Text-Bild-Ansicht Band 322

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vier Federpaaren f1 F1, f2 F2, f3 F3, f4 F4 und den beiden Stromschlußstücken C und c zusammengesetzten Schalter verbunden ist. Von den genannten zwei Gleitschlitzen dient s1 in gewöhnlicher Weise als Leitweg für die am oberen Ende des die Abhängigkeiten besorgenden Verschlußriegels R angebrachte Rolle r1, und s2 desgleichen als Leitweg für eine Rolle r2, welche durch die Stange t mit dem Anker A des Rückmelder-Elektromagnetes steif verbunden ist. Im Schalter verbindet das Stromschlußstück C, solange sich der Stellhebel h in seiner durch Fig. 16 dargestellten normalen Ruhelage befindet, das Federpaar f1 F1, während das auf der Stange d zwischen den beiden Stellringen a1 und a2 verschiebbare Stromschlußstück c von den isolierten Federn f3 F3 festgehalten wird. Der Hebel oder besser gesagt Schieber h kann drei verschiedene Lagen einnehmen, nämlich 1. die in der Zeichnung dargestellte Grundstellung, 2. die Anzeigestellung und 3. die Arbeitsstellung, welche rücksichtlich der Stelle, auf der sich bei jeder dieser Schieberlagen die Rolle r2 befindet, in Fig. 16 durch strichpunktierte Linien mit den Ziffern 1, 2 und 3 besonders gekennzeichnet sind.

Beim Signal S befinden sich der die Freistellung durchführende Elektromotor m, ferner der Elektromagnet e, welcher die Lage für Freie Fahrt nach erfolgter Umstellung, wo der Motor abgeschaltet wird und zu arbeiten aufhört, aufrecht zu halten hat und die zwei vom Gegengewicht q des Signalflügels vermittels der Stange z beeinflußten für gewöhnlich geschlossenen Kontakte u1 i1 u2 und v1 i2 v2, von denen sich der erstere stets sofort bei Aenderung der normalen Haltlage des Signalarmes löst, wogegen der zweite erst knapp vor dem Augenblicke unterbrochen wird, wo die Umstellung auf Freie Fahrt vollzogen ist. Wie diese Hauptteile des Stellortes und der Einrichtung beim Signal untereinander durch Stromleitungen verbunden sind, geht ohne weiteres aus den gestrichelten Linien der Fig. 16 hervor.

Soll mit dem für gewöhnlich Halt zeigenden Signal S die Fahrterlaubnis erteilt werden, so zieht der Signalwärter den Schieber h so weit nach links, d.h. gegen sich, bis dieser seine zweite Endstellung (3) erreicht hat. Dabei tritt C zwischen f2 und F2 und etwas später gelangt c, von a1 mitgezogen, zwischen f4 und F4. Infolge des zuerst eingetretenen Kontaktes f2 C F2 findet von B aus ein Strom über l1, f2, C, F2 L1, m, v2 i2 v1 und L2 seinen Weg; der hierdurch tätig werdende Motor zieht den Flügel in die Freistellung, wodurch zunächst der Stromweg u1 i1 u2 im Rückmeldekontakt des Signals und dann, sobald der Flügel seinen Weg nahezu vollendet hat, auch der Stromweg v2 v1 durch das Hochgehen des Stromschlußstückes i2 unterbrochen wird, weshalb m keinen Strom mehr erhält und seine Arbeit einstellt. Der ungeteilte Arbeitsstrom findet nunmehr seinen Weg über den früher im Nebenschluß gestandenen Elektromagneten e und macht ihn genügend kräftig, den Flügel in der Freilage festzuhalten.

Um das Fahrsignal wieder einzuziehen, schiebt der Signalwärter den Stellhebel h in die Anzeigelage zurück, d. i. so weit, bis r2 die Stellung 2 einnimmt. Bei dieser Bewegung von h hört im Schalter zunächst der Stromweg f2 C F2 auf, weil das Stromschlußstück C wieder zwischen F1 und f1 gelangt; beim Signal wird daher e stromlos und der Signalflügel kehrt vermöge seines Gegengewichtes in die wagerechte Lage zurück, wodurch auch der Doppelkontakt des Signals u1 i1 u2 und v1 i2 v2 wieder in Schluß gelangt. In diesem Augenblicke erfolgt am Stellort eine Anziehung des Ankers A, weil bei der Verschiebung des Schiebers h aus der Stellung 3 in die Stellung 2 das Stromschlußstück c zwischen f4 und F4 geblieben und nur ein Stück des isolierten Teiles der Stange d durch c geschlüpft ist. Der Rückmelderstrom findet deshalb von B über l3, E, F4, c, f4, L3, u2, i1, u1 und L2 einen geschlossenen Weg; es erfolgt die eben erwähnte Anziehung des Ankers A, welche die Rolle r2 zwingt, im schrägen Teil des Schlitzes s2 hochzugehen, wobei der Schieber h lediglich durch den Druck, welchen r2 auf die rechtsseitige Schlitzkante ausübt, selbsttätig in die Ruhelage l zurückkehrt. Bei dieser Bewegung gelangt das Stromschlußstück C noch tiefer zwischen f1 und F1 und auch c wieder zwischen f3 und F3, weil c vom Stellring a1 mitgenommen und in die gezeichnete Ursprungslage zurückgeschoben worden ist.

