Text-Bild-Ansicht Band 316

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Weithin auffallend war die Ausstellung der Stover Manufacturing Company aus Freeport, Illinois, durch den hohen und schlanken vierpfostigen Stahlturm, welcher ein sogen.

Textabbildung Bd. 316, S. 248
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Idealwindrad trug. Zwischen die vier Ständer des Turmes war ein Kiosk eingebaut, in welchem die verschiedensten Ausführungen und Verwendungsarten dieses Motors zum Teil im Modell zu sehen waren. Wie aus beistehender Abbildung (Fig. 4) sich ergibt, besitzt das Rad dieser Idealwindmühle bei 9 Fuss (2,74 m) Durchmesser 15 flachgekrümmte, verhältnismässig weit auseinander gestellte Flügel aus Stahlblech, welche mittels Klammern mit den beiden hochkantig auf der Hadebene stehenden Radreifen vernietet sind. Die Verbindung nach der Nabe n („Spider“) geschieht durch Doppelarme aus Flachstahl, welche eine geringe, mit der Schrägstellung der Flügel übereinstimmende Verschränkung aufweisen. Das Windrad wird nach der Vernietung als Ganzes galvanisiert. Die Radachse a überträgt ihre Bewegung (Fig. 5 und 6) bei einer Uebersetzung von 2 : 1 auf die mit innerer Verzahnung ausgestattete Kurbelscheibek, welche durch drei Bohrungen b für den Kurbelzapfen die Möglichkeit bietet, den Hub des Pumpengestänges von 4 auf 6 oder 8 Zoll engl. zu verändern. Durch die Innenverzahnung wird erreicht, dass das Getriebe dem Einflüsse der Atmosphärilien thunlichst entzogen wird. Als mustergültig darf die Lagerung der beiden Getriebewellen bezeichnet werden, welche unter sorgfältiger Beobachtung einer möglichst gleichmässigen Druckverteilung erfolgt ist. Die Lager selbst sind mit Babbitt – Metall ausgebüchst. Um eine an der Rückseite des „Spider“ angebrachte Flansche f legt sich das Stahlband einer Bremse, welche automatisch bethätigt wird, sobald sich das Windrad bei zunehmender Windstärke aus dem Winde herauszieht. Die Regulierung der Windmühle auf konstante Leistung geschieht im Gegensatz zu der früheren unvorteilhaften Art mit einem Gewicht an langem Hebel hier durch eine kräftge Spiralfeder s, welche über die Drehachse der Windfahne geschoben ist. Letztere selbst ist durch vier Stahlschienen mit dem Motorengestell solid verbunden. Die Drehung des Motors um seine Vertikalachse geschieht um eine eiserne Röhre r, welche sich in einer Kugelpfanne bei p nach unten abstützt. – Ebenso wie sämtliche Mühlenteile sind auch die Gerüste für die Motoren galvanisiert. Die Türme werden vier- oder dreipfostig ausgeführt. Dreipfostige Türme bieten bekanntlich gegenüber vierpfostigen neben geringerem Kostenaufwand den Vorteil, dass eine besondere Horizontalversteifung nicht angebracht zu werden braucht, sowie dass die vertikalen Auflagerwiderstände statisch bestimmt sind. Diese Vorteile wiegen den etwaigen Einwand minder schönen Aussehens hinreichend auf. Die Diagonalverstrebung der Idealstahltürme (Fig. 7) wird durch Litzendraht bewirkt, welcher um kurze Bolzen geschlungen ist, welche in den Knotenpunkten der Eckpfosten befestigt sind (Fig. 8). Da diese Bolzen b an der Umschlingungsstelle kleine Exzenterscheibchen e tragen, so kann durch deren Verdrehung ein Nachspannen der Diagonalen um den Betrag der Exzentrizität herbeigeführt werden. Durch Anziehen der Mutter m wird die Stellung der Exzenterscheibe fixiert.

Textabbildung Bd. 316, S. 248
Textabbildung Bd. 316, S. 248

Was die Kraftleistung der Idealwindmühlen anlangt, so gibt der Prospekt die Anzahl der Pferdestärken unter der Voraussetzung einer Windgeschwindigkeit von 15 engl. Meilen stündlich (= 6,7 m in der Sekunde) an, beispielsweise für ein Windrad von 9 Fuss Durchmesser (= 2,74 m) zu ⅔ PS. Der alte Fehler in diesen Angaben, eine über die normale weit hinausgehende Windgeschwindigkeit vorauszusetzen, welcher die Windmotoren schon oft genug in Misskredit gebracht hat, ist hierbei also wieder gemacht. Die mittlere Jahresgeschwindigkeit in den Vereinigten Staaten beträgt etwa 8 Meilen stündlich (3,5 m/Sek.), in Deutschland etwa 4 m/Sek. Da die Leistung der Windmühlen proportional der dritten Potenz der Windgeschwindigkeit ist, so müssen