Text-Bild-Ansicht Band 299

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Kasten eingeschlossen, welcher einem Verlust an Bronze vorbeugt.

Bronzirvorrichtung an Druckmaschinen von F. M. Mole in Birmingham.29) Die Erfindung betrifft einen Apparat, welchen man leicht an allen Schnellpressen oder Druckmaschinen anbringen kann, bei denen die zu bedruckenden Bogen von einem rotirenden Cylinder mitgenommen und gegen die Druckform gepresst werden.

Golddruckapparat für Cigarettenhülsen von Schaeffer und Hauck in Berlin.30) Der Druck geschieht noch vor der Bildung der Hülse, während der kurzen Ruhepause, in welcher die vorhergehende fertige Hülse von dem endlosen Papierstreifen abgeschnitten wird.

Eine Bronzirmaschine, hauptsächlich zum Bronziren einzelner steifer Blätter, ist M. Rockstroh und H. Gottschalk in Dresden patentirt worden.31)

Diese Maschine kennzeichnet sich durch eine intermittirend arbeitende Transportvorrichtung zum Vorschieben der zugeführten einzelnen Blätter.

Ferner durch eine oder mehrere Greif Vorrichtungen, welche die einzelnen vorgeschobenen Blätter von den Seiten erfassen und weiter transportiren.

Der eigentliche Bronzirapparat ist in einem von endlosen Ketten bewegten Kipprahmen gelagert, wobei die Auftragwalze durch Berührung mit der zu bronzirenden Fläche in Umlauf gesetzt wird und die Dauer der Schaukelbewegung je nach der Länge des zu bronzirenden Blattes geregelt werden kann.

Bei der Bronzirmaschine von G. Newsum in Leeds32) ist hauptsächlich darauf Bedacht genommen, dass das in einzelnen Bogen zu bronzirende Papier beim Hindurchgehen durch die Maschine keine Falten schlagen kann. Dies wird gleichzeitig mit dem Abstäuben dadurch erreicht, dass das Papier nach einander durch Abstäubwalzenpaare mit zunehmender Geschwindigkeit läuft.

Die Bronzirmaschine von J. Jab in Berlin33) soll ohne jede Staubentwickelung arbeiten und der Bronzeverbrauch daher auf ein Minimum herabgedrückt werden. Dies wird dadurch erreicht, dass man es vollständig in der Hand hat, gerade nur so viel Bronze auf das Papier fallen zu lassen, als absolut nothwendig ist. Da die Maschine durch eine einfache Handbewegung des Arbeiters erst dann eingerückt wird, wenn der zu bronzirende Bogen in seiner richtigen Lage in die Maschine eingelegt ist, während nach Fertigstellung eines Bogens die Maschine selbsthätig arretirt wird, so ist ein leeres Durchlaufen des Greifers und dadurch Unbrauchbarwerden eines Papierbogens ausgeschlossen.

Ferner kann nicht eher Bronze auf das Papier fallen, als bis dasselbe mit seiner vorderen Kante unter den Siebkasten getreten ist.

Da man den Siebkasten ausser Thätigkeit setzen und so mit dem Ausstreuen der Bronze aufhören kann, sobald die hintere Kante des Bogens unter dem Siebkasten hindurchgegangen ist, so wird ein unnöthiger Bronzeverbrauch vermieden. Die etwa noch überflüssige Bronze wird durch die Verreiber und Polirwalzen aufgenommen und durch Bürsten in Auffangkästen geworfen. Auch werden die drehbar angeordneten Unterlagen stets sauber gehalten, so dass ein Beschmutzen der unteren weissen Flächen der Papierbogen nicht vorkommen kann. Der Bogen kommt vollständig fertig, staubfrei und deckenbronzirt aus der Maschine.

Combinirte Druck- und Bronzirmaschine von Em. Bloch in Budapest.34) Der Bronzirapparat ist bei dieser Maschine so angeordnet, dass man denselben ohne Unterbrechung des Betriebes aus- und einschalten kann, je nachdem mit oder ohne Bronze gedruckt werden soll.

Golddruckmaschine von E. H. Schmidt in London.35) Durch diese Maschine soll ein selbstthätiges Auftragen von Bronzepulver auf den erhitzten Typensatz, der zum Bedrucken oder Vergolden von Gegenständen dient, ferner ein selbsthätiges Reinigen des Typensatzes nach jedem Abdrucke erfolgen.

Bei Steindruckpressen werden die gewöhnlichen Farbwalzen durch Bronzirwalzen und Bürstenwalzen ersetzt. Letztere schlagen gegen den erhitzten Stein und bürsten ihn nach jedem Abdrucke ab.

Die Firma Legrand frères in Paris36) stellt Reliefdruck mit Bronzepulver her zum Zwecke der Imitation von Stickereiartikeln. Die zum Drucke gebrauchten Platten müssen äusserst sorgfältig bearbeitet sein, damit die Bronzepulver, welche in die Vertiefungen derselben mittels starker hydraulischer Maschinen gepresst werden, in die zartesten Linien eindringen und sich nachher auf dem Gewebe abdrucken.

Die Herstellung von Metalleffecten auf Stoffen geschieht vorwiegend in der Weise, dass man zuerst ein Klebemittel aufdruckt und dann hierauf die Metallpulver aufstreut. Die überschüssige Bronze wird durch Beklopfen der unteren Tuchseite entfernt. Zum Vordruck für Goldgrund verwendet man meistens eine Mischung von Leinölfirniss mit Ocker.

Dieses Verfahren ist sehr unrationell, da sehr viel Material verloren geht und die Arbeiter durch den entstehenden Metallstaub stark belästigt werden.

Seit langer Zeit ist man bemüht, ein Verfahren zum directen Aufdrucken von Bronzefarben ausfindig zu machen. Die Industrielle Gesellschaft zu Mülhausen i. E. hat unter anderem einen Preis ausgesetzt für ein metallisches Pulver, welches mit der Walze aufgedruckt werden kann und mit oder ohne Cylindriren Gold- oder Silberglanz zeigt. Das Pulver muss der Reinigungsoperation der gleichzeitig aufgedruckten Dampffarben widerstehen können.

Einen Fortschritt, wenn auch keine Lösung dieser Frage, bedeutet das Verfahren der Firma Fr. Supf in Nürnberg.37)

Die Firma bereitet eine Teigfarbe, welche ohne Vorbereitung des zu bedruckenden Gewebes direct aufgedruckt werden kann.

Die Teigfarbe wird wie folgt hergestellt:

1) Das Schlemmen der Bronzefarbe geschieht mittels starker Reinigungsmittel (Bleichsoda u.s.w.).

2) Das Poliren wird abweichend von den üblichen

29)

D. R. P. Nr. 46632 vom 16. Juni 1888.

30)

D. R. P. Nr. 55118 vom 17. Mai 1890.

31)

D. R. P. Nr. 58093 vom 10. Januar 1891.

32)

D. R. P. Nr. 70255 vom 19. Juli 1892.

33)

D. R. P. Nr. 71038 vom 8. November 1892.

34)

D. R. P. Nr. 78617 vom 28. December 1893.

35)

D. R. P. Nr. 79730 vom 18. Mai 1894.

36)

Färber-Zeitung, 1893 Heft 10 S. 156.

37)

D. R. P. Nr. 74452 vom 17. Mai 1893 und Nr. 74453 vom 4. Juni 1893.