Text-Bild-Ansicht Band 316

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Verkaufspreise. Da die einzelnen Preise für Maschinen, wie bereits unter3) bemerkt, und die Zinsen sich in Deutschland niedriger, dagegen die Arbeitslöhne höher stellen würden, so dürfte sich dies für hiesige Verhältnisse ausgleichen und die Berechnung auch hier zutreffen.

Es folge nun noch eine Berechnung für grösseres Anlagekapital und sei als Beispiel ein fünffacher und ein zehnfacher Betrieb, bei letzterem unter Anwendung eines elektrischen Motors angegeben. Hierbei, d.h. bei letzterem Betrieb mittels elektrischen Motors, kann sowohl die elektrische Beleuchtung des Torfstiches, als daher auch Nachtarbeit stattfinden, wodurch die Torfcampagne bei Anwendung derselben Maschinen um ein Drittel verlängert wird. Der Kürze wegen wird hier jedoch nur Handarbeit in Betracht gezogen und der elektrische Motor ausser acht gelassen.

Die Berechnung einer fünf- bezw. zehnfachen Anlage würde daher etwa folgendes ergeben:

fünffacher
Betrieb
zehnfacher
Betrieb
1. Torfstecher 5 St. 8640 Mk. 10 St.4) 15552,– Mk.
2. Schlemmer 20 8640 40 15552,–
3. Filderrahmen 300 1620 600 2916,–
4. Siebe 20 324 40 583,20
5. Schneidegitter 100 2160 200 3888,–
6. Darrböcke 1500 19440 300 34992,–
7. Stempel 10 540 20 972,–
8. Lowren 10 4320 20 7776,–
9. Schober
und Bretter
150
15

Sch.
6155 300
30

Sch.
110800,80
10. Geleise, Geräte 2592 das Geleise
etwas verläng
4320,–
11. Ausserordentliche Kosten 1728 2808,–
–––––––––––––––––––––––––––––––––––
Summa 58320 Mk. 103680,– Mk

Hierbei kommen bei sparsamer und rationeller Anlage der Torfgrube noch manche Summen in Abzug, so dass man bei fünffachem Betriebe 10%, bei zehnfachem 20% in Abzug rechnen kann. Es verblieben mithin in ersterem Falle 54000 und im zweiten 97200 Mark Anlagekapital.

Es würden hierbei produziert:

Bei fünffachem Betrieb: Bei zehnfachem Betrieb:
Briketts Nr. I 7500000 kg 15000000 kg
Nr. II 833250 166500

Die Unkosten würden betragen:

1. Arbeitslohn und Handelsunkosten 25920 Mark 51840 Mark
2. Administrationskosten 6480 6480
3. Reparaturen u.s.w. 5% des An-
lagekapitals
3024 5184
––––––––––––––––––––––––––––––
Insgesamt 35424 Mark 63504 Mark

Verkauft man nun gleichfalls 50 kg Torfbriketts I. Kl. mit 0,39 Mark per Torfstich, so erhält man folgendes:

Für Kl. I 58500 Mark 117000 Mark
II 3333 6666
–––––––––––––––––––––––––––––––
Summa 61833 Mark 123666 Mark
Nach Abzug von 35424 63504 verbleibt
–––––––––––––––––––––––––––––––
ein Reinertrag von 26409 Mark 60162 Mark
Hiervon wären auch in
Abzug zu bringen an
Amortisation, Zinsen
vom Anlage- und Um-
satzkapital




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so verbleibt also ein
–––––––––––––––––––––––––––––––
Reingewinn von 8481 Mark 27330 Mark,

d.h. im ersteren Falle ungefähr 25%, im zweiten 37% Dividende. Letzteres ist eher zu niedrig als zu hoch berechnet.

Zum Schluss sei im nachstehenden die Analyse des Dr. P. Jeserich, Gerichtschemiker und vereidigter Sachverständiger bei den königlichen Gerichten und den königlichen Hauptsteuerämtern in Berlin, aufgeführt:

Analyse.

