Text-Bild-Ansicht Band 322

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besonders da, wo eine große Zahl von Kesseln und Maschinen Aufstellung findet, ist der Unterschied erheblich. Bei gleichem Druckverlust können daher die Rohrleitungen und Ventile enger genommen werden.

2. Werden die Rohrleitungen enger, weil sie nirgends die ganze erzeugte Dampfmenge zu führen haben, und weil bei dieser Anordnung diejenigen Teile der Leitungen, welche mehreren Maschinen Dampf zuführen, meistens kurz ausfallen werden.

3. Sind zwar die Ventile gleich zahlreich, ihre lichte Weite jedoch ist erheblich kleiner bei Doppelleitung wie bei Ringleitung; jedes Ventil hat ja nur Dampf für eine Maschine, bezw. von einem Kessel durchzulassen.

4. Ist jede Maschine und jeder Kessel, welcher außer Betrieb steht, durch zwei Ventile hintereinander von der Hauptleitung geschieden, was besonders vorteilhaft ist. Der Dampfverlust infolge Undichtheit wird vielfach unterschätzt; hat man aber zwei Ventile hintereinander, so ist kein Verlust aus diesem Grunde zu befürchten.

Die Kreuzleitung (Fig. 3) verdient in manchen Fällen den Vorzug; die Verluste durch Kondensation sind bei ihr am geringsten, da es keine tote Leitungsstücke gibt, die Leitungen sind am kürzesten und am engsten, zugleich die Anordnung sehr übersichtlich. Ihre Anwendung ist jedoch nur unter gewissen Lagerverhältnissen von Kessel- und Maschinenhaus möglich.

Den Vorschlag zu einer verbesserten Anordnung der Doppelleitung zeigt Fig. 4, wobei die Kondensationsverluste auf ein Mindestmaß beschränkt werden. Der besondere Vorteil der gezeichneten Leitungsführung besteht in der Möglichkeit einer äusserst übersichtlichen Anordnung der Ventile, wobei die Bedienung wegen der Zusammenbringung der Ventile für die Verteilung die denkbar einfachste wird. Als Nachteil dieses Systems könnte man hervorheben, daß von den Kesseln und Maschinen verhältnismäßig lange Leitungen ohne Reserve nach den Sammelstücken laufen. Der Einwand ist jedoch nicht von Wichtigkeit, da es höchst selten vorkommt, daß ein ununterbrochenes Rohrstück Anlaß zu Betriebsstörung gibt, während die Zahl der Ventile und Anschlußflanschen ohne Reserve nicht größer wird, wie bei den bisher üblichen Anordnungen.

Textabbildung Bd. 322, S. 188

Die bequeme Bedienung tritt besonders hervor, wenn man sie mit der sehr umständlichen Bedienung der Ringleitung vergleicht.

Kv.

Probiermaschine von Sankey1).

Die Maschine dient zur Ausführung von Hin- und Herbiegeproben mit quadratischen Probestäben P (Fig. 1) von 10 × 10 mm schnitt und 100 mm Länge unter Aufzeichnung der Biegungsmomente bei jeder Biegung.

Textabbildung Bd. 322, S. 188
Textabbildung Bd. 322, S. 188
Textabbildung Bd. 322, S. 188

Die Probe wird mit einem Ende in dem mit der Grundplatte der Maschine verbundenen Schraubstock A festgelegt; am anderen Ende trägt sie den ⌶förmigen Rahmen B, der an der Handhabe E in wagerechter Richtung hin- und herbewegt werden kann, wobei die Probe um je 70° nach beiden Seiten gebogen wird. Die Länge der Probe zwischen Rahmen und Schraubstock wird mittels Lehre stets gleich 50 mm bemessen.

Zum Messen des Biegungsmomentes ist die Handhabe E in der Nähe der Einspannung des Stabendes an den Steg des Rahmens B bei D angelenkt und gegen den freien Flansch durch je eine Spiralfeder F abgestützt. Diese Federn werden daher bei Betätigung der Handhabe abwechselnd mit der zum Biegen der Probe erforderlichen Kraft zusammengedrückt, d.h. die Handhabe schwingt der geäußerten Kraft entsprechend in dem Rahmen. Hierbei wird durch den Mitnehmerstift H ein Zeiger zum Ausschlagen gebracht, dessen Drehpunkt zwischen den Federn am Rahmen liegt. Das Zeigerende G trägt einen Schreibstift, der den Ausschlag als Kreisbogenstück auf die mit Papier belegte, ebenfalls vom Rahmen getragene Scheibe K verzeichnet, deren Drehachse bei der Mittelstellung der Handhabe mit der Achse des Schreibstiftes zusammenfällt. Die Scheibe ist am Umfange gezahnt und wird nach jedem Biegen der Probe um 70° nach rechts und links selbsttätig um einen Zahn gedreht. Die Länge der verzeichneten Kreisbogen (Fig. 2 und 3) gibt somit das Maß für die biegende Kraft und ihre Anzahl die Zahl der Hin- und Herbiegungen.

Fk.

Zeitschriftenschau.

Apparate.

Chronograph. Zum Aufzeichnen der Geschwindigkeitsänderungen bei Gas- und anderen Maschinen dient eine mit der Welle der zu prüfenden Maschine durch eine besondere, jeden Totgang ausschließende Kupplung verbundene Trommel mit berußtem Papier. Eine Stimmgabel, die auf der Trommel eine Wellenlinie

1)

Engineering 1907 S. 209.