Text-Bild-Ansicht Band 322

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das Vorsignal ebenfalls auf Freie Fahrt zu bringen sein, so muß zunächst der bisher stromlose Elektromagnet e erregt werden, wobei infolge der Ankeranziehung das nasenförmige Ende des Lappens h sich in ein Glied der gegenüberliegenden endlosen Kette einlegt, während gleichzeitig Strom in den Motor gelangt und die Kette in Lauf setzt. Letztere nimmt nun den Arm P1 mit hoch, bis ein seitlich vorstehender Stift s, des Kupplungslappens h von einem am Gestell angebrachten federnden Haken erfaßt und in jener Stellung festgehalten wird, in welcher P1 dargestellt ist. In dem Augenblick, wo der Signalstellhebel den eben betrachteten höchsten Punkt erreicht, befindet sich der Kupplungslappen bereits außerhalb des Angriffsbereiches der Kette, so daß diese weiter auslaufen kann, ohne auf den hochgehobenen Stellhebel Einfluß zu nehmen. Uebrigens hat zu Ende des Hebelweges ein auf P1 sitzender Bügel d1 sich unter den Arm eines Schalters C geschoben und hierdurch den Strom weg zum Motor M unterbrochen, so daß der letztere nach vollzogener Aufgabe seine Arbeit einstellt. Bei der Bewegung des Signalstellhebels wurde die mit dem kürzeren Arm des Vorsignalflügels verbundene Stange S1 hochgehoben und sonach der Flügel schräg nach abwärts, d. i. in die Freilage gebracht, in welcher er so lange verbleibt als der Kupplungselektromagnet seine Wirksamkeit ausübt.

Textabbildung Bd. 322, S. 71

Dieser Vorgang ist bei beiden Signalstellhebeln ganz derselbe, sowie auch jener bei der Rückstellung und es kann die letztere somit unter besserer Ausnutzung der Zeichnung hinsichtlich des Ortsignalstellhebels P verfolgt werden: Hört nämlich der Strom in E auf, so macht der abreißende Anker durch Vermittlung einer Verkettung kleiner Hebel n den Lappen h aufkippen, so daß der Stift s vom Auflageschnäpper abfällt und das Gewicht des frei werdenden Gestänges den Stellhebel P niederwärts drückt, bis er die für P1 dargestellte Lage erreicht, wobei zugleich der Ortsignalflügel wagerecht gestellt wird. Damit das Sinken des Flügelgestänges nicht zu plötzlich und heftig vor sich gehen kann ist der zweite Hebelarm von P wie von P1 durch eine Gelenkstange J1 mit je einer Luftbremse verbunden, deren Ventil die als Puffer dienende Luft bei der Umstellung von Frei (leerer Zylinder H) auf Halt (voller Zylinder H) sofort und ungehindert nachströmen, im umgekehrten Fall jedoch nur langsam entweichen läßt. Schließlich muß noch eines Stromwenders U Erwähnung geschehen, welcher vom Stellhebel P des Ortsignals mittels der Gelenkstange J2 derart gesteuert wird, daß die Richtung des durch U gehenden Stromes bei jeder Umstellung des Ortsignals umgekehrt wird.

Aus Fig. 3, welche die grundsätzliche Stromlaufanordnung für drei Blockstellen II, III und IV darstellt, ist zunächst ersichtlich, dass zur Weiterführung der Linienströme, welche die Batterien b1, b2, b3.... liefern, die isolierten Schienenstränge der Blockabschnitte benutzt sind. Da an den vorderen Enden der Blockabschnitte die genannten Batterien und an den rückwärtigen die Relais R2, R3, R4..... eingeschaltet sind, wird bei jeder Zugeinfahrt durch die Radachsen der Fahrzeuge von Schiene zu Schiene im Gleise ein Kurzschluß erzeugt und sonach dem Relais des betreffenden Blockabschnittes der Linienstrom entzogen, denn während der Grundstellung sind – bei fahrbarer Strecke – die Relaisspulen, wie dies z.B. in Fig. 3 hinsichtlich der Blockstelle IV dargestellt erscheint, stets stromdurchflossen und eben nur unter dieser Vorbedingung zeigen, beide Flügel – das Ort- wie das Vorsignal – Freie Fahrt an. Die Elektromagnete E2, E3, E4.... stellen in Fig. 3 die Kupplungselektromagnete (E in Fig. 2) der Ortsignale und e2, e3, e4.... die Kupplungselektromagnete (e in Fig. 2) der Vorsignale dar; M2, M3, M4.... sind die Elektromotoren und C2, C3, C4.... die Nebenschlußschalter (Kontakt C in Fig. 2) der Ortsignale, c2, c3, c4.... jene der Vorsignale. B2, B3, B4.... sind die Ortsbatterien, welche an den Blockstellen die beiden Kupplungselektromagnete und den Motor speisen.

Textabbildung Bd. 322, S. 71

Jedes Relais besitzt zwei Anker, nämlich einen gewöhnlichen A2, A3, A4...., dessen Arbeitskontakt in der Ortslinie des Kuppelungselektromagneten E2, E3, E4.... des Ortssignals liegt und einen zweiten, jedoch polarisierten Anker a2, a3, a4....., dessen Kontakt die Ortslinie des Vorsignals schließt. Diese letztgedachten Anker reißen bei Unterbrechung des Linienstromes unter allen Umständen ab, werden jedoch beim Schließen des Linienstromes nur dann angezogen, wenn der letztere die normale Richtung besitzt, welche in Fig. 3 in den Blockabschnitten I, III und IV vorhanden gedacht und durch die eingezeichneten schwachen Pfeile angedeutet ist. Diese