Text-Bild-Ansicht Band 316

Bild:
<< vorherige Seite

Die Erfindung ist in der Zeichnung in den verschiedenen Ausführungen dargestellt und zwar zeigen:

Fig. 1 bis 3 die Anwendung eines hohlen elastischen Körpers zur Druckübertragung im Druckcylinder.

Fig. 4 und 5 die Anwendung eines muldenförmigen elastischen Körpers im Druckcylinder.

Fig. 6 die Anwendung eines vollen elastischen Körpers zwischen Druckkolben und Arbeitskolben.

Fig. 7 zeigt die Anwendung eines hohlen elastischen Körpers an Stelle der Patrize in einer Formgebungspresse.

Textabbildung Bd. 316, S. 100
Textabbildung Bd. 316, S. 100
Textabbildung Bd. 316, S. 100
Textabbildung Bd. 316, S. 100
Textabbildung Bd. 316, S. 100
Textabbildung Bd. 316, S. 100
Textabbildung Bd. 316, S. 100

Gemäss Fig. 1 ist a ein Pumpenstiefel, dessen Innenraum gegen die Bohrung, in welcher der Tauchkolben b geführt wird, abgedichtet werden soll. Zu dem Zweck erfolgt die Uebertragung des durch das Druckwasser ausgeübten Druckes durch den im Innern des Pumpstiefels a befindlichen Gummisack c, in welchem durch das Rohr e Druckwasser eintritt, und aus welchem das Druckwasser durch das Rohr d nach vollzogener Wirkung und Umsteuerung austritt. Beim Eindringen des Tauchkolbens b in den Innenraum des Cylinders wird der Gummisack c zusammengedrückt, bei der entgegengesetzten Bewegung wieder ausgedehnt. Vorausgesetzt, der Kolben b nähme die in Fig. 1 punktierte Stellung ein, so wird, sobald Druckwasser durch e eintritt, der Gummisack c ausgedehnt und die gezeichnete Form annehmen, während der Kolben b in die in ausgezogenen Linien gezeichnete Stellung zurückkehrt. Bei der entgegengesetzten Bewegung des Kolbens b tritt das Wasser durch das Rohr d aus und der Gummisack c wird wieder zusammengedrückt. Es ist ersichtlich, dass die Abdichtung zwischen dem Kolben b bezw. seiner Führung und dem Innenraum des Pumpenstiefels a nur durch solche Bewegungen des Gummisackes c erreicht wird, welche keine Reibung, sondern nur ein Anschmiegen der elastischen Teile zur Folge haben.

Gemäss Fig. 2 ist die Anordnung dahin abgeändert, dass der Gummisack c oben an dem Pumpenstiefel a und unten an dem Kolben b befestigt ist und daher ausgedehnt wird, sobald Druckwasser durch d eintritt, indessen zusammengezogen wird, sobald der Kolben sich zurückbewegt und das Druckwasser durch dasselbe Rohr d wieder austritt.

In Fig. 3 ist die Anwendung desselben Prinzips auf demArbeitscylinder einer Presse dargestellt, a ist der Arbeitscylinder, b der Arbeitskolben, c der Gummisack, d das Zu- und Ableitungsrohr für das Druckwasser. Tritt das Druckwasser in den Gummisack c ein, dann wird dasselbe ausgedehnt und der Kolben b entsprechend dieser Ausdehnung verschoben. Die Rohre d bezw. e in Fig. 1 bis 3 werden im Innern von dem Gummisack c stulpförmig umgeben.

Anstatt den Gummikörper c sackförmig zu gestalten, und das Zuleitungsrohr für das Druckwasser in sein Inneres hineinzuführen, kann derselbe auch muldenförmig gemäss Fig. 4 hergestellt werden. Der Rand g bildet alsdann einen Stülp und wird durch den Wasserdruck so fest gegen die Cylinderwand gedrückt, dass er oben stehen bleibt und die übrige Masse durch das Wasser verdrängt wird, wie in Fig. 5 dargestellt ist. Das Anhaften des Randes g an der Cylinderwand wird begünstigt, wenn man einen Metallring f in die Mulde einklemmt.

