Text-Bild-Ansicht Band 302

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der durch einen Brenner erhitzt wird. Die Kühlung dieses wagerechten 2--Erdölmotors geschieht durch kleine, am Motor angebrachte Löcher, durch die der beim Fahren erzeugte Luftzug streicht. Die Regelung der Fahrgeschwindigkeit bewirkt ein Regulator, der unter dem Entweichungsventil so arbeitet, dass, wenn der Motor zu schnell läuft, der Regulator das Steigen des Entweichungsventils verhindert und in Folge dessen das Austreiben der verbrannten Gase und bei der folgenden Drehung der Eintritt einer neuen Ladung nicht stattfinden kann.

Textabbildung Bd. 302, S. 254

Bei normalem Gange ist dieses Ventil durch Vermittelung von Hebeln und Stangen durch eine Riemenscheibe C, die auf einer zur Treibachse parallelen Achse befestigt ist, direct geregelt. Diese Riemenscheibe bewegt einen Treibbügel, der die Bewegung dem Ventil übermittelt. Das Zurückgehen dieses Ventils geschieht durch Federn. Zur Dämpfung des Geräusches puffen die verbrannten Gase in einen Behälter und durch diesen ins Freie.

Textabbildung Bd. 302, S. 254

Der Antrieb, sowie die Abstellung des Fahrzeuges geschehen mit Hilfe eines auf der linken Seite des hinten sitzenden Fahrers befindlichen Hebels, durch den die Treibradachse vor- und rückwärts bewegt werden kann. Diese Achse trägt rechts neben dem Treibrad eine Riemenscheibe A, die mit Hilfe eines Riemens B durch die schon erwähnte kleinere Riemenscheibe C ihren Antrieb erhält.

Obiger Hebel kann an einem gezahnten Sector beliebig, je nach der Geschwindigkeit der Fahrt, eingestellt werden. Wird derselbe nun nach rückwärts bewegt, so rückt das Treibrad nach vorn und spannt dadurch den Riemen ab, der nunmehr das Rad nicht mehr bewegt. Gleichzeitig stemmt sich dasselbe gegen eine Bremse und das Stillstehen ist bewirkt. Wird dagegen der Hebel vorwärts bewegt, so rückt das Rad nach hinten, spannt den Riemen und die Bewegung findet statt. Ausserdem ist dieses Fahrzeug mit einer Anordnung von drei Differentialverzahnungen versehen, die eine Fahrgeschwindigkeit von 8,15 und 24 km in der Stunde gestatten. Die Lenkung geschieht mittels Lenkstange, die mittels eines Zahnrädchens nebst Zahnstange auf das rechte Vorderrad wirkt, während dem linken Vorderrade die Bewegung mittels einer knieförmig gebogenen Achse mitgetheilt wird. Auf diese Weise erhält man eine sanfte Lenkung und kann selbst bei grosser Fahrgeschwindigkeit sehr kurze Curven fahren. (Revue universelle vom 20. August 1896.)

II. Antrieb.

E. Friedrich in Firma Friedrich und Müller in Stuttgart construirte einen an jedem Tourenrad anbringbaren Dampfmotorantrieb (D. R. G. M. Nr. 52509). Der Motor überträgt mittels des Frictionsrades a (Fig. 24) die Kraft auf das Vorder- oder Hinterrad. Den Dampf liefert ein auf Federn gelagerter Röhrenkessel, der mit Spiritus oder Erdöl geheizt wird.

Das Frictionsrad a, welches zum Zweck des Antriebs auf dem Gummireifen läuft, ist sammt dem Maschinenkörper b durch ein Gehäuse eingekapselt, welches in den Scharnieren cc1 ruht.

Wird der Motor ausser Thätigkeit gesetzt, so wird die Feder f in die punktirte Lage gestellt, wodurch der