Text-Bild-Ansicht Band 316

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Beleuchtung eines Wagens à 140 Normalkerzen bei Verwendung von zweiwattigen Glühlampen innerhalb 11 Stunden zu liefern haben werden, beträgt demnach unter Einrechnung des 2% igen Spannungsverlustes in den Leitungen 3150 Watt-Stunden. Dementsprechend haben die Greneratormaschinen unter Einrechnung der in den Akkumulatoren und den Ladeleitungen entstehenden Verluste von 35 bezw. 2% an den Klemmen pro Wagen täglich

= 4950 Watt-Stunden oder für 500 Wagen 2475 Kilo-Watt-Stunden abzugeben.

Die Gesamtleistung der Zentrale beträgt demnach, ununterbrochenen Betrieb vorausgesetzt, 2475 . 365 = 902375 oder rund 900000 Kilo-Watt-Stunden.

Die Selbstgestehungskosten einer Kilo-Watt-Stunde ohne Verzinsung und Amortisation können bei einem derartigen kontinuierlichen Betriebe, welcher eine volle Ausnutzung der verfügbaren Maschinenkraft ermöglicht, mit 5 Pf. angenommen werden. Da sich aber Manipulationsschwierigkeiten, wie der Tansport der Akkumulatorenbatterien von den Wagen zur Ladestelle und umgekehrt ergeben, und auch die Ueberwachung der Ladung einen Mehraufwand erheischt, seien die reinen Selbstkosten der Kilo-Watt-Stunde mit 8 Pf. berechnet.

Wir haben demnach an Auslagen:

a) Selbstgestehungskosten der Elektrizitätser-
zeugung

72000 M.
b) 8% Verzinsung und Amortisation des für die
Elektrizitätszentrale und die Wageneinrich-
tung aufgewendeten Kapitals von 425000 M.


34000 „
c) 14% Verzinsung und Amortisation für die
Akkumulatorenbatterien von einem Kapitale
von 2090000 M


292600 „
d) 2% Erhaltungskosten vom Gesamtkapitale
zu 2515000 M

50300 „
e) Lampenauswechselung, 7000 Lampen, jede im
Jahre 14mal auszuwechseln, 98000 Lampen
à 50 Pf


49000 „
––––––––
Summa 497900 M.

Die Kosten einer 10kerzigen Lampenbrennstunde betragen demnach, da 7000 . 365. 11 = 28105000 Lampenbrennstunden à 10 Kerzen in Berechnung kommen, 49 790000 : 28105000 = 1,8 Pf.2).

Die Annahmen dieser Berechnung sind im allgemeinen, namentlich aber bei den Batteriegewichten so hohe, dass die bei der Endrechnung nicht in Betracht gezogene Versendung der Ersatz- und Reservebatterien, welche jedenfalls auch einen Aufwand an Geld erfordert, füglich vernachlässigt werden kann.

Wollte man die Batterien in den Wagen selbst laden, was durch Kabelzuführung von der Zentrale und Herstellung der Verbindungen mit den Batterien durch Steckkontakte leicht möglich wäre, so würde dies zwar die Manipulation wesentlich vereinfachen, aber eine bedeutend schnellere Aufladung hierdurch aber auch grössere Leistungsfähigkeit der Zentrale, somit auch einen grösseren Kapitalsaufwand bedingen. Die sich für den Betrieb infolge der erhöhten Verzinsungs- und Amortisationsquote, sowie durch die ungünstigere Ausnutzung der Zentrale ergebenden Mehrauslagen würden aber durch die Ersparnisse in der Manipulation, sowie die bessere Erhaltung der Batterien wieder wett gemacht, und dürfte sohin das Gesamtbild keine wesentliche Aenderung erfahren.

Ueber die Kosten des gemischten Betriebes mit von einer der Wagenachsen angetriebenen Dynamo sowohl für die Beleuchtung ganzer Züge, als auch für die Einzelwagenbeleuchtung liegen bereits eingehende Berechnungen vor, von welchen je ein Beispiel hier zur notwendigen Ergänzung zur Anschauung gebracht werden soll.

Die der Berechnung zu Grunde gelegten Annahmen sind: Die Zugsgarnitur besteht aus zehn Wagen diverser Klassen, es gelangen 3½ wattige Glühlampen zur Verwendung und die Stärke der Beleuchtung beträgt im Durchschnitte 100 Normalkerzen.

