Text-Bild-Ansicht Band 322

Bild:
<< vorherige Seite

Kathode, durch Aenderung des Gehaltes der Lösung an Zink, Säure oder Alkali, Reduktionsmittel, sowie der Stromdichte und Temperatur. Die obere Grenze in der Stromdichte, bei welcher der Niederschlag schlecht zu werden beginnt, hängt mehr von der Rührgeschwindigkeit als von allen anderen Einflüssen ab.

Gute Zinkniederschläge kann man aus alkalischen, wie aus sauren Lösungen erhalten, auch wenn die Stromdichte 60 Amp. auf den Quadratdezimeter beträgt, vorausgesetzt, daß die Kathode sich rasch genug dreht

Da Zink sich aus stark alkalischen Lösungen schnell abscheidet, so kann man den Widerstand der Lösung und damit die Badspannung für jede gegebene Stromdichte sehr niedrig machen. Die Stromausbeute ist bei alkalischen Lösungen hoch.

Aus alkalischen Lösungen erhält man feiner kristallinische Niederschläge als aus sauren Lösungen. Die Größe der Kristalle wächst mit der Temperatur und dem Zinkgehalt der Lösung und nimmt ab mit steigender Stromdichte. (Electrochemical and metallurgical Industry 1907, S. 222–223.)

A.

Materialienkunde.

Legierungen. (Tammann.) Im anorganisch-chemischen Institut der Universität Göttingen sind unter Leitung von G. Tammann neuerdings eine Anzahl Legierungen metallographisch untersucht worden. R. S. Williams hat die Legierungen von Antimon mit Mangan, Chrom, Silicium und Zinn, von Wismut mit Chrom und Silicium, von Mangan mit Zinn und Blei untersucht, E. Isaac diejenigen des Eisens mit Platin.

Es mischen sich in flüssigem Zustande vollständig: Sb–Mn, Sb–Cr, Sb–Si, Sb–Sn, Mn–Sn. Flüssiges Blei nimmt nicht mehr als 12 v. H. Mangan und umgekehrt geschmolzenes Mangan nicht mehr als 10 v. H. Blei auf. In flüssigem Wismut lösen sich nur 2 v. H. Silicium; Silicium löst kein Wismut auf. Wismut und Chrom lösen einander gar nicht.

Als Verbindungen wurden festgelegt Sb2Mn3, SbMn2; Sb2Cr, SbCr; SnMn4, SnMn2; unsicher sind SbSn und SnMn. Keine Verbindungen bestehen zwischen Sb und Si, Bi und Cr, Bi und Si, Mn und Pb.

Mischkristalle werden gebildet zwischen Sb und Mn (von 50–60 Atomprozent und 65–69 Atomprozent Mn), zwischen Sb und Cr (50–52,5 v. H. und 95–100 v. H. Cr), zwischen Sb und Si (0–0,3 und 99,0–100 Gewichtsprozent Si), zwischen Sb und Si (0–8,0 Atomprozent, 50,0–53,0, 99,0–100,0 v. H. Sb, zwischen Bi und Si (0–0,8 Gewichtsprovent v. H. Si), zwischen Mn und Sn (96–100 Atomprozent Mn).

Es werden keine Mischkristalle gebildet von Bi mit Cr und von Mn und Pb.

Die Abkühlungsgeschwindigkeit hat bekanntlich oft Einfluß auf die Struktur der Legierungen. Besonders augenfällig ist dieser Einfluß bei der Legierung etwa gleicher Atomprozente von Zinn und Antimon. Während die rascher abgekühlte Legierung bei 24facher Vergrößerung, geätzt mit alkoholischer Eisenchloridlösung, große helle Mischkristalle auf dunklem Grunde zeigt, ist nach 36 stündigem Erhitzen auf 400° die Fläche ganz gleichmäßig geworden. Die antimonreicheren Mischkristalle haben sich mit der dunklen zinnreicheren Masse zu einer einheitlichee Kristallart umgesetzt, die der Formel SbSn entspricht.

Eisen und Platin bilden bei höheren Temperaturen eine lückenlose Reihe von Mischkristallen. Bei tieferen Temperaturen treten Umwandlungen ein, durch welche diese Reihe in zwei weitere Reihen von Mischkristallen zerfällt, von denen die eine von 0 bis etwa 50 v. H. Platin und die andere von 60–100 v. H. Platin reicht.

In dem geschmolzenen Eisen löste sich das Platin auffallend schnell. (Z. f. anorgan. Chemie, 55, S. 1–33 und 63 bis 71.)

A.

