Text-Bild-Ansicht Band 322

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Stiefelpumpe ein selbstanziehender Injektor, der bei 10 at Betriebsdruck dem Speisewasser eine Temperatur von 46° C erteilt. Der Wasservorratskasten ist zweiseitig hinter dem Kessel in ∪-Form auf den Rahmen gestellt, wodurch die Bauart stabiler und massiver wird. Vor dem Kessel über den Zylindern, also einseitig und nicht vertauschbar (bei der ganzen Anordnung wäre ein doppelseitiger Führerstand zwecklos) ist der Führerstand untergebracht und mit Wasserbehälter und Kessel gemeinsam überdacht.

Die Rahmen liegen innerhalb der Räder, das Triebwerk außerhalb, abgesehen von dem Antrieb der Kulisse der Heusinger-Steuerung, deren Exzenter nach innen auf die Triebachse gesetzt ist und mit Schwinghebel an einer Zwischenwelle angreift, auf der außen die Kulisse aufgekeilt ist. Die Umsteuerung geschieht mit einem Händel. Einfach und kräftig ist die verhältnismäßig kurzhübige Hochdruckmaschine ausgeführt.

Textabbildung Bd. 322, S. 130

Die Lokomotive ist auf vier Punkten gestützt, da jede Achsbüchse über sich ihre eigene Längsfeder besitzt.

Auf Wunsch wird ein von einer Brotherhood-Maschine getriebenes Spill von 2,2 t Gewicht beigegeben, das im Bahnhofsdienst sich nützlich zeigen kann.

Textabbildung Bd. 322, S. 130

Die Firma Cockerill hat von diesem Motor von 1870 bis zur Eröffnung der Lütticher Ausstellung 1905 517 Stück gebaut, die vorwiegend nach Belgien, Frankreich, Deutschland und Rußland gegangen sind.

Die Ausstellungslokomotive war von der Größe IV.

Folgendes sind die Hauptabmessungen und sonstigen Verhältnisse aller vier Typen:

Textabbildung Bd. 322, S. 130

21. 3/3 gek. Industrie-Lokomotive mit Zwillings-Naßdampfmaschine, gebaut und ausgestellt von der Société Anonyme „La Mense“, Lüttich 1905, Fabriknummer 1938.

Diese kräftig und sauber ausgeführte Lokomotive soll eine Bauart darstellen, wie sie von der erwähnten Firma als Spezialität in verschiedenen Größen seit Jahren hergestellt wird. (Fig. 40.)

Der Kessel hat Belpaire-Büchse, die von der letzten Triebachse unterstützt ist, Wilson-Klotz-Ventil, Dom auf dem vorderen Schuß.

Die Rahmen liegen innen, das Triebwerk außen. Die Steuerung ist die Walschaertsche, die Umsteuerung liegt rechts; die mittlere Triebachse wird angetrieben; die Zylinder hängen ziemlich weit über, während der Radstand der Maschine trotz ihrer Leistungsfähigkeit auf 2,75 m beschränkt ist, um das Kurvenfahren zu erleichtern.

Die Wasserkästen sind seitlich vom Kessel angebracht. Der Tender geht vor bis hinter die mittlere Triebachse. Alle drei Achsen werden einseitig (von vorn) gebremst, und zwar mit Hand- und Dampfbremse.

Diese Lokomotive, in der Gesamtanordnung einfach und übersichtlich gehalten, hat, ihrem Dienstgewicht entsprechende große Leistungsfähigkeit. Der Anstrich war wohl für den Betrieb bestimmt: dunkelgrasgrün mit roten Einfassungen und Messingverzierungen, Puffer und Triebstangen blank.

Zylinderdurchmesser mm 400
Kolbenhub 500
Triebraddurchmesser 1000
Kesselüberdruck at 12
Heizfläche, feuerberührt qm 80,0
Rostfläche 1,4