Text-Bild-Ansicht Band 311

Bild:
<< vorherige Seite

an Stelle des sonst üblichen kleinen Kettenrades je ein Zahnrad von grösserem Durchmesser sitzt, in welches ein kleines, mit der Motorachse verbundenes Zahnrädchen eingreift. Dieses Fahrzeug hat eine Geschwindigkeit von etwa 20 km pro Stunde, seine Batterieladung reicht für etwa 32 km.

Textabbildung Bd. 311, S. 158

Ein durch Acetylengas getriebenes Motorrad ist im Imperial Institut von London durch Ingenieur Ralph Lucas ausgestellt worden. Der Erfinder behauptet, dass 1 Pfund Calciumkarbid genug Kraft entwickele, um 50 Meilen damit fahren zu können. Das Gas wird vom Erzeuger nach Passieren eines aus einer Spiralröhre bestehenden atmosphärischen Kondensators zu einer einfachen Gasmaschine übergeleitet, welche das Hinterrad mittels Kette antreibt. Der ganze Mechanismus ist sehr klein. Um dieses Fahrzeug auch für Fussbetrieb benutzen zu können, sind Pedale vorgesehen, die unabhängig vom Motor mittels besonderer Kette ihre Kraft auf das Hinterrad übertragen.

Textabbildung Bd. 311, S. 158

(Fortsetzung folgt.)

Ueber Glühkörper für elektrische Glühlampen und ihre Entwickelung.

Von Fr. Schüler, Ingenieur.

(Schluss des Berichtes S. 93 d. Bd.)

Zu der nächsten Gruppe der aus einem Leiter und einem Nichtleiter bestehenden Glühkörper gehören diejenigen, bei welchen die Nichtleiter möglichst tief in den Leiter eindringen sollen. Als Träger des Nichtleiters eignen sich deshalb besonders Faserstoffe. So will z.B. Buchner (D. R. P. Nr. 25448) einen Kohlefaden auf chemischem Wege mit einem nichtleitenden unschmelzbaren Körper, vorzugsweise den Oxyden oder Silikaten des Calciums, Aluminiums, Zirkons, Berylls oder verwandter Metalle überziehen. Buchner bringt einen Baumwollfaden in eine feuerfeste Kammer, die evakuiert und zugleich schwach erhitzt wird, um alle Luft aus den Poren des Fadens auszutreiben. Dann wird in die Kammer unter hohem Druck eine erhitzte, gesättigte Lösung eines Salzes der genannten Metalle eingelassen, die tief in die Poren des Fadens eindringt. Nachdem die Lösung wieder abgelassen ist, wird die Kammer nach schwachem Erwärmen mit der Lösung eines Hydroxydes oder Karbonates der Alkalimetalle unter hohem Druck gefüllt oder feuchtes gasförmiges Ammoniak eingelassen. Hierdurch wird das in den Poren befindliche Salz in unlösliches Hydroxyd oder Karbonat umgewandelt, während gleichzeitig lösliches Alkalisalz entsteht, welches durch Auswaschen leicht zu entfernen ist. Nach dem Trocknen wird die Kammer unter gleichzeitigem Evakuieren zum Glühen erhitzt, so dass der Baumwollfaden verkohlt und endlich das Oxyd zur Weissglut gebracht, um der Hülle eine grössere Festigkeit zu geben. Selbst eine sehr dünne Hülle soll den Faden vorzüglich schützen, durch Verstärkung derselben soll es sogar möglich sein, einen Glühkörper zu schaffen, der in freier Luft brennen kann. Die Vermehrung der Lichtstärke gibt Buchner auf 70 % an.

W. J. L. Hamilton (Englisches Patent Nr. 2850/1883) imprägniert seine vorzugsweise aus Holz bestehenden Fäden vor dem Tränken auf bekannte Weise mit fein zerteiltem Platin. Nach seinen Angaben eignen sich zum Tränken besonders Lösungen von Salzen des Calciums, Baryums, Strontiums und Magnesiums, jedoch nicht die Chloride dieser Metalle. Der Faden wird in die Lösung eingetaucht, in Graphitpulver geglüht und in Kohlenwasserstoffgas getrocknet. Bei Fäden für hohe Spannung unterbleibt die Platinisierung und zum Tränken wird eine heisse Lösung benutzt.

Hohle Fäden aus Kleber oder Cellulose, die zur Bestimmung des Widerstandes mit Wolframsalzen oder Soda behandelt sind, versieht J. G. W. Aldridge (Englisches Patent Nr. 1799/1884) mit einem elastischen (?) Ueberzug aus feuerfestem Thon. Nach dem Karbonisieren werden in die Bohrung des Fadens Kohlenwasserstoffe eingetrieben.

Aehnliche Glühkörper schlug auch Stokes Williams vor (Englisches Patent Nr. 13883/1884). Auch die Körper von Th. Mace könnten hier aufgeführt werden.

Im Jahre 1886 veröffentlichte A. Bernstein (U. S. P. Nr. 369091) das folgende Verfahren. Ein Kohlefaden wird in alkoholische Lösung eines Magnesiumsalzes, z.B. des Magnesiumchlorids, getaucht und dort durch den Strom stark erhitzt. Der Alkohol soll dann einen Teil seines Sauerstoffes verlieren, der mit dem Magnesium den Oxydüberzug bildet, während das Chlor sich mit Wasserstoff verbindet und als Salzsäure in Lösung bleibt. Statt des Magnesiums sollen auch andere unverbrennliche Oxyde liefernde Metalle benutzt werden. Der Kohlefaden wird am besten aus mehreren Fäden geflochten, gewirkt o. dgl.

Textabbildung Bd. 311, S. 158

G. Zanni (Englisches Patent Nr. 12924/1887) tränkt rohrförmige Fäden aus Maccaroni (!), Stroh, Papier o. dgl. mit einer Lösung der Nitrate oder Acetate des Zirkons, Lanthans u.s.w., und bringt die Glühkörper a in der aus der Fig. 29 ersichtlichen Weise in der Glasbirne an.

In ganz anderer Weise verfährt J. Clegg (D. R. P. Nr. 64678). Er benutzt flüchtige Flüssigkeiten, in welchen Oxyde, Salze oder andere Verbindungen von Magnesium, Calcium, Chrom, Mangan, ferner auch Zirkon, Thor oder