Würde nun beispielsweise eine Verschlingung zwischen L1 und L2 bestehen, so könnte des Kurzschlusses halber eine Umstellung auf Freie Fahrt überhaupt nicht erfolgen, wohl aber würde, wenn der Signalwärter den Schieber h in die Lage 3 brächte, durch den über E gelangenden Teilstrom eine Anziehung des Ankers A bezw. ein Hochgehen der Rolle r2 innerhalb des viereckigen Ausschnittes n erfolgen, was das Vorhandensein eines Anstandes sofort erkennen ließe. Dasselbe Hochspringen der Rolle r2 wird platzgreifen, wenn die Verschlingung zwischen L1 und L2 erst nach erfolgter Freistellung des Signals eintritt, in welchem Falle der Flügel sich selbsttätig in die wagerechte Lage einstellt. Endlich erfährt der Rückmelder – Elektromagnet E ersichtlichermaßen dieselbe Erregung, wenn etwa während der Freilage des Signals eine Verschlingung der Leitung L1 mit L2 oder L3 mit L2 stattfindet, in welchen Fällen allerdings eine selbsttätige Rückstellung des Signals nicht eintritt. Bei jeder der ins Auge gefaßten Betriebsstörungen – denen, nebenbei bemerkt, vorerst durch die vorzügliche Bauausführung der Leitungen am besten und sichersten zu begegnen sein dürfte – ersieht der Signalwärter an der oben geschilderten außergewöhnlichen Tätigkeit des Rückmelders, daß eine Unordnung besteht; er hat auf Grund jeder solchen Beobachtung den Stellhebel h so weit aus der Lage 3 zurückzuschieben, als es die sich an der linksseitigen Kante des Anschnittes n festlehnende Rolle r2 gestattet, welche Schieberbewegung aber hinreicht, das Stromschlußstück C vom Federnpaar f2 F2 zu lösen und sonach L1 stromlos zu machen bezw. für alle Fälle die Haltlage des Signals zu sichern. Eine Rückstellung des Schiebers h in die richtige Anzeigelage 2 oder in die Ruhelage 1 kann dabei unbedingt erst wieder erfolgen, wenn der Anstand durch Beseitigung der Leitungsverschlingung behoben worden ist.

Wenn von einem Elektromotor angetriebene Teile ganz bestimmt abgegrenzte Bewegungen auszuführen haben, derart, daß im Augenblick des Erreichens der Endstellung auch der Antrieb aufhören muß, oder daß umgekehrt mit der Unterbrechung des Arbeitsstromes im Motor gleichzeitig auch die Bewegung des angetriebenen Teiles abschließen soll, so ergibt sich bekanntlich die Notwendigkeit, zwischen Motor und angetriebenen Teil eine Kupplung vorzusehen, welche die Uebertragung stets nur so lange aufrecht hält als der Motor Arbeit zu leisten hat. Für solche Kupplungen an den elektrischen Stellvorrichtungen der Weichen und Signale, bei denen sich ja die vorgedachte Notwendigkeit im besonderen Maße geltend macht, verwertet die Allgemeine Elektrizitäts- Gesellschaft in Berlin neuestens die Schraubenspindel mit zweiteiliger aufklappbarer Mutter, wie sie beispielsweise an Drehbänken mitunter Benutzung findet, nur daß bei letzterer Anwendung die Mutter in der Regel mechanisch, bei der neuen Verwendungsweise jedoch elektromagnetisch geschlossen bezw. geöffnet wird.

Die Draufsicht einer Weichenstellvorrichtung von der in Rede stehenden Anordnung stellt Fig. 17 dar und läßt sich daraus ersehen, daß der Motor m die im Gestelle g gelagerte Schraubenspindel u durch eine Kegelradübersetzung antreibt. Die die Mutter der Spindel tragenden