Die mir von Ihnen übergebenen Proben Grünmoor aus Kamionna bei Warschau und Grünmoor und Mischung aus Bielawa bei Warschau, ergaben bei der Untersuchung folgende Resultate:


Grünmoor:
Grünmoor
(halb verfault):
50,07% Kohlenstoff 43,46%
6,68 „ Wasserstoff 3,75 „
23,93 „ Sauerstoff und Stickstoff 33,99 „
17,59 „ Feuchtigkeit 14,9 „
4,73 „ Asche 3,9 „

Hieraus ergibt sich:

26,92% Chemisch gebundenes Wasser 38,23%
0,96 „ Nutzbarer Wasserstoff 1,0 „

4001,2 Kalorien Gesamtheizeffekte in nutzbaren Wärmeeinheiten 3099,61 Kal.

1 Teil vermag 6,1 Teile Wasser von 0° in Dampf von 150° zu verwandeln.

1 Teil vermag 5,2 Teile Wasser von 0° in Dampf Von 150° zu verwandeln.

Beide Proben zerfallen, ähnlich wie Steinkohle, nicht beim Verbrennen.

Der in dieser Weise hergestellte Torf ist bereits vielfach in verschiedenen Betrieben erprobt und durch praktisch angestellte Versuche seine Brauchbarkeit bei Kesselfeuerungen bestätigt worden. Aus den Versuchen geht hervor, dass die Torfbriketts im Feuer stehen und bis zu Ende mit lebhafter Flamme brennen, während die bis jetzt auf andere Weise hergestellten Torfbriketts bei fortschreitender Verbrennung zerbröckeln und sich daher zur Kesselfeuerung nicht eignen.

v. Kr.

Kleinere Mitteilungen.

Mechanische Kesselfeuerung mit selbstthätiger Schürvorrichtung1).

In der Hammersmith Electric Power Station in England ist an einem Babcock- und Wilcox-Kessel eine mechanische Kesselfeuerung angebracht, die von der Underfeed Stoker Company, Limited, Walbrock, London, E. C. hergestellt ist und dadurch besonderes Interesse verdient, dass sie mit einer automatisch wirkenden Schürvorrichtung verbunden ist.

Bei der neuen, in Fig. 1 bis 3 dargestellten Kesselfeuerung, die patentiert und in zwei Exemplaren an dem oben erwähnten, mit zwei Rosten ausgestatteten Babcock- und Wilcox-Kessel angebracht ist, geschieht die Beschickung der Kohlen nach einer bereits bei anderen Kesseln angewandten Methode. Nachdem die Kohlen in einen vorne am Kessel angebrachten Trichter geschüttet worden sind, werden sie mittels einer sich nach der Spitze hin verjüngenden Schnecke in eine in der Mittedes Rosts befindliche Rinne geschafft, von der sie gleichmässig aufsteigen und sich auf dem ganzen Rost verteilen. Die Schnecke macht je nach der gewünschten Schichtendicke 1 bis 2 Umdrehungen in der Minute. Während des langsamen Aufsteigens werden die Kohlen allmählich erhitzt und die flüchtigen Produkte aus denselben ausgetrieben. Die letzteren vermischen sich mit der Luft, welche durch in den Roststäben befindliche Löcher Zutritt findet. Das' Gasgemisch steigt aufwärts und wird beim Durchdringen der obersten, weissglühenden Kohlenschicht ohne Rauchbildung verzehrt. Die Luft wird durch ein Gebläse in den Aschenraum gedrückt; der Druck ist in der Regel geringer als ein solcher von 25,4 mm Wassersäule. Die Schlacken werden gegen die Seitenwände des Feuerraums geschafft und sammeln sich dort in Rinnen an, aus denen sie durch besondere, in der Vorderwand des Feuerraums angebrachte Thüren entfernt werden. Das Schüren des Feuers erfolgt durch eine eigenartige Bewegung der Roststäbe. Sämtliche Roststäbe sind, wie aus Fig. 2 hervorgeht, auf einem gitterartigen Gestell derartig drehbar gelagert, dass sie eine seitlich hin und her gehende Bewegung ausführen

3)

Es wurden hier nach dortigen Verhältnissen 7% gerechnet.

4)

Bei grösserem Bedarf billiger.

1)

The Engineer, 22. Februar 1901, S. 197.