Text-Bild-Ansicht Band 322

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vergleichen. Aus diesem Grunde sind die betr. Spalten 5, 10 und 12 mit in Tab. 2 aufgenommen. Ferner ist zu bedenken, daß nur die Kosten des Beleuchtungsmittels allein aufgeführt sind, die ja auch mit den entsprechenden Verkaufspreisen berechnet für den Konsumenten allein Wert haben, daß aber alle Ausgaben für die Verzinsung und Abschreibung der Beleuchtungsanlagen, ihre Bedienung usw. nicht berücksichtigt sind, also für Produzenten ein unmittelbares Urteil auf Grund der Tab. 2 selbst bei Zugrundelegung der betr. Selbstkostenpreise des Beleuchtungsmittels unmöglich ist. Ich komme darauf noch weiter unten zurück.

(Fortsetzung folgt.)

Die Anwendung des Tallowwood-Hartholzes im Eisenbahn- und Straßenbau.

Von Regierungsbaumeister Jaehn in Bromberg.

(Schluß von S. 214 d. Bd.)

Eine immer größere Ausdehnung nimmt infolge der vorliegenden sehr günstigen Erfahrungen die Verwendung des Tallowwood im Straßenbau an. Die erzielten Erfolge sind auf die bereits erwähnten charakteristischen Eigenschaften des Tallowwood zurückzuführen, also insbesondere große Widerstandsfähigkeit gegen Abnutzung durch starken Wagenverkehr infolge außerordentlicher Härte und daher kaum meßbare Abnutzung, und fast völlige Indifferenz gegen Nässe und Trockenheit, Kälte und Hitze.

Die Ansprüche, die an ein gutes Straßenpflaster gestellt werden, sind verschiedener Art: Die Stadtverwaltungen verlangen zunächst ein Pflaster von hoher Wirtschaftlichkeit, fordern aber zugleich vom gesundheitlichen Standpunkt, daß es reinlich und wenig aufsaugungsfähig in bezug auf fäulniserregende Stoffe sei; das Publikum verlangt ein elastisches, geräuschloses, staubfreies und dauerhaftes Pflaster, weil ja öftere Wiederherstellungsarbeiten unangenehme Verkehrsstörungen mit sich bringen; der Fuhrwerksbesitzer und der Tierfreund verlangen ein Pflaster, welches den Pferden ein sicheres und festes Auftreten ermöglicht, Ausgleiten verhindert und leichtes Aufstehen gestürzter Pferde begünstigt. Die mehrfach angewendeten Weichholzpflasterarten aus schwedischer oder bosnischer Kiefer, aus Buchenholz usw. bedingten wegen der beträchtlichen Ausdehnung des Materials erhebliche Fugen zwischen den Pflasterklötzen. Gerade die Fuge ist die Ursache gewesen, weswegen Weichholzpflaster nicht den vorgenannten Anforderungen entsprechen konnte: an den freien Kanten der Fuge begann infolge der mechanischen Angriffe der Pferdehufe oder Wagenräder das Zerstörungswerk, das sich in mechanischer und chemischer Wirkung, also Abnutzung und Fäulnis äußerte. Letztere wird noch durch den Umstand begünstigt, daß weiches Holz sich verfilzt und sogen. Barte bekommt. Würde man nun irgend ein hartes Holz mit größeren Fugen verlegen, so würden die Köpfe der Pflasterklötze rund werden und sogen. Kugelköpfe bekommen; hierdurch wäre gleichfalls die Zerstörung eingeleitet. Es kommt also darauf an, ein hartes Holz zur Pflasterung zu verwenden, welches sich gar nicht oder sehr wenig ausdehnt; dies trifft für Tallowwood zu. Die Tallowwoodpflasterklötze können daher fugenlos verlegt werden, es empfiehlt sich nur zur größeren Sicherheit an den Begrenzungen des Pflasters Ausdehnungsfugen vorzusehen; wird noch durch die Einlegung einer Ausgleichschicht, der Feinschicht, sowie durch Klötze von genau gleicher Höhe, eine völlig gleiche Oberfläche des Pflasters erzielt, so sind hierdurch die vorgenannten Zerstörungsursachen behoben und die Vorbedingungen für ein dauerhaftes, den obengenannten Ansprüchen entsprechendes Pflaster gegeben. Im nachstehenden ist die Herstellung eines zweckmäßigen Tallowwoodpflasters in seinen Einzelheiten beschrieben.

