Text-Bild-Ansicht Band 322

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verwendet, welche nach je 1000 Betriebsstunden eine Abnutzung des Kollektors nur um etwa ½ mm verursachen. Bei den größeren Maschinen werden Hilfskohlenbürsten vor den Hauptbürsten angebracht, welche bei Ueberlastungen eine stärkere Funkenbildung vermeiden. Die Anordnung der Bürstenhalter ist aus Fig. 3 ersichtlich. Die Bürstenhalterbolzen sind an beiden Enden befestigt, um Vibrationen hintanzuhalten. Die Bürsten selbst liegen leicht und elastisch auf dem Kollektor auf und können durch eine feingängige Schraube während des Betriebes in ihrer Stellung reguliert werden.

Die Generatorwelle ist so stark bemessen, daß die kritische Tourenzahl des rotierenden Teils erheblich über der normalen liegt und auftretende Zentrifugal- und magnetische Zugkräfte eine merkliche Verbiegung nicht herbeiführen können. Die Kupplung mit der Turbinenwelle ist vollständig in das Gehäuse des mittleren Lagers zwischen

Turbine und Generator eingebaut. Die Schmierung der Lager erfolgt durch Drucköl, das durch eine Preßpumpe geliefert und in stetigem Kreislauf erhalten wird.

Nach ähnlichen Grundsätzen sind auch die Gleichstrommotoren mit hoher Tourenzahl von Brown-Boveri gebaut. Sie besitzen ebenfalls eine Ausgleich- und eine Nebenschlußwicklung im Magnetfeld. Der mit der Nebenschlußwicklung in Reihe geschaltete Regulierwiderstand erlaubt eine Veränderung der Umdrehungszahl in weiten Grenzen. In gleicher Weise wie bei den Generatoren wird auch hier die Ventilation durch den Rotor selbst in reichlicher Weise bewirkt. Die Motoren werden für Leistungen von 40 PS mit 4000 Umdreh. bis 2300 PS mit 900 Umdrehungen gebaut und dienen namentlich zum direkten Antrieb von Zentrifugalpumpen und rotierenden Kompressoren.

M.

Zeitschriftenschau.

Apparate.

Elektrizitätszähler. (Bushnell.) Den wesentlichsten Einfluß auf die Unveränderlichkeit der Konstanten von Elektrizitätszählern übt der Zustand des Edelsteinlagers für den Anker aus, da es mit der Zeit rauh wird. Letzteres erfolgt bei Saphirlagern von Zählern älterer Bauart, sofern keine Erschütterungen einwirken, nach etwa 800000 Umdrehungen, andernfalls sinkt dieser Wert auf die Hälfte. Bei den neueren Zählern hat man das Gewicht des umlaufenden Teiles auf nahezu ein Drittel verringert, so daß man als mittlere Grenzleistung 1 Million Umdrehungen ansehen kann. Diese Werte gelten für Kommutatorzähler; bei Induktionszählern ist wegen des wesentlich geringeren Gewichtes des umlaufenden Teiles der doppelte Wert anzunehmen. Die neueste Errungenschaft ist die Verwendung von Diamantlagern, bei denen man mit Sicherheit eine Lebensdauer von 5 Millionen Umdrehungen annehmen kann. Aus diesem Grunde kann das Nacheichen von Zählern neuerer, Bauart sowie solcher mit Diamantlagern in größeren Zwischenräumen stattfinden als das Nacheichen von Zählern mit Saphirlagern und solcher älterer Bauart.

Für die Genauigkeit von Zählerangaben kommt ferner in Betracht, daß bei geringer Belastung, beispielsweise mit dem Strom einer Glühlampe, ein 5 Amperezähler mit wesentlich größerem Drehmoment läuft als ein 50 Amperezähler. Infolgedessen empfiehlt es sich, den letzteren häufiger zu eichen und wenn irgend angängig mit Diamantlagern auszurüsten. Der Verfasser stellt für das Nacheichen von Kommutatorzählern folgende Regel auf: 5–10 Amperezähler sind jährlich, 15 bis 50 Amperezähler halbjährlich und größere Zähler vierteljährlich nachzueichen. Induktionszähler sind jährlich und nur, wenn sie in dieser Zeit mehr als drei Millionen Umdrehungen machen, halbjährlich nachzueichen.

