Text-Bild-Ansicht Band 302

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werden kann. Zu diesem Zweck ist der Sattel nach zwei entgegengesetzten Richtungen für die das Fahrzeug zu bewegende Person benutzbar. Dieses wird dadurch erreicht, dass die Sattelstütze nach vorn oder hinten gedreht wird, desgleichen wird die Lenkstange je nach der Fahrrichtung entweder am Steuerrohr a oder bei b eingesetzt, wo diese die Lenkung durch die Schiene c auf das Vorderrad überträgt. Der Sitz für die zu befördernde Person ist hier wie bei vorbeschriebener Construction zwischen den beiden Antriebsrädern befestigt.

Die bis jetzt zum Controliren des Bahnkörpers verwendete Eisenbahndraisine hat in dem Vierradtandem, das im „Park agricole d'Achères“ in Paris auf einer Schienenbahn von 10 km Länge bei 60 cm Spurweite in Thätigkeit ist, eine Verbesserung erfahren. Dieses Fahrzeug ist wie das moderne Strassen-Vierradtandem gebaut, nur mit dem Unterschied, dass die Felgen einen den Eisenbahnrädern ähnlichen Querschnitt haben (Fig. 3). Jede dieser Felgen ist mit einer Rinne c zur Aufnahme der Speichenköpfe sowie des Gummireifens b versehen. Mit diesem Vierrad werden per Stunde 33 km gefahren. Das Gewicht der completen Maschine ist 35 kg, so dass dieselbe leicht von den Schienen abgehoben und wieder aufgesetzt werden kann. (Nach Revue universelle.)

Textabbildung Bd. 302, S. 251

Um die Nachtheile des Hartlöthens zu vermeiden, wenden die Schönebecker Fahrradwerke von Hoyer und Glahn in Schönebeck a. E. ein Walzverfahren an, welches auf kaltem Wege die in Fig. 4 dargestellte Verbindung erzeugt, die nach den Ermittelungen der königl. technischen Versuchsstation eine durchaus feste Verbindung abgibt.

Textabbildung Bd. 302, S. 251

Um Erschütterungen und Stösse zu beseitigen, liess sich E. Jonckheer in Brüssel ein gelenkig verbundenes federndes Gestell patentiren (D. R. P. Nr. 87271). Wie Fig. 5 bis 7 zeigt, ist auf der das Tretkurbellager enthaltenden Hülse a beiderseits ein Ring b befestigt, der mit zwei Augen cc1 versehen ist. In die nach oben gerichteten Augen c der beiden Ringe ist das untere, zu einem Körnerzapfen e ausgebildete Ende des Sattelstützrohres d eingesetzt, während die Augen c1 zur Aufnahme der konisch zulaufenden Enden eines gleichen Zapfens f dienen, welcher mit dem zur Vorderradgabel führenden Rohr g verbunden ist. Jeder Ring b besitzt ferner einen nach hinten gerichteten Stutzen, an welchem der betreffende Schenkel der Hinterradgabel i befestigt ist.

Am unteren Ende des Sattelstützrohres greifen zwei Blattfedern k und l an, deren obere Enden durch Gabel m bezieh. Stange n mit der Hinter- und Vorderradgabel verbunden sind. Die unteren Enden dieser Federn bilden, wie aus Fig. 6 und 7 ersichtlich, eine im Querschnitt halbkreisförmige Schale; diese umgreifen das untere Ende des Sattelstützrohres von beiden Seiten und werden durch Bolzen o und p festgehalten.

Textabbildung Bd. 302, S. 251

Durch diese Einrichtung wird jeder auf das Vorderoder Hinterrad wirkende Stoss aufgehoben oder wenigstens gedämpft. Die sonst üblichen Sattelfedern sind hier überflüssig.

Textabbildung Bd. 302, S. 251

Die Velocipedfabrik Neumarkt von Gebr. Goldschmidt in Neumarkt (Oberpfalz) bringt nach ihrem D. R. P. Nr. 87863 die Federung nur am Gabelkopf an. Zu diesem