Text-Bild-Ansicht Band 311

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Durch eine besondere Vorrichtung wird dem Rückwärtsdrehen der Rädchen vorgebeugt. Von wesentlicher Bedeutung ist, dass der Läufer, wann und wo er will, anhalten kann, und zwar ohne Bremsvorrichtung einfach dadurch, dass er den Bewegungen der Fussplatten nachzugeben aufhört.

Für Armeezwecke sollen sich diese Fussfahrräder ganz besonders eignen, weil Dauer- und Eilmärsche ohne Erschöpfung der körperlichen Kräfte verhältnismässig leicht ausführbar sein sollen.

Textabbildung Bd. 311, S. 112

Durch D. R. P. Nr. 98421 von J. Kenyon und G. Whewell in Blackburn hat das in D. p. J. 1897 306 56 beschriebene Fahrrad der Circle Cycle Co. dahingehend eine Verbesserung erfahren, dass, wie Fig. 24 zeigt, das ringförmige Gestell i zwischen den Tragstützen j und d geteilt ist. Von den an der Teilfuge zusammentreffenden Ringschenkeln ist der eine zu einer Muffe k erweitert, in welche das spitze Ende i des anderen Schenkels bei auftretenden Stössen sich verschieben kann. Zur grösseren Elastizität ist noch eine Spiralfeder eingelegt. Diese Anordnung macht das Fahrrad so elastisch, dass ein Schütteln der Hände und Arme des Fahrers ausgeschlossen ist.

Textabbildung Bd. 311, S. 112
Textabbildung Bd. 311, S. 112

Unter dem Namen „Hygieia“ bringen Janssen und Co. in Chemnitz seit längerer Zeit einen Rahmen in den Handel, bei dem die Hinterradgabel zum Abschwächen der Stösse federnd angeordnet ist (vgl. D. p. J. 1897 306 58 Fig. 20). Durch ihr D. R. P. Nr. 98000 bildet obige Firma nun diesen federnden Rahmen dadurch noch weiter aus, dass sie die Vorderradgabel ebenfalls elastisch macht. Natürlich ist hier die Einrichtung so getroffen, dass die Vorderradgabel die Stösse auffängt, ohne jedoch, wie verschiedene andere Bauarten, die Gefahr zu bergen, dass beim Niedergang des Gabelrohres der Pneumatik an die Gabel gepresst wird. Wie Fig. 25 zeigt, trägt das Gabelrohr a an seinem unteren Ende einen Flansch b und ist nach unten offen, so dass die Hülse c des Gabelkopfes d ausziehbar in denselben hineinragen kann. In dieser Hülse befindet sich eine Messinghülse e, welche eine Spiralfeder enthält; diese letztere hält den Gabelkopf vom Gabelrohr entfernt. Um eine völlige Trennung beider Teile zu verhindern, sind Führungsbolzen g vorgesehen. Diese laufen in Hülsen h, welche in den Gabelkopf eingeschraubt sind und in die Gabel hineinragen. Die Wirkung dieses Luftpuffers ist dieselbe, wie diejenige in D. p. J. 1897 306 58 beschriebene.

(Fortsetzung folgt.)

Fortschritte der angewandten Elektrochemie.

Von Dr. Franz Peters.

(Fortsetzung des Berichtes S. 95 d. Bd.)

Der früher (bei Karbid) beschriebene elektrische Ofen von Siemens und Halske kann auch zur Destillation von Metallen, z.B. Zink, gebraucht werden, wofür er bequemer und einfacher als andere Vorrichtungen ist. Auf die hohle Graphitelektrode wird eine Vorlage aufgesetzt und so weit von Beschickung umgeben, dass im Inneren gerade die zur Verdichtung der Dämpfe nötige Temperatur herrscht. Der mit Graphitboden t (Fig. 24) versehene Tiegel c nimmt die Beschickung auf. Die durch den Flammenbogen b erzeugte Schmelze q kann durch o abgelassen werden. Die Metalldämpfe steigen durch die hohle Elektrode k gegen Kondensationsplatten w und w1, die auf Röhrenstücken g in der Kammer d1 ruhen. Diese ist an Metallstreifen z aufgehängt und wird von dem auf k aufgesetzten eisernen Rahmen h getragen. Nicht kondensierte Gase entweichen durch e. Ist der Innenraum v der Kondensationskammer d1 gefüllt, so werden nach Lösung der Schrauben n das Rohr e und die Platten ww1 samt den Rohrstücken g aus den Kammern herausgenommen und erneuert. Schraubt man die Bolzen f ab, so können die Rohrstücke auseinander genommen und die Kondensationsprodukte entfernt werden.

Zur Zinkbestimmung in Erzen empfiehlt H. Paweck (3. intern. Kongr. f. angew. Chem.; Chemiker-Zeitung, 1898 Bd. 22 S. 646) die Vortmann'sche Methode der Fällung aus alkalisch weinsaurer Lösung. Als Kathoden dienen praktisch runde Messingdrahtnetze von 6 cm Durchmesser, die elektrolytisch amalgamiert sind. Nach der Analyse wird das Zink mit fast konzentrierter Salzsäure weggelöst. Es kann auch aus saurer Lösung auf nicht amalgamiertem Messingdrahtnetz abgeschieden werden.