Text-Bild-Ansicht Band 322

Bild:
<< vorherige Seite

Die Verwendung von Reitergewichten ist für die besprochenen Münzplattensortiermaschinen charakteristisch. Die dreiklassigen Maschinen arbeiten natürlich quantitativ schneller als jene, welche sechs Sorten zu liefern haben. Während für die Kontrollierung von Münzen die dreiklassige Sortierung genügt, ist für Münzplatten eine umfangreichere Sortenbildung erwünscht und läßt sich letztere durch Verwendung von zwei dreiklassigen Maschinen erreichen, wobei die von der einen Maschine abgesonderten schweren Platte durch die zweite gehen.

Bezüglich der Sortierung von Münzplatten ist noch zu erwähnen, daß man nie bis an die äußersten Grenzgewichte geht, sondern daß man meist auf sogen. ½ resp. ¼ Toleranz sortiert, d.h. man stellt die Maschinen so ein, daß als normal nur jene Platten ausgeworfen werden, welche höchstens um ½ oder ¼ des gestatteten Remediums vom Normalgewicht abweichen.

Elektrischer Vollportalkran mit Selbstgreifer der Maschinenfabrik Joh. Wilh. Spaeth auf der Bayrischen Landesausstellung in Nürnberg 1906.

Von K. Drews, Ingenieur.

(Schluß von S. 68 d. Bd.)

Drehwerk. Das Drehen des Kranes wird durch einen Elektromotor bewirkt, der bei 630 minutlichen Umdrehungen 8 PS leistet.

Er treibt mittels eines Schneckengetriebes ein Ritzel an, das mit dem festen Zahnkranz kämmt (Fig. 3).

Die Gesamtübersetzung beträgt 1 : 304.

Rädertabelle des Drehwerkes.


Vorgelege

Teilung in
mm

Zähnezahl
Teilkreis-
durchm. in
mm
Zahn-
breite
in mm
Schnecke
Schneckenrad
t = 31,75 2gängig
48

485
Ritzel
Zahnkranz
16 π 12
152
192
2432
120
100

Die vier zylindrischen Laufrollen haben einen Durchmesser von 400 mm.

Auf der Schnecken welle sitzt eine Keilnutenbackenbremse, die durch das Pedal u und Gestänge v betätigt wird.

Ist der Kran außer Betrieb, so kann das Drehwerk festgebremst werden, indem man die Oese w über das Pedal legt.

Motor- und Schneckenwelle sind durch eine elastische Kupplung verbunden, deren eine Hälfte die Bremsscheibe bildet.

Nach Fig. 8 sind in der letzteren vier Löcher ausgespart, die durch Lederscheiben ausgefüllt sind, während diese auf den Mitnehmerbolzen sitzen.

Da bei ungeschicktem Steuern infolge des großen Arbeitsvermögens der herumschwenkenden Massen, wenn alle Triebwerkteile mit einander in starrer Verbindung stehen, leicht Brüche zu befürchten sind, so ist stets eine gewisse Nachgibigkeit im Drehwerk wünschenswert.

Bei dem vorliegenden Kran ist dies nach Fig. 9 dadurch bewirkt, daß das Schneckenrad a nicht fest auf seine Welle gekeilt ist, sondern nur durch Reibung mitgenommen wird.

Das Schneckenrad b bildet einen Hohlkegel, in den ein Vollkegel, der auf der Schneckenradwelle mittels Feder und Nut befestigt ist, durch eine kräftige Feder gepreßt wird. Diese Feder kann nun so eingestellt werden, daß bei Ueberschreiten eines gewissen zulässigen Drehmomentes ein Gleiten zwischen den Reibflächen stattfindet. Diese Nachstellbarkeit ist ein Vorzug vor anderen gleichartigen Konstruktionen, bei denen sie in der Regel nicht vorhanden ist Der Achsialschub der Schneckenwelle wird durch ein doppeltes Kugellager aufgenommen. Schnecke und Schneckenrad befinden sich in einem staubdicht abgeschlossenen Oelkasten. Die Schnecke ist aus Tiegelstahl, der Schneckenradkranz aus Phosphorbronze, der Schneckenradkörper aus Gußeisen hergestellt.

Die Halslager der Schneckenradwelle sind als Ringschmierlager ausgebildet.

Textabbildung Bd. 322, S. 86

Alle Lager des Drehwerkes haben Rotgußbuchsen. Hub- und Drehwerk sind auf einer gemeinsamen gußeisernen Grundplatte montiert.

Fahrwerk. Für das Verfahren des Kranes ist, wie