Text-Bild-Ansicht Band 316

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bewirken. Die weitere Dampfzufuhr ist dann abgeschnitten und die Maschine kann nicht durchgehen.

Textabbildung Bd. 316, S. 157

Eine zweite mittels Exzenter der Stenerwelle betriebenePumpe fördert das aus den Mänteln des Cylinders und der Deckel, sowie aus dem Kolbenkörper einem Sammelbehälter zufliessende Kondenswasser in den Kessel zurück.

(Fortsetzung folgt.)

Das Installationsmaterial für die Oberleitung elektrischer Bahnen.

Von C. Hesse.

Wenn auch dem, auf dem Gebiete des elektrischen Bahnwesens thätigen Techniker viele der nachbeschriebenen Vorrichtungen bekannt sind, und diesen nur vollständig neue Konstruktionen werden interessieren können, so seien doch neben den neuen Ausführungen auch die älteren Erzeugnisse – wenigstens kurz – an der Hand von, Abbildungen erläutert, damit die in dem Bahnbetriebe stehenden Verwaltungsbeamten und die sonstigen Interessenten sich einen zusammenhängenden Ueberblick verschaffen können. Von diesem Gesichtspunkte ausgehend, ist es auch erforderlich, einige weitere Erläuterungen, die dem Bahntechniker selbst geläufig sind, beizufügen.

Als Installationsmaterial sind im wesentlichen die Konstruktionen der Gesellschaft für Strassenbahnbedarf in Berlin als Spezialfabrikantin für Oberleitungsmaterial elektrischer Bahnen zu Grunde gelegt.

Zu unterscheiden sind bekanntlich die Stromabnahmeart (durch Rollen oder Bügel) und die demgemässen Unterschiede im Ausrüstungsmaterial. Hierbei kommen im wesentlichen jedoch nur die Halter für die Fahrdrähte in Betracht, da die übrigen Installationsmaterialien für beide Stromabnehmersysteme in gleicher Weise verwendbar sind. Aus diesem Grunde erübrigt es sich in nachstehendem bei denjenigen Teilen, die nur für Rollen bezw. nur für Bügel zu verwenden sind, dies zu bemerken, wogegen bei allen übrigen Teilen es gleich bleibt, ob die Bahn mit Rollen oder Bügelabnehmern ausgestattet wird.

Einen wesentlichen und wichtigen Bestandteil der Oberleitungsmaterialien bilden die Isolationskörper bezw. das zu diesen verwendete Isolationsmaterial. Die Anforderungen, welche an das Isolationsmaterial zu stellen sind, sind insbesondere höchste Isolationsfähigkeit und Wetterbeständigkeit, wie das Material unempfindlich gegen hohe Temperaturen, frei von Schwefel und sonstigen zerstörenden Substanzen sein muss, welche z.B. bei Hartgummi vorkommen. Das von der vorhin genannten Gesellschaft hergestellte, verwendete und unter dem Namen „Eburin“ in den Handel gebrachte, bewährte Isolationsmaterial entspricht vollkommen den obengenannten Bedingungen.

Bei den Metallteilen ist zu berücksichtigen, dass die meisten Teile einen bestimmten Zug auszuhalten haben, und müssen die Ausrüstungsgegenstände so konstruiert und dimensioniert sein, dass neben dem effektiven Maximalzugeine mehrfache Sicherheit gewährleistet wird, da z.B. durch plötzliches Reissen einer Abspannung ein ausser-gewöhnlicher Zug auf andere Abspannungen entsteht und von den diesbezüglichen Teilen vorübergehend muss aufgenommen werden können.

Als Metall ist man grösstenteils auf Guss angewiesen. In früheren Jahren wurde noch vielfach Rotguss verwendet, bis zu dem billigeren schmiedbaren (Temper-) Guss übergegangen wurde. Aber auch der Temperguss hat für den Fabrikanten viele Unzuträglichkeiten und ist er deshalb bestrebt, auch hierfür wieder Ersatz durch andere Konstruktionen zu schaffen. Die mit Isolationsmasse umpressten Eisenarmaturen werden wo angängig aus Eisen geschmiedet, nur bei Kugelisolatoren und Stöpsel mit Innengewinde ist man noch vornehmlich auf schmiedbaren Guss angewiesen.

Die Metallteile werden nach Fertigstellung mit einem wetterbeständigen Lack überzogen; die Teile zu verzinken, anstatt zu lackieren, hat sich weniger bewährt, wie auch dieses Verfahren kostspieliger ist.

Ueber die Anforderungen, die an die Ausrüstungsteile zu stellen sind, hat der Verband deutscher Elektrotechniker Vorschriften erlassen, die auf dem Verbandstag zu Kiel im Juni 1900 zunächst für ein Jahr angenommen sind. Die einschläglichen Bestimmungen seien hier angeführt:

Sicherheitsregeln für elektrische Bahnanlagen.

„Die im folgenden gegebenen Vorschriften gelten für die elektrischen Einrichtungen von Bahnanlagen mit oberirdischer Zuleitung, sowie mit Akkumulatoren in den Wagen, soweit die Betriebsspannung zwischen 250 und 1000 Volt liegt.

Ergänzende Systeme für andere Vorschriften bleiben vorbehalten.

Diejenigen Teile von Bahnanlagen, welche mit mehr als 1000 Volt betrieben werden, fallen unter die Hochspannungsvorschriften.

§ 1.

Für die Kraftstationen, welche dem elektrischen Bahnbetrieb dienen, gelten die Sicherheitsvorschriften für elektrische Mittelspannungsanlagen.

Wagenschuppen sind als Betriebsräume im Sinne der Mittelspannungs Vorschriften anzusehen.

Auch für die Leitungsanlagen elektrischer Bahnen