Dasselbe Prinzip der Druckübertragung durch das Packungsmaterial kann auch in den Fällen, in welchen der Druck nicht durch das Druckwasser oder andere Flüssigkeit oder luftförmige Mittel ausgeübt wird, sondern durch einen Druckkolben auf den Arbeitskolben von grösserem Durchmesser, also zur Druckübertragung benutzt werden. Eine solche Ausführungsform ist in Fig. 6 dargestellt. In diesem Falle wird ein voller elastischer Körper c gewählt und zwischen dem Druckkolben b und dem Arbeitskolben h des Arbeitscylinders a angeordnet. Der Druckkolben b wird auf beliebige Weise angetrieben. Bei seinem Eindringen in den elastischen Vollkörper c wird ein Teil der Masse des letzteren verdrängt und der Arbeitskolben h wird nach Massgabe dieser Verdrängung, jedoch mit entsprechend verringertem Hube bewegt.

Fig. 7 stellt einen Fall dar, in welchem sowohl ein hohler, als auch ein voller, elastischer Körper zur Druckübertragung benutzt werden kann, und zwar an Stelle der Patrize in Formgebungspressen. In der Zeichnung ist nur die Anwendung eines Hohlkörpers dargestellt. k ist die Matrize, in welcher die Platte (oder Schale) i ihre Form erhalten soll. Wird in den Gummisack c durch das Rohr d Druckwasser eingelassen, so wird die Platte i in die Matrize k gedrückt. Dieselbe Wirkung tritt ein, wenn an Stelle des Hohlkörpers ein Vollkörper gemäss Fig. 6 gewählt wird.

In allen vorstehenden Fällen wird die reibende Bewegung zwischen dem elastischen Körper c und dem Kolben durch die Dehnungsfähigkeit des elastischen Materials aufgehoben und die Abdichtung infolge der Härte des letzteren bewirkt, ohne dass Lederstulpen erforderlich sind, wenn der Kolben möglichst anschliessend im Cylinder geht. Der Druck kann demgemäss auf 1000 und mehr Atmosphären erhöht und der Durchmesser des Cylinders so bemessen werden, wie die Festigkeit des Materials es zulässt.

Es ist klar, dass die beschriebenen Umstände für die Haltbarkeit des elastischen Gummis die denkbar günstigsten sind, denn dieselbe ist bekanntlich erheblich grösser in der Bewegung als in der Ruhe, und der Gummi verhält sich gegen Druck wie jede Flüssigkeit. Ein Schmiermittel von lange dauernder Wirkung kann ohne Schwierigkeit von aussen zwischen Gummi und Cylinderwand eingeführt werden, und die Abdichtung erfolgt stets sofort beim Eintritt des Druckwassers, so dass nicht wie jetzt in manchen Fällen zuerst ein Verlust entsteht, bis die Stulpen sich dicht angelegt haben. Um bei sehr hoher Pressung ein etwaiges Eintreten des Gummis zwischen Kolben und Cylinderwand zu verhüten, wird der Rand des ersteren leicht erhöht, so dass ein Anschmiegen erfolgt, ähnlich der Wirkung der Metallmanschette, aber ohne die grosse Reibung derselben zu verursachen.

Ein wichtiger Vorzug dieser Art der Packung besteht darin, dass nunmehr die Cylinder und Kolben aus Stahlformguss hergestellt werden können, ohne dass zu fürchten ist, dass ein so teueres Stück verworfen werden muss, wenn bei beinahe vollendeter Fertigstellung sich eine kleine Pore in der gebohrten Fläche zeigt, denn solche ist gegen Druckwasser nicht verstopfbar, wohl aber gegen das Eindringen des Gummis.

Somit ist anzunehmen, dass durch diese Neuerung der Anwendung der Hochdruckpressen in Gewerbe und Industrie der Weg in weiterer Weise geebnet wird und grosse Ersparnisse in Anlage und Betrieb erzielt werden.

Kleinere Mitteilungen.

Bücherschau.

Jahrbuch für Acetylen und Karbid. Berichte über die wissenschaftlichen und technischen Fortschritte. Im Auftrag des Deutschen Acetylen Vereins herausgeg. von Dr. M. Altschul, Dr. Karl Scheel, Prof. Dr. J. H. Voge in Berlin. Bd. I. Jahrg. 1899. K. Marhold. Halle a. S.

In diesem Werk sind die zahlreichen, im Lauf der letzten Jahre erschienenen Veröffentlichungen über Karbid und Acetylen systematisch und in übersichtlicher Form zusammengestellt.