Da die Konstante eines Zählers durch Erschütterungen beim Transport und ferner durch magnetische Felder an dem Aufstellungsort beeinflußt wird, empfiehlt sich die Nacheichung des eingebauten Zählers. Am wirtschaftlichsten wird dieses durch Verwendung besonderer Eichzähler bewirkt, die mehrere Feldwicklungen besitzen und so das volle Drehmoment bei verschiedener Belastung ergeben. Das Eichen der Zähler geschieht für zwei Punkte und zwar für 1/10 der Normallast und für halbe Normallast. (Electrical Review New York 1907, S. 221–224.)

Pr.

Vereinigter Strom- und Spannungsmesser, Die Johns-Manville Company ordnet einen Strom und einen Spannungsmesser so an, daß deren Zeiger sich kreuzen. Die Spitzen der Zeiger zeigen dann auf den üblichen Teilungen Strom und Spannungswerte an, während der Schnittpunkt der Zeiger als Ablesemarke für zwei weitere Teilungen dient, an denen die Pferdestärken und die Kilowatt abgelesen werden. Das Instrument dient somit gleichzeitig als Wattmeter. Soll ein Instrument für die Strommessung zur Aenderung des Meßbereiches mit verschiedenen Widerständen verwendet werden, so sind die richtigen Werte für die Pferdestärken und die Kilowatt mittels einer Tabelle aus den abgelesenen Werten zu ermitteln. (Street Railway Journal 1907, Bd. I, S. 745.)

Pr.

Viagraph. Mit diesem Namen bezeichnet der Erfinder Brown einen Apparat zum Messen der Unregelmäßigkeiten in Straßenoberflächen, wie solche durch ungleiche Abnutzung entstehen. Der Apparat besteht aus einem Schlitten mit zwei geraden parallelen Kufen, zwischen denen an einem wagerechten Hebelarm ein senkrecht bewegliches, mit Zähnen versehenes Rad aufgehängt ist. Dieses Rad treibt mittels Kegelräder und: Schnecke einen Papierstreifen an und steuert ferner einen senkrecht beweglichen Schreibstift, der an dem Papierstreifen anliegt. Wird die Vorrichtung mittels eines Seiles über das Pflaster geschleppt so wird der Papierstreifen im Verhältnis des zurückgelegten Weges abgerollt und der Schreibstift zeichnet die Unregelmäßigkeiten in einer Kurve als Funktion des Weges auf. (Zeitschrift für Transportwesen und Straßenbau 1907, S. 283–284.)

Pr.

Beleuchtung.

Wagenbeleuchtung. (Marshall.) Schwankt der Fahrleitungsstrom einer elektrischen Bahn bedeutend, so leidet hierunter vor allem die Wagenbeleuchtung, da die Glühlampen bei verringerter Spannung nur ein mäßiges rotes Licht abgeben. Zur Abhilfe wird ein mittels eines Motors angetriebener Stromerzeuger, sowie eine Anzahl EMK-Zellen vor die Lampen geschaltet. Diese EMK-Zellen ergeben beim Stromdurchgang eine konstante Gegenspannung; da sie jedoch keine aktiven Platten und praktisch keine Kapazität besitzen, so verbrauchen sie nahezu keine Energie. Der Stromerzeuger wird mittels-zweier Wicklungen, einer an der Fahrleitungsspannung und einer an den EMK-Zellen liegenden, erregt. Beide wirken einander entgegen und sind so bemessen, daß sie bei dem höchsten Wert der Fahrleitungsspannung sich aufheben und somit eine Spannung Null an den Klemmen des Stromerzeugers geben.

Sinkt jedoch die Fahrleitungsspannung, so wird damit die Wirkung der an dieser Spannung liegenden Wicklung sinken und es wird an den Klemmen des Stromerzeugers eine Zusatzspannung auftreten, die mit der Fahrleitungsspannung zusammen wieder den früheren Wert ergibt. Der den Stromerzeuger antreibende Motor wird gleichfalls von der konstant gehaltenen Spannung gespeist.