Text-Bild-Ansicht Band 322

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oder Aufreiben der Löcher erforderlich ist.

Textabbildung Bd. 322, S. 516

Außerdem fällt die Nietung sehr gut aus, weil die Niete die sauber gebohrten Löcher genau ausfüllen und somit mit ihrem ganzen Querschnitt tragen, und weil durch die genau zueinander passenden Löcher in den verschiedenen Eisenlagen schädliche Spannungen von der Eisenkonstruktion ferngehalten werden.

Durch diese Bearbeitungsweise wird also das, was erstrebt werden muß, wirklich erreicht, nämlich eine billige, sachgemäße Bohrung und Nietung von Eisenkonstruktionen, unter Vermeidung jeglicher unnützen, zeitraubenden Nebenarbeiten (Transport, Nachreiben und Aufdornen der Löcher usw.) Es geht auch hieraus hervor, daß durch die Einführung dieser Bearbeitungsweise mittels Pendelbohrmaschinen die Leistungsfähigkeit wesentlich erhöht wird, da die Arbeit schnell von statten geht. Diese Leistungsfähigkeit läßt sich besonders dann, wenn es sich um größere Eisenkonstruktionen (Kranträger, Brückenträger usw.) handelt, noch mehr steigern, wenn gleichzeitig mit mehreren Maschinen gebohrt wird, wie auf Fig. 1 zu sehen ist. Hierin liegt auch ein wesentlicher Vorteil dieser Bearbeitungsweise; man ist ohne weiteres imstande, die Arbeiten an einer ausgelegten Eisenkonstruktion in beliebiger Weise durch gleichzeitiges Arbeiten mit mehreren Maschinen zu beschleunigen. Bei den oben erwähnten, älteren Arbeitsmethoden ist eine solche Verkürzung der Arbeitszeit nicht ohne weiteres möglich.

Die Verwendung der Pendelbohrmaschine in verschiedenartigen Fällen sei noch an einigen Figuren erläutert.

Fig. 5 zeigt das Bohren von Löchern in der Gurtung eines Gitterträgers. Der Gegenhalter ist dabei umgedreht, so daß er unter den Träger faßt; das bietet in diesem Falle den Vorteil, daß die seitliche Verschiebung der Bohrmaschine bequem ist.

In Fig. 4, die das Bohren von Löchern in dem schrägen Teil der Gurtung eines Gitterträgers zeigt, ist der Gegenhalter nach oben gedreht, so daß er sich jetzt unmittelbar gegen die Eisen der Gurtung stützt. Die Schiefstellung ist so gewählt, daß die Löcher senkrecht durch die Eisen gebohrt werden.

(Schluß folgt.)

Studien über die Bildung des Kötzers beim Selfaktor.

Von Dipl.-Ing. Michael Früh, Fürth i. B.

(Fortsetzung von S. 501 d. Bd.)

III. Untersuchung der Schichtendicke.

Eine Schicht dachte man sich zusammengesetzt aus der ab- und aufsteigenden Spirale. Wenn man nun von der Schichtendicke spricht, so kann man sich immer eine gleiche Anzahl solcher Einzelschichten zusammengefaßt denken.

Von Beginn der Wicklung des Fadens auf die nackte Spindel an, bis zur Beendigung der Bildung des Mittelstückes, nimmt die Schichtendicke innerhalb einer jeden Schicht von der Grundfläche zur Spitze derselben ab. Im allgemeinen hat man Kegelschichten. Bei dem Ansätze selbst darf man eigentlich nicht so ohne weiteres von einem Kegel sprechen, denn es muß doch erst bewiesen werden, ob diese Schichten auch Kegelflächen bilden. Theoretisch genommen ist dies auch nicht der Fall, was die folgende Betrachtung lehren wird.

Während der Bildung des Schlußstückes bleibt die Schichtendicke überall konstant.

Es soll nun gezeigt werden, daß der Grund für die Abnahme der Schichtendicke bei der Bildung des Ansatzes ein anderer ist, als bei derjenigen des Mittelstückes.

Während bei der letzteren die Entfernung der einzelnen Fadenringe konstant ist, wie im vorhergehenden Kapitel gezeigt wurde, nimmt diese bei der Bildung des Ansatzes von Grundfläche zur Spitze zu. Denn der Aufwinder macht während der Bildung der absteigenden Spirale eine Bewegung mit abnehmender Geschwindigkeit und umgekehrt während derjenigen der aufsteigenden Spirale, auf Grund der Konstruktion der Leitschiene, bezüglich kegelförmiger Schichten, die jedoch erst nach Beendigung der Bildung des Ansatzes erreicht werden. Es findet deshalb an der Grundfläche jeweils eine Anhäufung von Fadenringen gegenüber der Spitze statt. Selbstverständlich ist dabei die Tourenzahl der Spindeln von ebenso wichtiger Bedeutung.

Es sei:

l = Wagengeschwindigkeit = die in der Zeiteinheit gelieferte bezw. aufzuwindende Fadenlänge;

c = Aufwindergeschwindigkeit;

e = Entfernung der einzelnen Fadenringe voneinander;

n = Tourenzahl der Spindeln f. d. Zeiteinheit;

d = mittlerer Durchmesser des Kegelstumpfes, auf welchen l aufgewickelt wird.

Es bestehen dann folgende Gleichungen:

c = e ∙ n . . . . . 11)

l = nπd . . . . . 12)