Text-Bild-Ansicht Band 311

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ist. In letzterem sitzt hier statt der Lenkstange der Sattel, während erstere in einer aussen am Steuerrohr angebrachten Schelle c ihre Führung hat. Die Steuerung geschieht nun dadurch, dass das untere Ende des Lenkstangenrohres d durch Platten f mit dem Gabelkopf e, der seine Führung in dem Steuerrohr hat, verbunden ist. Diese gedrängte Form bedingt, das Rad als Vordertreiber zu bauen.

Textabbildung Bd. 311, S. 110

Das kettenlose Fahrrad der Permanenz-Fahrradwerke von E. Domasch in Dresden besitzt ebenfalls Vorderantrieb und einen kurzen Rahmenbau. Dieser Rahmen (Fig. 15) wird jedoch ausser mit geraden, wagerechten Rohren auch mit nach unten gekröpften Rahmenrohren geliefert. Der Aufstieg und die Handhabung der Maschine soll weniger Gewandtheit erfordern, weshalb sie sich besonders für ältere Fahrer, wegen ihrer leichten Handhabung und stabilen Bauart auch für Militär, Jäger etc. eignet.

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Um die Länge der mehrsitzigen Fahrräder zu verringern, ordnet F. Ljungström in Stockholm nach seinem englischen Patent Nr. 16695/1896 den vorderen Sattel a (Fig. 16) infolge einer geeigneten Einrichtung des Rahmens bedeutend höher als den hinteren b an, wodurch die Fahrer näher zusammenkommen. Bei drei-, vier- und mehrsitzigen Rädern liegen die Sättel abwechselnd hoch und tief.

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Um mehrsitzige Fahrräder mit grösserer Geschwindigkeit als bisher, aber ohne grösseren Kraftaufwand fortbewegen zu können, ordnet Whitworth, wie Fig. 17 zeigt, auf einer Verlängerung des Rahmens, und zwar hinter dem Hinterrad, ein Tretkurbellager an. Dasselbe dient als Hilfsantrieb, mittels welchem der hinten sitzende Fahrer seine Kraft direkt auf das Hinterrad überträgt, während der vordere Antriebsmechanismus der allgemein übliche ist.

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Ein sturzsicheres Zweirad (System Wülbern) bauen Gebr. Vielhaben in Bremerhaven. Dieses Fahrzeug besteht aus zwei nebeneinander laufenden Hochrädern, zwischen welchen sich auf einer gekröpften Achse der Sitz mit Lehne und Fussbrett befindet. Der Antrieb geschieht mittels zweier Handhebel durch Zugstangen ohne Anwendung von Ketten. Jedes Rad ist unabhängig vom anderen zu bewegen, zu steuern und zu bremsen; letzteres geschieht durch zwei Bandbremsen, welche auf die Antriebskurbelscheiben wirken. Diese Maschine ist zu vollkommenen Kehrtwendungen befähigt. Ein solches Fahrzeug eignet sich besonders für grossstädtische Verkehrsverhältnisse, da es so gut wie jedes vierräderige Fahrzeug ohne abzusteigen angehalten werden kann und ausserdem die kürzesten Wendungen bei grosser Schnelligkeit gestattet.

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Unter dem Namen „Twin Wheel“ bringen Blum und Co. ein unseren Zweirädern ähnliches Dreirad in den Handel. Dasselbe hat auf der Hinterradachse Zwillingsräder angeordnet, welche 20 cm auseinandersitzen; diese Anordnung soll schon deshalb manchen Vorteil besitzen, weil die Kette zwischen den Rädern liegt, und weil jeder dieses Fahrrad wie ein gewöhnliches Dreirad besteigen und fahren kann. Ebenso sollen Steigungen leicht zu überwinden sein.

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In Fig. 18 sehen wir ein zweisitziges Dreirad, dessen Sitze nicht hintereinander, sondern nebeneinander angeordnet sind. Ebenso befinden sich auch die Lenkstangen, sowie die Tretkurbellager nebeneinander. Die Steuerung ist hier eine indirekte, da die Bewegungen der Lenkstangen erst mittels Schienen a auf den Gabelkopf übertragen werden. Im übrigen gleicht diese Konstruktion den in D. p. J. 1896 301 177 Fig. 13 und 1897 303 227 Fig. 13 beschriebenen Zwillingsrädern.

Die nach bisheriger Konstruktion gebauten Zwillingsräder haben den Uebelstand, dass bei der Belastung die