Die Anlagekosten betragen:

1 Stück Wagendynamo, vollständig geschlossen
und aufmontiert mit einer Leistung von
80 Ampère bis 90 Volt, einer Tourenzahl von
400 bis 1600 pro Minute, Gewicht etwa 1000 kg



4400 M.
1 Stück Schalttafel inkl. aller erforderlichen
automatischen Schalt- und Regulierapparate,
Messinstrumente und Widerstände, Gewicht
etwa 160 kg



2200 „
10 Stück komplette Kuppelungen à 15 kg 1000 „
9 Stück Lampenumschalter à 4 kg 450 „
10 Stück Zugsbatterien à 36 Zellen für eine Leistung
von 40 Ampère-Stunden bei einer Entladungs-
stromstärke von 4 Ampère, Gewicht 180 kg


6000 „
10 Stück Wagen komplett montiert inkl. Leitungs-
material, Sicherungen, Lampenfassungen und
Glühlampen, Beleuchtungskörper nicht inbe-
griffen



2600 „
–––––––
Sohin in Summa 16650 M.

Die Betriebskosten werden wie folgt berechnet:

a) Amortisation und Verzinsung 7% des Anlage-
kapitals

1165,50 M.
b) Erhaltung:
1. Dynamo 2,5% 110,00 M.
2. Apparate 2,5% 55,00 „
3. Kuppelungen 2,5% 25,00 „
4. Lampenumschalter 2,5% 11,30 „
5. Batterien 7 % 420,00 „
6. Installation 2,5% 65,00 „ 686,30 „
––––––––
c) Betriebskosten:
1. Mehrkohlenbedarf auf der
Lokomotive
526,00 M.
2. Lampenersatz 144,00 „
3. Beaufsichtigung 278,20 „ 948,20 „
–––––––– ––––––––
Somit totale laufende Ausgaben pro Jahr 2800,00 M

Demnach kosten pro 10kerzige Lampenbrennstunde bei einer täglichen Brenndauer von 6 Stunden und Leistung einer Gesamtlichtstärke von 1000 Normalkerzen

Analog berechnen sich die Kosten der 10kerzigen Lampenbrennstunde für die Einzelwagenbeleuchtung bei Annahme einer totalen Lichtstärke von 140 Normalkerzen pro Wagen bei einer Lampenspannung von 35 Volt wie nachstehend:

Anlagekosten:

1 Stück Wagendynamo, vollständig verschlossen,
komplett montiert, Leistung 20 Ampère bis
85 Volt und einer Tourenzahl von 400 bei
1600 pro Minute, Gewicht etwa 400 kg.



1800,00 M.
1 Stück Apparatenschrank mit allen erforder-
lichen automatischen Regulier- und Schalt-
apparaten und Widerständen, Gewicht 160 kg


1200,00 „
2 Stück Akkumulatorenbatterien à 18 Zellen in
Ebonit eingebaut, jede für eine Leistung von
80 Ampère-Stunden, bei einer Entladestrom-
stärke von 5 Ampère, Gewicht 380 kg.



1300,00 „
4 Stück Schalter für hell und dunkel 72,00 „
Leitungsmaterial und Montage eines Wagens 228,00 „
–––––––––
Totales Anlagekapital für einen Wagen 4600,00 M.

Betriebskosten:

a) Amortisation und Verzinsung des Anlage-
kapitals 7%

322,00 M.
b) Erhaltung:
1. Dynamo, Apparate, Installation
2,5% 82,50 M.
2. Batterien 7% 91,00 „ 173,50 „
–––––––
c) Betriebsunkosten:
1. Mehrkohlenbedarf 2300 PS-Stunden à 4 Pf.
92,00 M.
2. Lampenersatz 24,00 „
3. Schmiermaterial und sonstiges 38,50 „ 154,50 „
–––––––––––––––––
Totale laufende Ausgaben pro Jahr 650,00 M.

Hierbei wurde von der Annahme ausgegangen, dass die Lampen täglich 9 Stunden brennen, somit 140 . 9 . 365 = 460000 Kerzenbrennstunden für die Berechnung in Betracht zu ziehen sind. Hiernach belaufen sich die Kosten für die Brennstunde einer 10kerzigen Lampe auf

2)

Verfasser ist auch auf anderem Wege, wobei die für den Automobilbetrieb gewonnenen Daten verwertet wurden, zu dem ganz gleichen Ergebnisse gelangt.