Text-Bild-Ansicht Band 322

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Schließlich findet sich

a = so + sk + k + sm + s
= so + sk + ρ – so – sk + a1 + sm + s
= ρ + a1 + sm + s 9)
und A4 = ρ – e 10)

Der Zusammenhang zwischen a', e, i und ρ ist aus der Fig. 4 ersichtlich.

Um für einen bestimmt vorliegenden Fall deren zahlenmäßige Größen zu ermitteln, verzeichnet man zu dem in Aussicht genommenen Spannungsdiagramm das sogen. Müller-Reuleauxsche Schieberdiagramm, in welchem die Größen e, i und a' in gleichem, jedoch vorerst unbestimmtem Maßstab erscheinen.

Textabbildung Bd. 322, S. 771
Textabbildung Bd. 322, S. 771
Textabbildung Bd. 322, S. 771
Textabbildung Bd. 322, S. 771

Wählt man die zulässige Dampfgeschwindigkeit für die Einströmung mit 40 m sekundlich, so gilt

. . . . . . . . . . 11)

worin b die Kanalbreite in m,

F den Kolbenquerschnitt in qm und
cmax die größte Kolbengeschwindigkeit in m/Sek. be-
zeichnen.

Ist die absolute Größe von a' bekannt, so finden sich diejenigen von e, i und ρ durch Multiplikation der aus dem Schieberdiagramm entnommenen diesbetreffenden Größen mit der nach Vergleich der Strecke a' im Schieberdiagramm mit dem gerechneten Wert zu a' bestimmten Verhältniszahl.

Für die Ausströmung wählt man bekanntlich einen kleineren Wert, etwa 30 m/Sek. als zulässige Dampfgeschwindigkeit, also

. . . . . . . . . . 12)

Mit den Gleichungen 1–11 lassen sich alle Durchlässe im Schieber ermitteln, nachdem vorher a, e, i und ρ gefunden waren.

Werden noch die Stegstärken sk, sm und st gewählt und die Größen s und s für die Ueberströmung versuchsweise ermittelt, so ist die gesamte Länge des Schiebers gegeben.

Textabbildung Bd. 322, S. 771
Textabbildung Bd. 322, S. 771

Das Diagramm Fig. 4 gehört zu dem in den Fig. 5 bis 9 wiedergegebenen Hochwaldschen Schieber einer stehenden Verbundmaschine der Maschinenfabrik A. Borsig in Berlin-Tegel, Hub 550 mm, Zylinderdurchm. 620/950, Umdrehungszahl 155 minutl., Voreilungswinkel δ =49°, Exzentrizität 55 mm, Kanalweite angeblich 73 mm. Wie ersichtlich, beträgt a = 86 mm.

Bei diesem Schieber ist a1 kleiner gewählt als wie im Vorstehenden dargelegt wurde. Damit wird eine kleinere Schieberlänge erzielt, hingegen tritt die volle Gesamteröffnung a für die Ausströmung später ein und hält kürzer an. Die Eröffnungs- und Schließungskurve besteht hierbei aus drei Teilen; während des ersten Teiles nehmen alle drei Durchlässe gleichmäßig bis auf je s + i zu, während des zweiten Teiles bleibt a3 = s + i konstant, hingegen nehmen die Durchlässe bei A1 und A2 je bis auf a1 zu, während des dritten Teiles bleiben a3 = s + i und a1 konstant und es nimmt A2 bis auf ρ – i – z zu. Hierauf sperrt die Kante c ebenso viel zu als die Kante l aufmacht, so daß die Gesamteröffnung während des Ueberschleifens z konstant = a bleibt.