Text-Bild-Ansicht Band 322

Bild:
<< vorherige Seite

das maschinelle, die Löcher verschieden im Durchmesser, so daß die Nieten, die naturgemäß alle gleich gemacht werden, die Nietlöcher bei zu großem Durchmesser schlecht und unvollkommen ausfüllen, oder daß das Material des Nietes nicht mehr zu einer vollkommenen Kopfbildung ausreicht.

Die Mängel aller dieser Bearbeitungsverfahren werden beseitigt durch die Anwendung der von der Firma Carl Flohr gebauten Pendelbohrmaschinen.

Ihre Bauart ist aus Fig. 2 und 3 ersichtlich. Ein kräftiger und dennoch leichter Bügel aus Schmiedeeisenkonstruktion trägt einen hängend angeordneten Elektromotor, der mittels einer dreistufigen Stufenscheibe auf die Antriebswelle der Bohrmaschine arbeitet. Die eigentliche Bohrmaschine ist in einem kräftigen Gußstücke gelagert, welches sämtliche Wellen und Mechanismen in starken Abmessungen und in der Ausführung enthält, wie sie bei modernen Bohrmaschinen üblich ist. Die Bohrspindel wird von der oberen Welle durch Kegelräder angetrieben. Die Bohrspindel ist in einer Buchse gelagert, die durch Zahnstange und Zahntrieb gehoben und gesenkt werden kann. Das Heben geschieht schnell von Hand durch einen Griff, während der Vorschub beim Bohren entweder von Hand durch ein Handrad mit Schneckenübersetzung oder selbsttätig durch doppelte Schneckenübersetzung geschehen kann. Um die Leistungsfähigkeit der Maschine möglichst groß zu machen, ist sie eingerichtet für Spiralbohrer aus Schnellarbeitsstahl (Novostahl); es ist dementsprechend ein sehr kräftiger Motor von 2½ bis 3 PS Leistung vorgesehen, der zum Schulze gegen Regen und Staub gekapselt ist. Statt eines Bohrtisches hat die Maschine einen Gegenhalter, der den Bohrdruck aufnimmt, indem er unter die zu bohrende Eisenkonstruktion greift. Dieser Gegenhalter ist mit Schrauben an dem Bügel der Maschine angeschraubt und läßt sich in den dafür vorgesehenen Löchern leicht höher und tiefer stellen und auch vollständig umdrehen, so daß Gegenstände von beträchtlicher Höhe gebohrt werden können. Die Maschine ist über ihrem Schwerpunkte pendelnd aufgehängt. Der Aufhängepunkt kann aber seitlich verschoben werden, so daß die Maschine zum Bohren von Löchern in schrägen Gurtungen schräg arbeiten kann, wie dieses aus Fig. 4 hervorgeht. Auf diesem Bilde ist auch noch eine Reihe anderer Gegenhalter dargestellt, die man sich für die besonderen Verhältnisse passend selbst leicht herstellen kann, da sie nur aus einem gebogenen Flacheisen bestehen.

Textabbildung Bd. 322, S. 515

Der Anlaßwiderstand ist gleich an der Maschine angebracht, so daß letztere mittels eines beweglichen Kabels unmittelbar an die elektrische Kraftleitung angeschlossen werden kann.

Durch die Anwendung der Pendelbohrmaschine wird eine Arbeitsweise geschaffen, die besonders für Eisenkonstruktionen eine sehr vorteilhafte und günstige ist.

Als Beispiel sei wieder der schon oben erwähnte in Fig. 1 dargestellte Kranträger gewählt. Seine Bearbeitung gestaltet sich folgendermaßen. Die einzelnen, die Eisenkonstruktion bildenden Winkel, Laschen usw. werden auf einer Zulage auf Böcken ausgelegt, ausgerichtet und mit Schraubzwingen und Klammern zusammengeheftet; darauf werden in dem oben aufliegenden Eisen die Löcher angerissen und angekörnt. Nachdem dieses geschehen ist, wird mit dem Bohren mit der Pendelbohrmaschine begonnen. Die durch die pendelnde Aufhängung leicht drehbare und bewegliche Maschine wird an die einzelnen Löcher geführt, die schnell und sauber gleichzeitig durch alle Lagen durchgebohrt werden. Der Gegenhalter der Maschine legt sich dabei unter die Eisenkonstruktion und nimmt den Bohrdruck auf, der gleich zum Zusammenpressen der einzelnen Lagen dient. Das Bohren geschieht schnell und sachgemäß, weil der Arbeiter gleich nach dem Ansetzen die Kupplung zum selbsttätigen Vorschub einschaltet. Der Bohrer wird so während der ganzen Bohrzeit gleichmäßig und richtig nachgespannt und somit sowohl die Maschine als auch das Material der Bohrer zur Erreichung einer großen Arbeitsgeschwindigkeit voll ausgenutzt. Nachdem ein Loch gebohrt ist, wird die Maschine gedreht und werden alle in ihrem Bereiche liegenden Löcher gebohrt; darauf wird sie durch einfaches Ziehen an den Handketten der die Maschine tragenden Laufkatze weiter bewegt und so allmählich um die ganze Eisenkonstruktion herumgeführt.

Textabbildung Bd. 322, S. 515

Nachdem der Träger so gebohrt ist, wird er in derselben Lage, also ohne jedweden Transport mit der elektrischen Nietmaschine genietet; dieses Nieten vollzieht sich sehr schnell, weil alle Löcher ganz sauber und genau passend sind und gar keine Nacharbeit durch Aufdornen