Text-Bild-Ansicht Band 322

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im Schwimmer anzeigt. Wird in das Gefäß a das entsprechende Wasserquantum eingefüllt, in dem Schwimmer b jedoch nur so viel Wasser eingebracht, bis etwa der bombierte Boden gefüllt ist und bezeichnet man auf beiden Standgläsern oder auf neben denselben angebrachten Linealen die Höhe der beiden Flüssigkeitsspiegel mit 0, dann kann man mit der gleichzeitigen Herstellung von Prozentskalen beginnen, wovon jene beim Standglas d direkt das Flüssigkeitsgewicht in kg, jene beim Standglas f das Volumen in l anzeigen wird. Dieses Graduieren kann so durchgeführt werden, daß man in den Schwimmer von 10 zu 10 kg oder 1 reines Wasser zusetzt bis zu jener höchsten Belastung des Schwimmers, für welche die Wage noch dienen soll. Die Wage ist noch mit zwei Ventilen (in der Zeichnung nicht sichtbar) zum Safteintritt und Saftaustritt versehen, welche ganz selbsttätig und fehlerfrei arbeiten. Der Saft strömt unter Batteriedruck durch das Heberrohr g zentral in den unteren Teil des Schwimmers und steigt in diesem ohne Schäumen so lange, bis eine mechanisch betätigte Vorrichtung den Verschluß des Dampfeintrittventils bewirkt. In gleicher Weise funktioniert das Austrittsventil. Wird auf der Wage noch ein Zählwerk angebracht, welches die einzelnen Füllungen des Schwimmers registriert, dann ist alles zur Bestimmung der Saftverhältnisse vorhanden. Vor dem Arbeitsbeginne überzeugt sich ein Beamter, ob die Wage genau auf 0 in den beiden Standgläsern tariert ist; eventuelle Differenzen auf der oder jener Skala werden durch Zugießen oder Ablassen des Wassers oder Saftes aus Gefäß und Schwimmer ausgeglichen. Sodann hebt der Arbeiter den Hebel des Dampfventils auf der Eintrittsseite an, worauf die Wage sich zu füllen beginnt, während der Beamte abwartet, bis das Wägewasser im Standgefäß d jene Höhe erreicht, welche dem abzuziehenden Saftgewichte entspricht. Sobald dieser Augenblick erreicht ist, zieht er den Anschlag, welcher das Dampfventil auslösen soll, fest, dieses fällt und die Wage hört sofort auf, den Saft weiter abzuziehen. Damit ist der Saftabzug festgelegt und die weiteren Abzüge werden mit diesem, was das Gewicht derselben anbelangt, ganz gleiche sein. Der Arbeiter trägt in ein aufliegendes Verzeichnis die Nummer des abgezogenen Diffuseurs und die abgezogene Saftmenge in Litern nach dem Standgefäß f ein, wonach er das Dampfventil des Saftauslaßventils anhebt; das Heberrohr entleert durch Umkehrung des Saftflusses die Wage so weit, bis der zweite Anschlag der Vorrichtung das Dampfventil auslöst und die Wage auf 0 der Skala abschließt. Die Arbeit schreitet sodann gleichmäßig fort, bis sich eventuell eine Aenderung im Saftabzug als notwendig erweisen würde, welche Aenderung der Beamte jederzeit nach Belieben durch Versetzen des unteren Anschlages mittels eines einzigen Handgriffes durchführen kann. Wird die Saftwage auf dem Diffusionsboden aufgestellt und das Reservoir für den Rohsaft, aus welchem derselbe weiter gepumpt werden soll, um eine Etage tiefer, dann genügt eine einzige Wage, weil in der Zwischenzeit zwischen zwei Abzügen der Saft bequem aus der Wage in das Reservoir abfließen kann. Mit diesem Apparat bestimmt man daher das genaue Gewicht des abgezogenen Rohsaftes, ferner auch das Volumen desselben, welches der Arbeiter bei jedem abgezogenen Diffuseur zu notieren hat. Hat dann der Beamte eine Tabelle, welche in ihrem Kopfe Gewichte, in der Seitenkolonne Volumina verzeichnet hat, und wo auf den Kreuzungspunkten der Kolonnen mit den Zeilen die mit Rücksicht auf die nötige Korrektur berechneten Saccharisationen eingetragen sind, dann kann gleichzeitig oder wann immer auch später bei jedem Diffuseur der Arbeitsfortschritt der Diffusionsarbeit verfolgt werden, weil bei bekanntem Gewichte und konstatiertem Volumen auch sofort die Durchschnitts-Saccharisation aus dem ganzen Abzüge abgelesen werden kann, welche Ablesung jedenfalls zumindestens so genau sein dürfte, als jene, welche sonst mühsam mit Hilfe des Saccharometers bestimmt wird. Schließlich sei noch bemerkt, daß dieses System des Wagens außer für den Rohsaft auch für jede andere Flüssigkeit, deren Bestimmung nach Gewicht in der Zuckerfabrik oder in einem anderen Betriebe wünschenswert wäre, angewendet werden kann.