Verbrennungswärme von Silizium. H. N. Potter verbrannte Silizium, das frei von Karborundum war, in einem Kalorimeter, das aus zwei konzentrischen Bomben bestand, und fand 7595 Grammkalorien als Verbrennungswärme von 1 g Silizium. Daraus berechnete sich 28,4 × 7595 = 215692 Grammkalorien für 1 Grammäquivalent. (Electrochemical and metallurgical Industry 1907, S. 229.)

A.

Motorwagen.

Gillet-Lehmann-Regler. (von Eicken.) Bekanntlich kommt die Gemischbildung im Spritzvergaser dadurch zustande, daß beim Saughube infolge Luftverdünnung im Ansaugrohr eine gewisse Menge Brennstoff aus dem Schwimmergehäuse durch eine im Vergaserraum sitzende Düse emporgetrieben wird. Hierbei zerstäubt der Brennstoff, und mischt sich mit dem den Vergaser durchstreichenden Luftstrom.

Nun ist aber je nach der Geschwindigkeit des Saughubes die Luftverdünnung im Ansaugrohr verschieden und zwar ist sie um so größer, je schneller der Saughub erfolgt, weil das Nachströmen der Luft in den Vergaser nicht so schnell geschieht, wie das Absaugen. Hieraus folgt, daß auch die Menge des durch die Düse angesaugten Brennstoffes mit der Geschwindigkeit des Motors wächst, und zwar schneller als die Luftgeschwindigkeit im Vergaser, so daß bei hoher Umdrehungsgeschwindigkeit des Motors ein bedeutend brennstoffreicheres Gemisch wie bei geringer Umdrehungszahl erzeugt wird.

Diesem Umstände tragen die verschiedenen Vergaserkonstruktionen dadurch Rechnung, daß sie bei höherer Umdrehungszahl des Motors den Zylindern außer dem Gemisch atmosphärische Luft zuführen. Die Regulierung dieser Luftzuführungsvorrichtung erfolgt teils von Hand, teils selbsttätig durch Zentrifugalregulator oder durch Schnarchventil. Die Handregulierung erfordert abergroße Aufmerksamkeit und eingehende Sachkenntnis und erreicht dennoch bei weitem nicht den Ausgleich, den eine selbsttätige Regulierung bewirken kann. Erfolgt letztere durch den Regulator, der auf Kolbenschieber, Drehschieber oder eine zweite Drosselklappe wirkt, so arbeitet sie meist richtig, versagt aber vollständig, wenn der Motor durch größere Beanspruchung in langsameren Gang kommt. Der Eintritt der Zusatzluft, der in diesem Falle ganz geschlossen sein sollte, ist geöffnet, was zur Folge hat, daß das Gemisch zu dünn wird und die Kraftentfaltung gerade im Augenblick der höchsten Beanspruchung vermindert. In dieser Hinsicht arbeiten die Schnarchventile, gleichviel, ob sie als Federventile oder als Kugelventile ausgebildet sind, richtiger, weil ihre Tätigkeit von der Ansauggeschwindigkeit abhängig gemacht ist. Ihre Schwäche besteht in dem Mangel an Empfindlichkeit den Schwankungen der Ansauggeschwindigkeit gegenüber, weil die Regulierung auch hier durch Bewegung maschineller Teile erfolgt, welche durch ihre Trägheit die Einwirkung der Drehschwankungen verzögern.

Der Gillet-Lehmann-Regler bezweckt ohne maschinelle Einrichtung, unabhängig von der Umdrehungszahl des Motors, ein stets gleichbleibendes Gemisch im Vergaser zu erzielen, indem er den Druckunterschied im Schwimmergehäuse und in der Düse so beeinflußt, daß die Austrittsgeschwindigkeit des Brennstoffes der Durchschnittsgeschwindigkeit der durch den Vergaser gehenden Luft proportional bleibt.

Die jeweilige Verminderung des Druckunterschiedes auf dasjenige Maß, welches für die richtige Zusammensetzung des Gemisches bei den verschiedenen Umlaufzahlen erforderlich ist, wird dadurch erreicht, daß der Regler nicht den vollen Druck der Atmosphäre auf die Brennstoffoberfläche im Schwimmergehäuse wirken läßt, sondern die Luft bei jedem Saughube zum Teil durch Absaugen aus dem oberen Teil des Schwimmergehäuses vermindert.

Das Absaugen geschieht mittels Rohrleitung, die zwischen der Saugleitung des Motors und dem Luftraum über dem Brennstoff im Schwimmergehäuse eingeschaltet ist.

Durch Einstellung des Reglers hat man es nun in der Hand, den Einfluß der Druckminderung in der Saugleitung auf den Druck im Schwimmergehäuse so zu regeln, daß die Austrittsgeschwindigkeit