Text-Bild-Ansicht Band 316

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auf ihrem Umfange mit einer Anzahl Rillen versehen. Ein gusseisernes Segment von genügender Breite, welches mittels Flachfedern gegen die Cylinderwandung gepresst wird, sichert vollkommenes Dichthalten. Die nachstellbaren Kreuzkopfschuhe sind auf ihren Gleitflächen mit Weissmetall ausgegossen.

Die Treibstangen haben eine Länge gleich dem 5,5fachen Kurbelhalbmesser; ihre Lagerschalen sind aus Gussstahl gefertigt und mit Weissmetall ausgegossen.

Der Zwischenbehälter besteht aus einem unterhalb der Cylinder auf zwei Konsolen der Maschinenständer gelagerten Cylinder C aus Stahlblech von 965 mm Durchmesser. Inmitten des Zwischenbehälters befindet sich ein Rohrbündel, welches von dem aus dem Mantel des Hochdruckcylinders tretenden Dampfe umspült wird, so dass der Receiverdampf leicht überhitzt, demnach vollständig trocken in den Niederdruckcylinder eintritt.

Zur Dampfverteilung dient eine Steuerung, Bauart Reynolds-Corliss, mit Drehschiebern für doppelte Dampfeinströmung; dieselben sind zur Verringerung der schädlichen Räume in den Cylinderdeckeln untergebracht. Einlass- und Auslassschieber jedes Cylinders werden unabhängig voneinander von zwei Exzentern der Schwungradwelle bethätigt; dieselben erteilen den am Cylinder drehbaren Scheiben a und e (Fig. 82) schwingende Bewegungen, welche dann mittels geeigneter Gestängeverbindungen u.s.w. auf die Einlass- und Auslassschieber bb1 bezw. cc1 übertragen werden. Dies geschieht bei den letzteren direkt durch einfache Lenkstangen, bei den ersteren unter Vermittelung einer Ausklinkvorrichtung.

Auf dem äussersten Ende der Spindel jedes Einlassschiebers sitzen drei Hebel, von denen der auf der Spindel festgekeilte die Mitnahme des Schiebers bewirkt, und durch eine angeschlossene Stange mit einem Luftbuffer d bezw. d1 in Verbindung steht. Ein zweiter Hebel – ein Winkelhebel – erhält mittels angreifender, nach der Schwingscheibe a führender Lenkstange eine entsprechende Drehbewegung. Der andere Arm dieses Winkelhebels ist mit einem Zapfen versehen, über den eine zweiarmige Gabel greift. Der eine Schenkel der letzteren trägt einen Anschlag, welcher bei der abwechselnden Bewegung der Gabel mit einem entsprechenden Anschlag des erstgenannten, auf der Spindel festgekeilten Hebels in Eingriff kommt und diesen, infolgedessen auch den Einlassschieber mitnimmt, so dass Dampf in den Cylinder einströmen kann. Ein dritter vom Regulator eingestellter Hebel trägt einen Daumen – die Stellung desselben kann für eine gewisse Regulatorstellung als „fest“ angesehen werden –, welcher beim Zusammentreffen mit dem zweiten Schenkel der vorgenannten Gabel das Ausklinken derselben bewirkt. Der Einlassschieber wird dann frei und kehrt unter Mitwirkung des Luftbuffers plötzlich in seine Schlussstellung zurück. Der im Cylinder eingeschlossene Dampf verrichtet nun seine Expansionsarbeit. Wenn bei zu- oder abnehmender Geschwindigkeit der Maschine die Regulatorkugeln ihre Lage verändern, nimmt auch der Daumen eine andere Stellung ein und es erfolgt das Zusammentreffen desselben mit der Gabel früher oder später, was eine kürzere oder längere Einströmperiode des Dampfes in den Cylinder zur Folge hat.

Die Bewegung des Regulators wird durch zwei voneinander unabhängige Gestänge auf den Hochdruck- und Niederdruckcylinder übertragen. Ein zweiter Regulator r (Fig. 80) bewirkt, sobald die normale Geschwindigkeit der Maschine eine gewisse Grenze überschreitet, das Auslösen eines Gegengewichtes p und damit das plötzliche Schliessen eines in die Dampfleitung eingeschalteten Sicherheitsventils – eines Drehschiebers (Fig. 85) –, so dass die weitere Dampfzufuhr nach der Maschine unterbrochen wird. Das Schwungrad hat 7,315 m Durchmesser und wiegt 65000 kg. Es ist aus zehn einzelnen, mit je einem Arm ein Gussstück bildenden Segmenten zusammengesetzt.