(Fortsetzung folgt.)

Ein Seewehr aus Eisenbeton.

Auf der holländischen Insel Schouwen wurden im vergangenen Jahre nach Angabe des Ingenieurs R. R. L. de Muralt Seedeiche aus Eisenbeton gebaut, welche in der Fachpresse die ihnen gebührende große Beachtung fanden.1) Die Bauweise fand nun eine Erweiterung in der nach demselben Prinzip ausgeführten Anlage eines Seewehrs auf der gleichen Insel, worüber wir „De Ingenieur“ vom 16. Febr. d. J. folgendes entnehmen. Es handelt sich hier um ein an einer Spitze der Insel erbautes Seewehr, welches die durch Ebbe und Flut verursachten Ströme von der Küste ablenken und sie daher verhindern soll, längs derselben hinzustreichen und dadurch die übrigen Küstenverteidigungswerke zu schädigen.

Die gleiche Bauart wäre unter Beachtung der besonderen Erfordernisse auch für Strandwehre geeignet und wird voraussichtlich auch bald dafür Verwendung finden. Ein Seewehr soll den Zweck erfüllen, die Stromrichtung zu ändern. Seine Wirksamkeit ist bis zur Hochwassergrenze eine Funktion der Höhe. Die Strandwehre dagegen bezwecken nur den Stromfaden des schnellen und mächtigen Seestromes örtlich vom Ufer abzuhalten, sie brauchen nicht die Richtung des Stromes zu ändern, sondern sollen ihn nur parallel zu sich selbst seewärts verschieben. Strandwehre, welche demnach gewöhnlich mehrere nebeneinander ausgeführt werden, sollen mit ihrem Scheitel in gleicher Höhe mit dem normalen Strande liegen; ihre Wirksamkeit ist mehr eine Funktion ihrer Länge.

Das Seewehr auf Schouwen liegt mit seiner Oberkante in Hochwasserhöhe. Es besteht abwechselnd aus einer Platte und einer Leiste, wie aus den nachfolgenden Abbildungen ersichtlich, Fig. 1 und 2 zeigen im Querschnitt die Form und die Armierung der betreffenden Teile. Was die Form betrifft, so sei darauf aufmerksam gemacht, daß das Gewicht des Wassers i eine Sicherung gegen Umkippen bewirkt, wenn die Kraft des Stromes h in wagerechter Richtung gegen den erhöhten Dammrücken wirkt. In Hinsicht hierauf ist demnach die Knie-Armierung bei k aus zolldicken Rundeisen-Stäben angebracht. Im Uebrigen besteht die Armierung aus Streckmetall, wie aus Fig. 3 ersichtlich, wo das Einformen einer Platte wiedergegeben ist.

Die Betonmischung besteht aus 3 Volumenteilen Portland-Zement, 5 Teilen Sand, 8 Teilen Kiesel von 1½ bis 3 cm, und ½, Teil Traß.

Die Ausführung des Werkes veranschaulicht die

1)

U.a. „De Ingenieur“ 1906, Nr. 12 und 34,

„Eisen und Beton“ 1906, Heft XI,

„D. P. J., Zeitschriftenschau“ S. 64.