Text-Bild-Ansicht Band 302

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entgegengesetzte Federdruck an der Warze g den Motor b sammt dem Frictionsrad a in die Höhe hebt.

III. Einzelconstructionen.

a) Kugellager.

Ein an der Aussenseite vollständig geschlossenes, dagegen von der Innenseite nachstellbares Kugellager für Pedale liess sich die Bielefelder Nähmaschinen- und Fahrradfabrik A.-G. vorm. Hengstenberg und Co. in Bielefeld unter D. R. G. M. Nr. 60698 schützen.

Textabbildung Bd. 302, S. 255

Die Achsenhülse a (Fig. 25) besteht mit den beiden Endplatten bb1 aus einem Stück. Mit der Endplatte b1 ist die äussere Lagerschale c fest verbunden, während die Nachstellung durch die an der Innenseite befindliche Lagerschale c1 erfolgt, die ihrerseits durch drei Schräubchen d in der richtigen Stellung gehalten wird. Der Vorzug dieser Construction besteht in der Körnerspitze der Achse und in der von den bisherigen Constructionen abweichenden Lagerung der Kugeln, wodurch die Lager nicht nur gegen Eindringen von Staub geschützt sind, sondern auch eine beträchtliche Menge Oel halten.

b) Bremse.

Textabbildung Bd. 302, S. 255

Eine durch Gegentreten bethätigte Bremse liessen sich unter D. R. P. Nr. 87834 Hyslop Son und Mc Burney in Toronto (Canada) patentiren. Das Kettenrad A (Fig. 26) ist auf einer Verlängerung der Tretkurbelnabe B so gelagert, dass es sich gegen dieselbe begrenzt drehen kann. Die Tretkurbel B ist auf der Achse C festgekeilt und trägt zwei radiale Arme B1, welche je einen Bolzen D tragen. Diese Bolzen greifen in Schlitze a des Kettenrades, so dass die Tretkurbel eine geringe Drehung nach rückwärts auszuführen vermag. Die Bremstrommel E, welche auf der Tretkurbelachsenhülse X sitzt, ist von einem Bremsband F aus Federstahl umgeben, dessen eines Ende f durch den Bolzen a1 am Kettenrad A und dessen anderes Ende f1 durch den Bolzen D an der Tretkurbel B befestigt ist, so dass, sobald der Fahrer gegen die Tretkurbeln tritt, die Bolzen D gegen die Enden der Schlitze a geführt werden, wodurch das Bremsband F gegen die Bremstrommel E gepresst wird.

c) Reifen.

Unter dem Namen „Compensationsreifen“ fabriziren Kemmerich und Co. in Berlin einen Reifen (System R. Temmel D. R. P. Nr. 85538), der aus einzelnen, sich nach oben verjüngenden Gummipuffern b besteht (Fig. 27), die in Abständen auf der Felge a angeordnet sind. Diese Puffer sind einerseits fest mit der Felge, andererseits fest mit dem Gummireifen d verbunden. Zur Erreichung einer der Belastung des Rades angepassten Elasticität sind in den Puffern Löcher c angebracht.

Textabbildung Bd. 302, S. 255

Die ganze Einrichtung ist so getroffen, dass der Reifen nicht schwerer als ein Tourenpneumatik ist. Versuche ergaben, dass sich bei aufgeweichtem Wege die Pufferzwischenräume nicht voll Schmutz setzen.

Textabbildung Bd. 302, S. 255

Den in Fig. 28 dargestellten Reifen fabricirt das Federreifenwerk von Siegrist und Maier in Brombach (Baden). Der Reifen ruht auf einer als Ring ausgebildeten Feder D, die nach innen frei in der Felge B liegt. Durch die Fassung der Feder mit dem über die Felgenränder gestreiften Reifen C, der mit einer Regulirschraube E versehen ist, ist es ermöglicht, die nöthige Spannung zu erzielen.