Text-Bild-Ansicht Band 322

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1 cbm, Zeile i, entspricht dem in vielen Städten üblichen Preise für Koch- und Heizgas. Der Preis eines Kubikmeters Acetylen, Zeile q, r, s, t ist auf Grund der Abrechnung der Zentrale Wertingen eingesetzt, wo 1903 1 cbm 1,09 M., 1904 0,822 M. kostete; unsere Quelle bemerkt dazu, daß bei dem üblichen Verkaufspreise von 2 M. für 1 cbm sich natürlich alle Zahlen entsprechend verdoppeln würden. Da nur dann diese mit denjenigen für Leuchtgas verglichen werden können, habe ich jedesmal die doppelten Zahlen in den Zeilen q1, r1, s1, t1 ebenfalls aufgeführt. Die Heizwertgrößen sind nach den Angaben der „Hütte“ eingesetzt. Für Acetylenglühlicht ist zunächst in Zeile s und s1 ein Verbrauch von 10 l für eine Flamme von 40 H. K. angegeben. Unsere Quelle bezweifelt diese Zahl aber selbst, die gegenüber dem offenen Brenner eine Ersparnis von 60 v. H. ergeben würde. Es hat hierüber in der „Zeitschrift des bayrischen Revisionsvereins, Jahrgang 1904“ eine längere Erörterung stattgefunden, als deren Ergebnis etwa folgendes zu bezeichnen ist: jener Wert von 10 l für eine Flamme von 40 H. K. ist richtig für die soeben neu installierte Flamme, bei der der Glühstrumpf noch vollkommen unbeschädigt ist und alle beeinflussenden Umstände aufs peinlichste berücksichtigt sind. Es muß aber die Ersparnis für den Verbraucher wirtschaftlich und im Durchschnitt mit nicht mehr als 30 v. H. in Anschlag gebracht werden, da erfahrungsgemäß aus verschiedenen Gründen jener ideale anfängliche Zustand nur kurze Zeit bestehen bleibt. Danach würde der Verbrauch einer Flamme von 40 H. K. mit 17,5 l einzusetzen sein. Nun ist aber bei diesen Erörterungen niemals klar gesagt worden, ob bei der Angabe der Ersparnis auch die Ausgaben für die Glühstrümpfe berücksichtigt sind. Vorsichtshalber habe ich angenommen, daß das der Fall ist. Dann muß aber in die Tabelle, in der es sich ja auch bei den anderen Beleuchtungsmitteln nur um den reinen Brennstoffverbrauch handelt, eine andere niedrigere Zahl eingesetzt werden, wenn nicht beim Vergleich das Acetylen zu ungünstig behandelt werden soll. Ich glaubte unter diesen Umständen annähernd richtig mit einer Ersparnis von 40 v. H., also einem Verbrauch von 15 l für 40 H. K. zu rechnen (Zeile t und t1).

Für Aërogengas findet sich in der „Zeitschrift des bayrischen Revisionsvereins“ die Angabe eines Gasverbrauchs von 100 l für 40 H. K. Es ist das jedoch eine Zahl, welche ich wohl mit Recht nicht in meine Tabelle aufgenommen habe. Sie stammt nämlich aus dem seinerzeit mit der Gemeinde Kehlheim i. Bayern seitens der Aërogengas-Gesellschaft abgeschlossenen Vertrage und ist in keiner Weise durch Versuche nachgeprüft. Naturgemäß enthält aber eine solche Zahl eine reichliche Sicherheit, da es bei den scharfen sonstigen Bedingungen, unter denen meist der Bau solcher Anlagen vergeben wird, einem verständigen Fabrikanten nicht einfallen wird, in derartigen Garantien bis an die Grenze seiner Leistungsfähigkeit zu gehen. Nun hat sich jedoch gerade über diese Anlage Kehlheim ein scharfer Streit zwischen Acetylenfachleuten und der Aërogengasgesellschaft entsponnen, bei dem, wie sich schließlich herausgestellt hat, die letztere durchaus zu Unrecht angegriffen ist und einen vollen Sieg erzielt hat. Anders vermag ich wenigstens das schon erwähnte, mir vorliegende Gutachten von dem bekannten Münchener Zivilingenieur Dr. E. Schilling nicht aufzufassen.

