Text-Bild-Ansicht Band 316

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Die Dampfverteilung des Hochdruckcylinders regelt, gleichwie bei den von L. Láng in Budapest und A. Borsig in Tegel bei Berlin ausgestellten Dampfmaschinen (1900 315 * 583 bezw. 678), eine auslösende Ventilsteuerung, Bauart Collmann, mit Müssigkeitspuffern (D. R. P. Nr. 84548).

Textabbildung Bd. 316, S. 172

Wie in Fig. 71 ersichtlich, ist das obere Ende der Exzenterstange e jedes Einlassventils mit einer Doppelschwinge k verbunden, zwischen deren Armen und auf gemeinsamen Drehzapfen mit dieser der Ventilhebel b angeordnet ist. Derselbe steht einerseits durch ein Gelenk mit der Ventilspindel in Verbindung und wird andererseits beim Aufsetzen einer unter Federwirkung stehenden Klinke c nach abwärts gedrückt, wobei das untere Ende der letzteren mit der Gleitfläche eines um w drehbaren Daumens so lange in Berührung bleibt, bis die Ausklinkung und damit der Schluss des Ventils erfolgt. Der Daumen wird vom Regulator derart eingestellt, dass der Ventilschluss um so früher erfolgt, je weiter der Daumen nach, aussen gedreht wird. Seine Verstellung übt keinen Einfluss auf die Voreinströmung aus; diese bleibt bei allen Füllungsgraden konstant. Ein weiterer Vorzug der Steuerung besteht darin, dass der Rückdruck auf den Regulator fast gänzlich vermieden ist. Da ferner die Berührung der Klinke mit dem um w drehbaren Daumen in dem Augenblicke geschieht, wo das Exzenter in seiner Totpunktlage steht, arbeitet die Steuerung auch bei grossen Geschwindigkeiten nahezu geräuschlos.

Der empfindliche Regulator wird von der längs der Cylinder gelagerten Steuerwelle aus mittels Stirnräder angetrieben (Fig. 70).

Sobald der Hebel b frei geworden ist, erfolgt der schnelle Schluss des Ventils dureb eine kräftige Spiralfeder, wobei jedoch, wie bereits 1896 301 * 8 eingehender beschrieben, kurz vor Ventilschluss eine Verzögerung eintritt. Fig. 72 zeigt einige Ventilerhebungskurven, welche dies erkennen lassen.

Textabbildung Bd. 316, S. 172

Die Steuerung des Niederdruckcylinders entspricht derjenigen des Hochdruckcylinders; nur erfolgt hier die Veränderung des Füllungsgrades von Hand, indem der die Ausklinkung bewirkende Daumen durch eine Stellschraube entsprechend eingestellt wird.

Die Auslassventile werden von besonderen Exzentern der Steuerwelle bethätigt. Jede Stange a der letzteren ist mit einer Schwinge d gelenkig verbunden, deren Ende, als Gleitbahn ausgebildet, auf eine Druckrolle r des Ventilhebels wirkt.

Um die Zähne der konischen Antriebsräder der Steuerwelle behufs Vermeidung jeglichen Geräusches stets imSinne der Drehbewegung aneinander zu halten, ist auf der Steuerwelle ein kleines Schwungrad befestigt. Thatsächlich war der Gang der Maschine nahezu geräuschlos.

Textabbildung Bd. 316, S. 172

Die Steuerwelle selbst ist aus mehreren Teilen zusammengesetzt, von denen zwei mit Rücksicht auf Temperaturänderungen durch eine Ausdehnungskuppelung miteinander verbunden sind.

Die Schmierung der Kolben geschieht durch Mollerup-Pumpen, diejenige der Kurbel- und Kreuzkopfzapfen durch Zentralschmiergefässe.