Text-Bild-Ansicht Band 316

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Deckeln versehen. Der Frischdampf strömt durch ein Rohr am unteren Teile des Cylinders in den Mantel desselben, aus diesem durch Knierohre in die oberen Hohlräume der beiderseitigen Deckel, in denen die Einlassschieber liegen, und nachdem diese durch den äusseren Steuerungsmechanismus geöffnet sind, in den Cylinder. Da nach jedesmaligem Abschluss der Einlassschieber frischer Dampf durch ein Rohr von bedeutendem Querschnitte zugeführt wird, der sich in Wirbelungen um den Cylinder bewegt und eine fortwährende Erneuerung der Wärmeabgabe bewirkt, ist, auch in Anbetracht der kleinen schädlichen Räume, der Dampfverbrauch dieser Maschine, wie viele Versuche bestätigt haben, sehr gering. Die Firma gibt denselben zu 5,800 kg für 1 PSi/Std. an. Versuche, welche an einer relativ kleineren Maschine derselben Bauart – 515 mm Cylinderdurchmesser, 1150 mm Hub – von M. Compère, Ingenieur-Directeur de l'Association parisienne des proprietates d'appareils à vapeur angestellt wurden, ergaben bei 66,6 minutlichen Umdrehungen, 6,25 kg/qcm Kesseldruck und 145 PSi einen Dampf verbrauch von 6,430 kg für 1 PSi/Std. Holland, Ingenieur-Directeur des analogen Vereins in Deville-les-Rouen, ermittelte bei einer gleichen Maschine von 650 mm Cylinderdurchmesser, 1300 mm Hub, 75 minutlichen Umdrehungen, 7,2 kg/qcm Kesseldruck, 289 PSi den Dampf verbrauch zu 6,273 kg für 1 PSi/Std.

Textabbildung Bd. 316, S. 174

Die in den unteren Hohlräumen des Cylinders liegenden Auslassschieber treten bei geöffnetem Kanal in das Innere des Cylinders und entfernen sich beim Schliessen der Ausströmöffnungen wieder, so dass der Kolben unbehindert das Ende seines Hubes erreichen kann. Die Steuerung, welche ein schnelles Oeffnen und Schliessen der Schieber bei beliebiger Cylinderfüllung gestattet und bei einem Schadhaftwerden des Regulators sofort die Dampfeinlasskanäle schliesst, zeigte einen äusserst gleichmässigen und ruhigen Gang.

Wie in Fig. 75 ersichtlich, erteilt die Exzenterstange a der am Cylinder drehbaren Scheibe b eine schwingende Bewegung, welche durch die Stangen c den auf den Spindeln der Einlassschieber lose drehbaren zweiarmigen Doppelhebeln dd (Fig. 77 bis 79) mitgeteilt wird. Zwischen den Hebeln d befindet sich an ihren unteren Armen die Klinke f (aktiverMitnehmer), welche mittels einer Feder r beständig gegen die Schieberspindel gedrückt wird. Auf dieser Spindel ist ein Hebel g (passiver Mitnehmer) befestigt, welcher unter Mitwirkung eines Federpuffers das Schliessen des Schiebers bewirkt, und dessen Nabe zwischen den Hebeln d eine Stahlplatte h für den Angriff einer ähnlichen an der Klinke f angebrachten Stahlknagge j besitzt. Es ist leicht einzusehen, dass der Einlassschieber die Schwingbewegungen der Hebel d mitmachen muss, so lange die Stahlplatten h und j in Eingriff stehen. Um das Auslösen des Schiebers in einem gegebenen Augenblicke zu bewirken, ist die Berührung zwischen h und j durch Abdrücken der Klinke f nach aussen hin aufzuheben. Dies geschieht durch zwei exzentrische Stahlscheiben kk1, die auf der Führung der Schieberspindel lose drehbar sind, und, wie Fig. 75 zeigt, mittels geeigneter Gestängeverbindungen vom Regulator eingestellt werden. Die erhöhten Teile dieser Scheiben legen sich behufs Abstosses der Klinke f je nach der Regulatorstellung früher oder später unter einen seitlichen Ansatz o der mit der Klinke aus einem Stück gefertigten Hülse m, und zwar wirkt die Scheibe k mittels des Ansatzes direkt auf die Hülse m, um die Auslösung beim Vorwärtsgange des Schiebers für kleine Cylinderfüllungen bis zu 0,35 des Kolbenhubes zu ermöglichen, während die Scheibe k1 die Auslösung beim Rückwärtsgange des Schiebers durch Einwirkung auf einen aus dieser Hülse vortretenden Stift n zwischen 0,35 bis 0,8 Cylinderfüllung gestattet. Beim Vorwärtsgange des Schiebers wird dieser Stift von einem abgeschrägten Teil der Scheibe k1 abgedrückt, um die Thätigkeit der Scheibe k nicht zu hindern, während der Stift beim Rückwärtsgange des Schiebers, durch eine untergelegte Schraubenfeder aus der Hülse m herausgetrieben, vor den hohen exzentrischen Teil der Scheibe k1 tritt.

Wenn durch irgend einen Unfall der Regulator beim Arbeiten der Maschine in seine tiefste Lage kommt, verhindern die Scheiben kk1 das Einklinken des aktiven Mitnehmers; die Einlassöffnungen bleiben dann geschlossen und es kann kein Dampf in den Cylinder eintreten.

Die Lager der Schwungradwelle haben selbstthätige Ringschmierung. Die drei Schalen des Hauptlagers sind aus Gusseisen gefertigt und mit Weissmetall ausgegossen; die zum Nachstellen der seitlichen Schalen dienenden Stahlschrauben endigen in halbkugelförmigen Köpfen, welche bei ausgelaufener Unterschale und erfolgtem Sinken der Welle ersteren samt hinterliegenden Druckplatten eine derartige Beweglichkeit gestatten, dass ein stets dichtes Anliegen der Schalen und damit eine gute Führung des Wellenzapfens erreicht wird.

Textabbildung Bd. 316, S. 174

Die Ausstellungsmaschine entwickelt nach Angabe der Firma mit 6 kg/qcm Dampfdruck und Füllungen von 0,1, 0,2 und 0,3 des Kolbenhubes bezw. 700, 1020 und 1230 PSe.

(Fortsetzung folgt.)