Text-Bild-Ansicht Band 322

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die zu Boden gesunkenen Teile aufwärts zu dem Beschickungstrichter eines Trockenapparates, welcher Amtliche Späne so weit trocknet, daß sie, nach dieser Behandlung neuerlich einem nassen Trennungsverfahren im wesentlichen so wie bereits geschildert, unterzogen, nunmehr sich sicher sondern, indem die brauchbaren Holzöle oben bleiben, während die knorrigen Teile in dem zweiten Sortierbottich zu Boden sinken. Die Kosten des Betriebes einer solchen Anlage, besonders für den Trockenraum dürften nicht gering sein, so daß sie schwer ins richtige Verhältnis zu den zu erzielenden Vorteilen zu bringen sind.

Neben den eigentlichen, den pflanzlichen Rohmaterialien für die Zellstoffgewinnung spielt die Lauge bei der Kochung eine Rolle. Hinsichtlich des Sulfates, welches heute für Natronzellstoff herrscht, ist kaum etwas wesentliches anzuführen. Für die Sulfitcellulose ist der günstige Bezug von Schwefel begreiflicherweise Lebensbedingung. Dabei handelt es sich entweder um Schwefel kurzweg, oder um geeignete Schwefelverbindungen, um Kiese. Für den Schwefelbezug hat die Anglo-Sicilian-Sulphur Co. in London, welche mit etwa 85 v. H. des in Sizilien gewonnenen Schwefels die dortige Produktion beherrscht, dies auch lange Zeit auf dem Weltmarkt getan und so die Schwefelpreise bestimmt. In den letzten Jahren ist ihr ein mächtiger Mitbewerber in der Union-Sulphur Co. erstanden, welche in Louisiana mit einem sinnreichen Verfahren den Schwefel mittels heißen Wassers in geschmolzenem Zustande aus einer Tiefe von 150–250 m an die Oberfläche bringt. Wenn es nun eine Zeit lang schien, als ob durch diesen Wettbewerb ein Sinken der Schwefelpreise und damit ein billigeres Arbeiten in Sulfitstofffabriken zu erhoffen sei, so ist durch ein jüngst erfolgtes Abkommen, wonach das Absatzgebiet zwischen den beiden Gesellschaften friedlich geteilt, Produktion und Preis geregelt wird, letzterer wieder ein bedeutender geworden.

Damit erhöht sich aber die Möglichkeit, Kiese zu benutzen, insbesondere deshalb, weil es durch Kiesröstöfen in den Modifikationen von Herreshoff, Humboldt und O'Brien mit mechanischer Beschickung möglich geworden ist, sehr befriedigendes Schwefligsäuregas aus Kiesen darzustellen, so daß es doch denkbar ist, mit Kiesen noch unter etwas schwereren Bedingungen zu arbeiten, als nach der älteren Angabe, wonach Kies nur erheblich weniger als ein Drittel des Preises des Rohschwefelskosten dürfe, um wirtschaftlich günstig benutzt werden zu können.

Man kann übrigens auch die Absorption der aus dem Kiesrösten folgenden Gase so leiten, daß eine für die Zellstoffbereitung geeignete Lösung erhalten wird. Darauf bezieht sich z.B. das Verfahren der Metallurgischen Gesellschaft in Frankfurt (D. R. P. 161017). Der Gewinnung reiner schwefliger Säure aus Kiesröstgasen stehen als Hindernisse die Anwesenheit von Flugstaub aus den Eisenoxyden und der Gehalt an Schwefelsäureanhydrid entgegen, welch letzteres insbesondere bei der Absorption durch Kalk lästiger Weise Gips erzeugt. Das genannte Verfahren versucht nun vor der Weiterverwendung der Schwefligsäure das Schwefelsäureanhydrid tunlichst zu entfernen, und zwar durch Waschen der Gase mit Wasser. Hierbei ist aber heißes Wasser deshalb wünschenswert, weil es nur wenig Schwefligsäure, welche ja für die Zellstoffkochung allein gebraucht wird, auflöst, also wenig Verlust verursacht. Um aber für das so benötigte heiße Wasser wenig Wärme aufwenden zu müssen, soll dessen Menge klein werden. Für die Entstaubung braucht man jedoch viel Wasser. Diesen entgegengesetzten Forderungen sucht man nach Fig. 22 gerecht zu werden. Der Turm a ist als Tellerturm ausgeführt. Die heißen Gase treten unten durch Rohr b ein und verlassen den Turm gereinigt oben bei c. Auf ihrem Wege begegnen sie dem herabrieselnden Wasser, welches oben durch eine Brause eingeleitet wird und vorerst mit den immerhin schon abgekühlten Gasen in Berührung tritt, wobei es aber doch allmälig etwas wärmer wird und auch etwas Schwefligsäure löst. So tropft es allmälig bis in den in der Mitte eingefügten Zylinder e, welcher unten durch den Boden k abgeschlossen ist, aber doch durch den lotrechten Schacht h mit dem unteren Turmteil in Verbindung steht. Der auf h sitzende Schirm g ermöglicht einen Ueberlauf so, daß das Wasser von oben nicht unmittelbar in die untere Turmhälfte träufelt.

Textabbildung Bd. 322, S. 409

Aus dem solcherart im unteren Teile von e gebildeten Reservoir saugt eine in i eingeschaltete Pumpe das herabgekommene Wasser ab und spritzt es fein zerstäubt durch das Rohr j und die Brause f von neuem im oberen Teile aus, so daß aller Staub der aufsteigenden Gase niedergeschlagen wird.

Das weiter über den Schirm g abfließende Wasser kommt mit heißeren Gasen in Berührung und wird dadurch sehr warm. Dies kommt der Aufnahme der Schwefelsäure zugute, während die in dem kühleren, oberen Teile aufgenommene Schwefligsäure dadurch zum guten Teil wieder ausgetrieben wird, um so mehr, weil beabsichtigt ist, die oben zugeleitete Wassermenge so klein zu wählen, daß eine Erwärmung unten bis auf etwa 70° C stattfindet. So erreicht man, daß das unten, umhüllt von Kühlwasser in einem größeren Kasten durch ein Rohr ablaufende Waschwasser fast nur Schwefelsäure und Eisenoxydstaub enthält.

Um die Sulfitlösung mit der nach irgend einem Verfahren gewonnenen Schwefligsäure darzustellen, hat man bekanntlich Turm- und Kammerapparate. An letztere scheint ein Verfahren von Drewsen und Parent anzuschließen, bei dem Kalkmilch und Schwefligsäure an entgegengesetzt liegenden Teilen einer Trommel aus Holz