Text-Bild-Ansicht Band 302

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Zwecke besitzt derselbe zwei zum Rade parallele Gehäuse a (Fig. 8 und 9), die mit je zwei Lappen b versehen sind. Zwischen letzteren liegen, um Bolzen d drehbar, die Einsatzstücke c, an welche die Scheiden g angeschlossen sind. Diese Scheiden tragen oben einen Arm c1 (Fig. 10), der in das betreffende Gehäuse a hineintritt und dem Drucke der Feder f, die sich mit dem einen Ende gegen den Boden der Gehäuse stützt, ausgesetzt ist. In dem gegenüberliegenden Ende des Gehäuses a ist je ein Schraubenstöpsel e eingedreht, der den Armen c1 der Theile c als Anschlag dient und dadurch die Scheiden g in der Richtung des Gabelrohres h hält.

L. Camus in Paris ordnet nach D. R. P. Nr. 87946 die Federung am unteren Ende der Vorderradgabel an, zu welchem Zwecke die Radachse in rechtwinklig zur Gabel stehenden Coulissen, unter Federdruck stehend, verschiebbar gelagert ist. Die Wirkung der Federn ist dieselbe wie bei vorbeschriebener Anordnung.

Nach D. R. G. M. Nr. 56932 schwächen Gebr. Hinze und Paasch in Magdeburg-Süden bürg die Stösse ab, indem sie die Sattelstütze auf Federn aufsetzen. Zu diesem Zwecke ist die Sattelstütze nicht starr mit dem Gestell verbunden, sondern kann sich in einem Rohre mittels Spiralfeder auf und ab bewegen. Die Stosse werden nun dadurch abgeschwächt, dass beim Gebrauch des Fahrrades die Sattelstütze durch das Gewicht des Fahrers nach unten und durch die Feder nach oben gedrückt wird.

Da die Vorderradgabel die meisten Stösse abzufangen hat und der Druck auf dieselbe ein ziemlich starker ist, kommen auch hier die meisten Verbiegungen und Brüche vor. Diesem wird gewöhnlich dadurch abgeholfen, dass die Gabelscheiden in ihrem Inneren verstärkt werden.

Textabbildung Bd. 302, S. 252

Eine sichere Gabelversteifung für mehrsitzige Fahrräder beschreibt Revue universelle vom 16. Januar 1896. Bei derselben geht vom oberen bis zum unteren Steuerkopf eine Hilfsgabel CD (Fig. 11) und von hier bis zur Nabe des Rades eine zweite DB. Diese Hilfsgabel ist mit der eigentlichen Steuergabel A durch ein Zwischenstück E mittels Muffen verbunden.

Fig. 12 zeigt eine Versteifung des Gabelkopfes A dadurch, dass ein Stützrohr D einerseits am Rahmenrohr E festgemacht, während sein anderes Ende, das einen Kopf F bildet, auf Kugeln in einer Verlängerung des Gabelkopfes A drehbar gelagert ist. Diese Anordnung wird sich besonders für ein- und mehrsitzige Damenräder empfehlen.

Textabbildung Bd. 302, S. 252

Die Fahrradfabrik von A. Opel in Rüsselsheim a. M. beseitigt durch ihr D. R. G. M. Nr. 54292 diesen Uebelstand, indem sie in den Gabelkopf eine dritte Querplatte einlegt, welche die beiden anderen verstrebt. Fig. 13 zeigt die neuen Querplatten abc, welche den Gabelkopf d mit den Schenkeln ee verbinden. Die Platten ac entsprechen den bisher üblichen, nur dass ihr mittlerer Theil fg nach oben ausgebogen ist. Die Verstärkungsplatte b verhindert die Verbiegung des Querstückes. Diese Platte muss in gewisser Weise gekrümmt sein, damit sie in schräger Linie von der Platte a zu der Platte c übergehen kann.

Textabbildung Bd. 302, S. 252
Textabbildung Bd. 302, S. 252

Die Berliner Gusstahlfabrik und Eisengiesserei A.-G. von H. Härtung in Berlin verstärkt die besonders beanspruchten Theile des Rahmens einsitziger Maschinen durch Streben. Gabeln der Zwei- und Mehrsitzer, sowie der untere Theil des Steuerrohres erhalten die durch D. R. G. M. Nr. 62067 geschützte Kreuzverstärkung (Fig. 14).

Textabbildung Bd. 302, S. 252

Für besonders schwere Fahrer versteift P. Reissmann in Doos bei Nürnberg den Rahmen, wie Fig. 15 zeigt, dadurch, dass er zwei wagerechte Rohre über einander anordnet.

Textabbildung Bd. 302, S. 252

Die Oesterreichische Waffenfabriksgesellschaft in Steyer stellt nach dem österreichischen Privilegium vom 28. Juni 1896 jeden Schenkel der Hinterradgabel, statt aus einem, aus zwei über einander liegenden Rohren a und b (Fig. 16) von kleinem Durchmesser her, welche in der bisher für ein Rohr üblichen Weise mit dem Hinterradlager c und mit der Tretkurbellagerhülse d verbunden sind. Diese beiden Rohre geben in Folge ihrer Uebereinanderanordnung und ihres geringeren Durchmessers der Gabel eine geringere Breite.

Zum Zwecke der gegenseitigen Versteifung sind die