Der unabhängige Kondensator I (Fig. 80) wird einige Minuten vor dem Anlassen der Hauptmaschine in Gang gesetzt; er nimmt das Kondenswasser der letzteren auf und erzeugt in dem Niederdruckcylinder ein hinreichend grosses Vakuum, so dass die Hauptmaschine schon nach wenigen Kolbenhüben ihre volle Leistung entwickeln kann.Ein derartiger Kondensator kann an jedem Punkte der Anlage aufgestellt werden; sein Betrieb ist von den Veränderungen in der Belastung und in der Geschwindigkeit der Hauptmaschine unabhängig.

Der Abdampf des Niederdruckcylinders strömt durch das gusseiserne Rohr H (Fig. 80) von beträchtlichem Querschnitt in einen unter Flur aufgestellten Mischkondensator; mittels einer Luftpumpe wird das nötige Vakuum erzeugt und die Kondensationsprodukte fliessen durch die Leitung K einem Sammelbehälter zu. Ueber der Luftpumpe ist der Motor angeordnet, dessen Dampfverteilung in gleicher Weise wie bei der Hauptmaschine durch eine Hahnsteuerung, Bauart Reynolds-Corliss, geregelt wird. Die Füllungen sind zufolge der Wirkung eines Kugelregulators ebenfalls veränderlich.

Die Einrichtung ist durch Hinzufügung eines in die nach dem Hochdruckcylinder führende Dampfleitung F (Fig. 80) eingeschalteten Wasserabscheiders G vervollständigt.

Die nachstehende Tabelle gibt die Leistungen der Maschine bei verschiedenen Dampfdrücken und Cylinderfüllungen an.

Dampfspannung
(effecktive)

Füllung in Prozenten des Kolbenhubes
15% 25% 40%
kg/qcm PS PS PS
12 1300 2000 3100
10 1100 1700 2630
9 970 1530 2370

Eine Maschine derselben Grosse und Bauart verbrauchte bei angestellten Leistungsversuchen 6 kg Dampf für 1 PSi/Std.

Die von der Société alsacienne de constructions mécaniques in Beifort ausgestellten beiden Dampfmaschinen – eine liegende Tandemverbundmaschine von 300 PS und eine stehende Verbundmaschine von 1200 PS – gehörten, was die konstruktive Durcharbeitung und die Ausführung anbelangt, zu den besten Dampfmaschinen der Ausstellung. Die mit Kondensationseinrichtungen versehenen Maschinen dienten zum direkten Betreiben zweier von der Firma selbst erbauter Dynamos.

Die liegende Tandemmaschine hat Cylinder von 400 bezw. 600 mm Durchmesser und 900 mm Hub; sie entwickelt die Leistung von 300 PS mit einem Dampfdruck von 8 kg/qcm, einem Vakuum von 68 cm Quecksilbersäule und 125 minutlichen Umdrehungen bei einer normalen Füllung im Hochdruckcylinder von 15% des Kolbenhubes. Zur Dampf Verteilung dienen Corliss-Schieber. Die Einströmung des Dampfes in den Hochdruckcylinder regelt eine durch Exzenter bethätigte Auslösesteuerung, die behufs Erzielung veränderlicher Füllungen von einem Regulator beeinflusst wird. Die Steuerung ist dieselbe wie bei der stehenden Ausstellungsmaschine der Firma weiter unten beschrieben, nur erfolgt die Auslösung der beiden Mitnehmer nicht wie hier durch eine über den End zapfen eines vom Regulator eingestellten Hebels greifende Rolle, sondern der aktive Mitnehmer wird durch Auftreffen auf eine schiefe Ebene zum Auslösen gebracht. Die zugehörige Dynamo entwickelt Gleichstrom von 440 Ampère bei 450 Volt.

Die stehende Verbundmaschine ist in den Abbildungen Fig. 86 bis 90 dargestellt. Auf den durch Zwischenstücke miteinander verbundenen Tragplatten der beiden Ständer sind die Cylinder von 800 bezw. 1350 mm Durchmesser und 1200 mm Hub befestigt, deren Kolben auf zwei um 180° gegenseitig versetzte Kurbeln arbeiten. Jede Kurbel hat ein Innenlager, zwischen welchen die Enden der geteilten Kurbelwelle durch eine Flanschenverschraubung zusammengehalten werden. Zwischen den beiden Aussenlagern jeder Kurbel ist einerseits das Schwungrad, andererseits die Dynamo auf der insgesamt 1000 kg schweren Welle befestigt. Letztere führt sich demnach in sechs Lagern von je 350 mm Durchmesser und bezw. 400, 600 und 700 mm Länge. Die gusseisernen Lagerschalen sind mit Weissmetall ausgefüttert und für Wasserkühlung eingerichtet. Das Kühlwasser wird ihnen mittels einer elektrisch betriebenen Pumpe zugeführt, die augenblicklich