Aus ihm geht meines Erachtens unzweideutig hervor, daß die Anlage in Kehlheim in jeder Beziehung ihre Schuldigkeit tut und daß sie in mancher Hinsicht erheblich mehr leistet als vertraglich zugesichert. Als Ergebnis seiner sehr eingehenden Messungen aber führt Schilling die folgende Tabelle auf:

Lichtstärke und spezifischer Gasverbrauch der Aërogengasbrenner in Kehlheim.


Brenner
No.
Normaler
Gasverbr.
in l
Lichtstärke in H. K. Spez. Gasverbrauch

Lochzylind.
glatter
Zylinder
Loch-
zylinder
glatter
Zylinder
100 50 58 2,0 1,7
1 200 100 118 2,0 1,7

Diese Zahlen glaubte ich um so mehr in meine Tabelle 2 direkt einsetzen zu können, als es sich in denn Gutachten von Schilling keineswegs um sogenannte Paradeversuche handelte, sondern wie ausdrücklich von diesem betont wird, um Feststellung der tatsächlich in Kehlheim bestehenden Verhältnisse. Aus diesem Grunde sind die Versuche auch nicht nur mit ganz neuen Glühstrümpfen angestellt, sondern auch mit solchen, welche bereits wochenlang im Betriebe waren. Eine durchgängige wesentliche Erhöhung des Gasverbrauchs bezw. Verminderung der Lichtstärke hat sich bei diesen nicht ergeben, während er bei Acetylenglühlicht, wie bereits erwähnt, unvermeidlich ist. Es dürfte das damit zusammenhängen, daß bei letzterem das Anzünden stets mit einem explosionsartigen Knall verbunden ist, durch den der Strumpf gefährdet und rascher zerstört wird als bei Aërogengas. Der Strumpfverbrauch ist daher auch bei diesem ganz erheblich geringer. Uebrigens sind jene oben gegebenen Zahlen denjenigen ziemlich gleich, die bei Abnahme der Anlage für die Pflegeanstalt Herrnsprotsch bei Breslau schon vor Jahren gefunden wurden. Sie lauten:

Brenner
No.
Gesamtgasverbrauch
in l
Lichtstärke
in H. K.
Spez. Gasverbrauch
in l
86 47,6 1,81
1 152 76,5 1,99

Es dürfte somit jeder Zweifel an der Richtigkeit dieser Zahlen ausgeschlossen sein. Bemerken will ich noch zu der von Schilling gegebenen Tabelle, daß man nach diesen Ergebnissen wohl in Zukunft von der Benutzung der Lochzylinder Abstand nehmen wird. Der obere Heizwert des Gases ist wieder unter der Annahme berechnet, daß derjenige des benutzten Benzins 12000 WE für 1 kg beträgt, der untere ist dann in entsprechender Höhe eingesetzt. Der Preis von 0,10 M. für 1 cbm ergibt sich bei einem solchen von 0,40 M. für 1 kg Benzin. Er entspricht annähernd auch den unten in den Abrechnungen der Zentrale Telgte aufgeführten Zahlen. Als Verkaufspreis ist 0,20 M. für 1 cbm Gas angenommen, welcher Wert den in vielen Fällen in der Praxis gewählten darstellt. Entsprechend dem Vorgehen beim Acetylen hat dieser Verkaufswert in den Zeilen u1 und v1 der Tabelle ebenfalls Platz gefunden. In der Spalte: „Insgesamt in der Stunde entwickelte Kohlensäure“ ist die unserer obigen Rechnung entsprechende Zahl aufgeführt, die natürlich je nach der Art des verwandten Benzins sich in gewissen Grenzen ändern kann. Wie aus diesen Ausführungen ersichtlich, ist beim Vergleich der in der Tabelle 2 enthaltenen Zahlen eine ganze Reihe von Umständen zu berücksichtigen; vor allem aber ist auch zu beachten, daß es für den Konsumenten in vielen Fällen gar nicht so sehr auf die tatsächliche Helligkeit der benutzten Flamme ankommt. Häufig wird die Ersetzung einer Petroleumflamme von 15 H. K. nur durch eine solche irgend eines anderen Beleuchtungsmittels von 40 H. K. erfolgen müssen, da sich mit diesem eine kleinere Flamme gar nicht erzeugen läßt. Ist nun für den Verbraucher diese Helligkeitsvergrößerung nicht aus besonderen Gründen in dem gerade vorliegenden Falle erforderlich, so wird er sich auch nicht für die Ersparnis und sonstigen Vorteile bezogen auf 1 H. K. interessieren, sondern nur die absoluten Kosten und sonstigen Verhältnisse beider Flammen miteinander