Das Pflaster erhält als Unterlage eine Betonsohle von mindestens 18 cm, und, sofern ein Straßenbahngleis in Frage kommt, von mindestens 25 cm Stärke innerhalb des Straßenbahnkörpers. Diese Betonsohle wird aus Beton in einem Mischungsverhältnis von 1 cbm Kies auf eine Normaltonne Portlandzement (1 : 8) hergestellt. Auf die Betonsohle wird eine 1½ bis 2 cm starke, genau abgezogene Feinschicht (Estrich) aus einem Teile Zement und drei Teilen feinem Sand aufgebracht, um die Oberfläche des Betonkörpers genau profilmäßig auszugleichen. An den Fußwegkanten werden bei Ausführung der Pflasterung 3–5 cm breite Ausdehnungsfugen vorgesehen, welche nach dem Versetzen der Holzklötze auf ihre ganze Höhe mit plastischem Ton ausgefüllt werden und ähnlich wie die beweglichen Auflager einer Brücke, eine Ausdehnung des Pflasterkörpers zulassen. Die Holzklötze werden genau nach ihrer Stärke sortiert und an einer Längsseite wie an einer Querseite in ihrer ganzen Höhe intensiv in eine im wesentlichen aus Goudron und leichtflüchtigen ätherischen Oelen hergestellte Eintauchmasse getaucht. Darauf werden sie schnell an die vorher ausgeführte Klotzreihe angepreßt, so daß die Goudronklebmasse die Fugen zwischen den einzelnen Klötzen völlig ausfüllt und beim Anpressen ein Teil der Masse noch oben aus den Fugen herausgepreßt wird. Die Oberfläche des Pflasters muß eine völlig gleichmäßige Fläche bilden; Holzklötze, welche an der Pflasteroberfläche zu hoch oder zu tief stehen, sind herauszunehmen und durch besser passende zu ersetzen. Die Oberfläche der Holzklötze neben den Schienen muß 1 – 2 mm höher als die Schienenoberkante liegen, um die zerstörenden Wirkungen der sonst von den Schienen auf das Pflaster fallenden Wagenräder zu beheben. Die Pflasterungsreihen, welche an den Schienen entlang stehen, müssen vom Schienenkopf mindestens ½ cm entfernt sitzen und dürfen denselben keinesfalls berühren, damit die Beweglichkeit von Schienen gegen das Pflaster gewahrt wird. Der Zwischenraum zwischen Schienenkopf, Schienensteg und Holzpflaster wird zweckmäßig mit einer Zementmischung 1 : 2 ausgegossen. An den Bordsteinkanten werden die Holzklötze nicht senkrecht zur Straßenrichtung gelegt, sondern es werden zur Begrenzung der Ausdehnungsfugen an dieser Stelle zwei längslaufende Klotzreihen angeordnet. Nach fertiggestellter Verlegung der Holzklötze in der geschilderten Weise werden diese mit der ziemlich hoch erhitzten und durch weiteren Zusatz leichtflüchtiger ätherischer Oele verdünnten Eintauchmasse überstrichen und auf den Abstrich noch in warmem Zustand eine kleinkörnige, etwa erbsengroße Sandschicht von 1 cm Höhe gestreut. Durch den Straßenverkehr werden diese kleinen Sandteile zertrümmert und mit Hilfe der überstehenden Goudronschicht und des noch besonders aufgebrachten Ueberstriches in die etwa noch offenstehenden kleinen Fugen eingepreßt. Hierdurch ist die Gewähr dafür gegeben, daß sämtliche Fugen zwischen den Klötzen auch tatsächlich mit einem elastischen Bindemittel ausgefüllt sind. Die Holzklötze erhalten im allgemeinen eine Höhe von 8, 9 oder 10 cm. Der zu pflasternden Straße wird