Text-Bild-Ansicht Band 322

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so daß für solche Flechtwinkel der Unterschied in den Normalspannungen des äußerlich unbelasteten Seiles praktisch vollständig bedeutungslos ist.

Textabbildung Bd. 322, S. 311
Textabbildung Bd. 322, S. 311

Die Schub- und Drehspannungen sind in den Fig. 25 und 26 aufgetragen, das Achsenkreuz ist hier durch Normale und Binormale gebildet und die Seilachse ist wieder links vom Ursprung liegend zu denken. Aus der Uebereinanderlagerung beider Spannungen ergibt sich ohne weiteres, daß die der Seilachse am nächsten liegenden Fasern am stärksten beansprucht sind. Es ist, absolut genommen,

d.h. Schub- und Drehspannungen kommen sich ihrer Größe nach bedeutend näher wie die Zug- und Biegungsspannungen.

Wenn p = 0 wird, so verschwinden sämtliche innere Kräfte und Kräftepaare, das Seil ist in diesem Falle völlig spannungslos.

VIII. Zusammenfassung der Ergebnisse der Arbeit

1. Der Elastizitätsmodul eines Spiralseiles ist eine veränderliche Größe und abhängig von der in der Seilachse wirkenden Last

und von dem Kräftepaar
, dessen Achsstrecke ebenfalls in die Seilachse fällt.

2. Da bei kurzen Seilen die Voraussetzung 3 nicht erfüllt ist, so wird der Elastizitätsmodul im allgemeinen auch noch eine Funktion der Länge des Seiles sein.

3. Die radial auf den Draht wirkende Pressung p kann durch alleinige Anwendung der Gleichgewichtsbedingungen nicht ermittelt werden, so daß der Spannungs- und Formänderungszustand des Spiraldrahtseiles unter Vernachlässigung der Reibung einfach statisch unbestimmt ist. Die Kenntnis der elastischen Konstanten des Drahtmaterials allein reicht aber nicht hin, um das Problem zu lösen, da die Hanfeinlage von wesentlichem Einfluß auf die gegenseitigen Pressungen p sein wird.

4. Die Drähte eines Spiraldrahtseiles werden unter Einfluß der Belastung

und
“ im allgemeinen aufnehmen:

  • a) Normalspannungen,
  • b) Schubspannungen,
  • c) Biegungsspannungen und
  • d) Drehungsspannungen.

Diese vier Spannungen sind aus den Gleichungen 9–12 des Abschnittes VI zu ermitteln. Die statisch unbestimmte Größe p ist aus den Formänderungen zu bestimmen. Die Anstellung praktischer Versuche würde die Auswertung dieser Rechnung über die Formänderungen insofern wesentlich unterstützen können, als es damit gelingt, gewisse Größen, wie die Gesamtlängung Δh des betreffenden Seiles, die Gesamtdrillung Δφ (vergl. Abschnitt V) und die Querkontraktion desselben durch unmittelbare Beobachtungen am Seile als bekannt in die Rechnung einzuführen.

5. Im Querschnitt eines Drahtes können Spannungen auftreten, auch wenn die Belastung Null ist. Diese Spannungen rühren von der Fabrikationsweise des Seiles her. Ihnen proportional ist ein Anfangsdruck p, entsprechend den Gleichungen des Abschnittes VII.

Hammerwerke mit Kraftantrieb.

Von Professor Pregél, Chemnitz.

(Fortsetzung von S. 295 d. Bd.)

Masseys doppeltwirkender Luftfederhammer.

Der in Fig. 23–26 dargestellte Schmiedehammer (Engl. Patent 1904, No. 10764) besitzt den Hammerzylinder a und den angegossenen Luftpumpenzylinder b mit dem Triebkolben c und dem Hammerkolben d. Die oberen Räume a, b dieser Zylinder stehen durch den Kanal 1, 1, die unteren Zylinderräume a1, b1 dagegen durch den Kanal 2, 2 in Verbindung. Jeder dieser Luftwege wird durch einen Dreiweghahn, und zwar 1 durch f und 2 durch g derart unterbrochen, daß Oeffnungen 3 und 4 in die Luftkammern m und n leiten, welche zwischen den Zylindern a und b liegen und durch die Scheidewand l gebildet werden.

Jeder dieser Dreiweghähne, z.B. f (Fig. 26), wird längsseits durch einen Ventilboden h in zwei Hälften f und f1 geteilt, dessen Ventil sich von f nach f1 öffnet und die vollständige Trennung dieser Hälften f und f1 besorgt, sobald Ueberdruck in f1 oder g1 herrscht. Nun sind die Lochschlitze in den festen Büchsen geradlinig übereinstimmend, während die Stege i, i in den Hahnkörpern versetzt sind. Weil nun die auf den Hahnzapfen befindlichen Hebel durch die Zugstange k verkuppelt sind, welche in der Steuerstange ihr Verlängerungsglied erhält, so kann durch die gegensätzlich stehenden Kanäle 3 und 4 einerseits, als durch die trennenden Ventile h in Verbindung mit den versetzten Stegen i, i anderseits ein Wechselspiel hervorgerufen werden, mit dem sowohl die Hammerstellung festgelegt, als auch die Schlagstärke abgeändert werden kann.

Textabbildung Bd. 322, S. 311
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