Text-Bild-Ansicht Band 316

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der Geschwindigkeit entsprechende passende Schaufelform erhält und an den kürzeren Schenkel der festen Schaufel sich die, am geeignetsten aus Stahlguss hergestellte, bewegliche Schaufel so dicht wie möglich anlegt und im übrigen in der Form so ausgeführt wird, dass ihre äusseren Flächen zusammen mit der feststehenden Schaufel den für den Nutzeffekt der Turbinen günstigsten Kanalquerschnitt ergeben. Die gemeinsame Verstellung sämtlicher beweglichen Schaufeln kann in verschiedener Weise erfolgen.

Textabbildung Bd. 316, S. 284

Die Regelung selbst lässt sich während des Ganges der Turbine vollziehen. Da der Wasserdruck auf die drehbaren Schaufeln stets konstant ist, so kann er durch das Gewicht der zur Reguliervorrichtung erforderlichen Teile möglicherweise unter Zugabe eines besonderen Gegengewichtes ausgeglichen werden, derart, dass bei Verstellung der Schaufeln nur die Reibung der bewegten Teile zu überwinden wäre, was durch einen Schwimmer oder durch einen Regulator erreicht und dadurch die Regulierung selbstthätig gemacht werden kann.

Unter Umständen, wenn z.B. gleichmässige Geschwindigkeit der Turbine verlangt wird, der Kraftbedarf derselben aber stark veränderlich ist, könnte der Fall eintreten, dass bei starker Drosselung im Ausflussquerschnitt des Laufrades die Geschwindigkeit des Wasseraustritts aus demselben nicht mehr in richtigem Verhältnis zur Umlaufgeschwindigkeit der Turbine steht, ja sogar kleiner wird als die Umfangsgeschwindigkeit des Laufrades und demgemäss der Nutzeffekt beeinträchtigt werden könnte.

Eine Reguliervorrichtung für Vollturbinen aller Art mittels Regeln des Wasseraustrittes aus den Laufrädern ohne Wasserstoss in den letzteren, bezw. ohne störende Formänderung der Laufradschaufeln durch Verstellung der Kanalaustritts weite wäre die rationellste, nurscheiterte bis jetzt die Lösung des Problems an den komplizierten Stelleinrichtungen.

Vorliegendes System passt wie kein anderes als Reaktionsturbine für das Saugrohr, insbesondere besser als die Francis-Turbine; letztere wird, wenn bis zu einem gewissen Grade geschlossen, zweifellos eine Freistrahlturbine, die ganze saugende Wassersäule hängt daran, gehen muss es ja, aber hier bliebe unter allen Schliessungsverhältnissen eine Reaktionsturbine erhalten.

Die Möglichkeit einer präzis gleichen Teilung und Schluckweite der Laufradkanäle (mit ihren Forderungen für konstante Wassergeschwindigkeiten durch die Turbine) bliebe gesichert; wenn man in Betracht zieht, dass ein Turbinenrad niemals genau gleichmässig im Guss ausfällt. Alle Schaufeln gehen während eines Umganges unter einem Leitkanal vorbei, kommt nun ein Laufkanal, der etwas weiter ist als der vorherige, vorüber, so ist klar, dass das durchfliessende Wasser in diesem Augenblick eine grössere Geschwindigkeit annimmt; läuft nun eine engere Schaufel vorüber, so findet ein Rückstoss während der Umdrehung statt und wird ein Pulsieren des Wassers verursacht. Nun könnte man bei dieser Art der Ausführung von Turbinenrädern – da beide Radkränze gedreht und zusammengeschraubt würden – die Einteilung auf der Richtplatte vornehmen, wie bei einem Zahnrad, wodurch absolut gleiche Winkel und gleiche Austrittsweiten erreicht werden.

Bezüglich der Aufstellung würden sich alle Vorteile wie bei der Francis-Turbine bieten, man kann die Turbine auf den Fabrikboden stellen und das Saugrohr in einen Schacht hängen, es wäre dadurch ermöglicht, kurze Wellen bei hochwasserfreier Lage zu erhalten. Die Aufstellung kann in einem zugänglichen hellen Raume erfolgen, es ist dies entschieden vorzuziehen gegenüber den alten Bauarten,