. Man hätte dann die Härte nicht durch die Konstante a, sondern durch den Einheitsdruck
selbst zu definieren, wie es auch Auerbach und Föppl getan haben. Für die so definierte Härte gilt natürlich dasselbe, was oben von der Konstante a gesagt wurde.

Eine Beziehung zwischen Härte und Kugeldurchmesser, die von den Eigenschaften des Stoffes unabhängig wäre, scheint also nicht vorhanden zu sein. Dagegen geht aus den Versuchen deutlich hervor, daß diese Abhängigkeit desto unmerkbarer wird, je weicher das Material ist. Bei ganz plastischen Stoffen, wie beispielsweise Kupfer und Blei würde vermutlich die nach der Brinellschen Methode bestimmte Härte sich von dem Kugeldurchmesser ganz unabhängig erweisen.

Die Entwicklung der Steinkohlengaserzeuger für den Hüttenbetrieb.

Von Ingenieur Gille.

(Fortsetzung von S. 22 d. Bd.)

Als guter Gaserzeuger wird mit Recht der Hochofen angesehen, und es hat auch nicht an Versuchen gefehlt, die Form und Betriebsweise desselben auf den Steinkohlengaserzeuger zu übertragen, indem die Luft durch eine Anzahl auf dem Umfang des Schachtes verteilte Düsen eingeblasen und die Schlacke durch Zuschlag von Kalkstein verflüssigt wurde. Es zeigte sich jedoch, das die Ausmauerung von der flüssigen Schlacke stark angegriffen wurde, ein Uebelstand, dem durch Verwendung geeigneter Steine und durch gute Kühlung abzuhelfen gewesen wäre. Ein größeres Hindernis für diese Betriebsweise bildeten aber die im Vergleich zu anderen Gaserzeugern höheren Erzeugungskosten des Gases, welche teilweise durch die infolge der Flüssigmachung der Schlacke herbeigeführten größeren Wärmeverluste, teilweise durch den Kalksteinzuschlag verursacht wurden und welche durch die vollständige Ausnutzung des Brennstoffs und die einfachere Bedienung nicht aufgewogen werden konnten. Bei der Mischgaserzeugung überdies würde wohl auch die Temperatur im Generator nicht hoch genug sein, um die Schlacke in den flüssigen Zustand überzuführen.

Textabbildung Bd. 322, S. 37

Gleichwohl ist die Hochofenform des Gaserzeugers erhalten geblieben, wie aus Fig. 14 und 15 ersichtlich. Diese Gaserzeuger, besonders in der letzteren Ausführungsform, haben hauptsächlich auf oberschlesischen Hüttenwerken Eingang gefunden. Sie sind für die Vergasung nicht backender Kohle vorzüglich geeignet, Bei dem Generator (Fig. 14) wird das Luftdampfgemisch durch vier wassergekühlte Formen, welche ein wenig in den Schacht hineinreichen, eingeblasen. Die Asche wird durch mehrere unterhalb der Düsen befindliche und durch Türen verschließbare Oeffnungen entfernt. Zur Erleichterung des Ascheziehens ist der Boden kegelförmig ausgebildet.

Textabbildung Bd. 322, S. 37

Der in Fig. 15 dargestellte Gaserzeuger unterscheidet sich von dem vorigen hauptsächlich durch die Zuführung des Windes, welcher in der Mitte eingeblasen und durch eine Anzahl seitlich austretender Schlitze verteilt wird. Die Haube des Windverteilungskastens ist zum Schutz gegen Verbrennen mit feuerfesten Steinen übermauert. Die Windleitung ist so eingerichtet, daß hineinfallende Ascheteilchen nach Abschrauben eines Flansches entfernt werden können.